Saarbrücken - BVB-Abwehrspieler Manuel Friedrich hat intensive Wochen hinter sich und ist sozusagen auf "Comeback-Tour". Nach seiner Bundesliga-Rückkehr gegen Bayern München feierte er gegen seinen Heimatclub Mainz 05 den ersten Liga-Dreier im BVB-Dress.   Nun kam er auch im DFB-Pokal für die Borussia zum Einsatz und zog mit einem ungefährdeten 2:0-Erfolg gegen den 1. FC Saarbrücken ins Viertelfinale ein. Im Interview mit bundesliga.de spricht der 34-Jährige über das Ziel Pokalfinale, das kommende Duell gegen einen weiteren Herzensclub und seine persönliche Situation.

bundesliga.de: Herr Friedrich, Glückwunsch zum Sieg. Am Ende eine souveräne Vorstellung beim Pokalschreck?

Manuel Friedrich: Im Endeffekt schon, wobei man sich vor solchen Spielen vorher darauf einstellen muss, 90 Minuten hochkonzentriert zu sein. Jede Entscheidung, die man trifft, kann auch eine Chance für den Gegner ermöglichen. Man hat es in der ersten Halbzeit gesehen, als ein Ball durchrutscht und der Stürmer plötzlich ganz alleine vor unserer Hütte auftaucht. Wenn der Ball reingeht, ist es ein ganz anderer Spielverlauf. Solche Spiele sind für den Kopf sehr schwierig, weil man sich keine Nachlässigkeiten erlauben darf.

bundesliga.de: Es gab viele Änderungen im Team. Am Ende stand eine Elf auf dem Platz, die so womöglich nicht mehr zusammenspielen wird. Dennoch hat es gut funktioniert. Auch eine besondere Qualität von Borussia Dortmund?

Friedrich: Man muss einfach sagen, dass wir super Jungs im Kader haben. Jeder bringt seine speziellen Qualitäten mit ein. Selbst in der Aufstellung von heute brauchen wir uns vor niemandem zu verstecken. Das wäre ja Quatsch.

bundesliga.de: Hat Trainer Jürgen Klopp dem Team vorher nochmal das Ziel Finale besonders eingeimpft?

Friedrich: Das Finale war schon immer das Ziel und wird es auch bleiben.

bundesliga.de: Heute musste das Team nicht an die Grenzen gehen, konnte auch einige Stars schonen. Bleibt jetzt genügend Kraft, um gegen Leverkusen Platz 2 zurückzuholen?

Friedrich: Wir werden versuchen uns in den paar Tagen, die uns bleiben, optimal auf das Spiel vorzubereiten. Natürlich werden wir versuchen die Partie gegen einen sehr starken Gegner zu gewinnen. Wir wollen die drei Punkte in Dortmund behalten und Bayer überholen.

bundesliga.de: Worauf freuen Sie sich im Duell mit den alten Kollegen besonders?

Friedrich: Einfach auf das Spiel an sich. Natürlich auch auf das Wiedersehen, weil ich mit fast allen Spielern noch zusammengespielt habe. Natürlich freue ich mich auch auf die Stimmung, die uns im Heimspiel erwartet und hoffe, dass es positiv für uns ausgeht.

bundesliga.de: Worauf werden Sie sich einstellen müssen?

Friedrich: Das kann man gar nicht in ein paar Worten zusammenfassen, weil Leverkusen so eine starke Mannschaft ist. Wir werden eine Menge zu analysieren haben, ihre Stärken, aber auch Schwächen. Der Trainer wird uns einige Dinge mit auf den Weg geben. Dann müssen wir alles in die Waagschale werfen. Leverkusen ist eine der stärksten Mannschaften in der Liga, das ist mir auch ohne Videoanalyse bewusst.

bundesliga.de: Müssen Sie sich eigentlich noch zwicken ob Ihres unverhofften Comebacks?

Friedrich: Ich habe eigentlich noch gar nicht richtig drüber nachgedacht, sonst würde ich wohl verrückt werden. Ich hab schon zu meiner Frau gesagt, lass uns mal in ein, zwei Jahren darüber reden, was da eigentlich passiert ist. Momentan macht es keinen Sinn groß drüber nachzudenken. Das glaubt einem ja keiner, wenn man das erzählt.

Aus Saarbrücken berichtet Markus Hoffmann