Freiburg - Mike Hanke ist der prominenteste Neuzugang des SC Freiburg in dieser Saison. Im Interview mit bundesliga.de erklärt er die Gründe für seinen Wechsel von Borussia Mönchengladbach in den Breisgau und berichtet über die ersten Eindrücke mit der neuen Mannschaft.

bundesliga.de: Herr Hanke, Sie sind jetzt seit einigen Tagen mit Ihrer Mannschaft im Trainingslager in Schruns. Wie laufen die Trainingseinheiten ab?

Mike Hanke: Wir arbeiten gerade intensiv im technisch-taktischen Bereich. Und es geht natürlich darum, dass wir uns als Mannschaft finden. Wir sind aber insgesamt auch zehn Tage hier und haben noch vier Testspiele vor der Brust. Damit haben wir sicher genügend Zeit, um uns aufeinander einzustellen.

bundesliga.de: Die ersten Trainingswochen sollen sehr hart gewesen sein, offenbar musste jeder Spieler zeitweise zwölf schnelle Tausend-Meter-Läufe hintereinander am Vormittag machen.

Hanke: Die ersten Wochen waren tatsächlich sehr intensiv, dementsprechend schwere Beine hatten wir in dieser Phase auch. Aber jetzt können wir marschieren, es hat sich also gelohnt.

bundesliga.de: Bei dem Vorbereitungsturnier in Bahlingen war allerdings nicht zu übersehen, dass das Team anstrengende Einheiten hinter sich hatte.

Hanke: Das stimmt, da hat uns der Trainer aber auch gesagt, dass es ihm nicht auf das Ergebnis ankommen würde. Sondern darauf, dass wir beißen. Und dass er bestimmte Dinge, die wir vorher angesprochen haben, auch auf dem Feld umgesetzt sieht.

bundesliga.de: Viele Neuzugänge der vergangenen Jahre hatten so ihre Anlaufschwierigkeiten bei der Umstellung auf den Freiburger Fußball. Wie geht es Ihnen?

Hanke: Ich kann das nicht bestätigen. Christian Streich will, dass wir kompakt stehen, früh stören und dass auf diese Art kurze Wege zum Tor entstehen. Das kommt mir als Stürmer natürlich sehr entgegen.

bundesliga.de: Lucien Favre und Christian Streich schätzen sich sehr. Trotzdem spielen Mönchengladbach und der SC einen nicht unbedingt ähnlichen Fußball, oder?

Hanke: Das war schon eine ganz andere Philosophie in Gladbach. Unter Lucien Favre war die Vorgabe, tief zu stehen, aber in bestimmten Situationen zu pressen. Unter dem Strich war das aber natürlich ein deutlich defensiverer Fußball als hier in Freiburg.

bundesliga.de: Letzterer liegt Ihnen eher?

Hanke: Das sollen andere beurteilen. Jeder Trainer hat eben seine eigene Handschrift. Ich habe unter Lucien Favre jedenfalls viel gelernt und mein Spiel auch erkennbar umgestellt. Ich glaube, deswegen hat Freiburg mich auch geholt.

bundesliga.de: Und weshalb haben Sie trotz einiger anderer Interessenten in Freiburg unterschrieben?

Hanke: Das hatte verschiedene Gründe, aber nicht zuletzt den, dass hier großer Wert auf das Fußballerische gelegt wird. Die individuelle Qualität ist vielleicht nicht ganz so hoch. Umso wichtiger ist es, dass man als Mannschaft funktioniert.

bundesliga.de: In Wolfsburg sind Sie nicht glücklich geworden, in Schalke und Mönchengladbach vor abertausenden Fans fiel Ihnen hingegen der Abschied schwer. Nun spielen Sie beim SC Freiburg in einem Verein, bei dem wie in Wolfsburg alles ein bisschen kleiner ist ...

Hanke: Ja, aber das kann man wirklich nicht mit Wolfsburg vergleichen, wo ich es damals eher unpersönlich fand. Hier in Freiburg ist alles sehr familiär, das gefällt mir.

Das Gespräch führte Christoph Ruf