Mönchengladbach - Das Abwehrbollwerk der Frankfurter Eintracht hielt auch in Mönchengladbach die Null. Nach dem verdienten 0:0-Unentschieden im Borussia-Park setzen sich die Hessen weiter in der oberen Tabellenhälfte fest. Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac überstand die englische Woche ohne Gegentor und steuert auf eine sorgenfreie Saison zu.

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Als Niko Kovac Anfang März das Traineramt in Frankfurt übernahm, hatte die Eintracht in 25 Bundesliga-Spielen 40 Gegentore kassiert, also 1,6 Treffer pro Partie. Der Coach wusste, dass es diese Schwäche zuallererst auszumerzen galt, sollte der Abstieg vermieden werden. In den neun Begegnungen bis zum Saisonende wurde der Schnitt schon auf 1,3 Gegentore gesenkt. Der Klassenerhalt gelang über die Relegation.

Aufschwung durch stabile Abwehr

In dieser Saison stehen bei der Eintracht acht Gegentore in neun Spielen zu Buche, das macht nur noch 0,88 Buden des Gegners pro Match. Anders ausgedrückt: Unter Kovac kassiert Frankfurt fast halb so viele Gegentore wie zuvor. Das ist aktuell der viertbeste Wert der Bundesliga. Der Aufschwung von Eintracht Frankfurt lässt sich also vor allem an der neuen Abwehrstabilität festmachen. "Meine Mannschaft hat heute sehr diszipliniert gespielt", freute sich der Trainer.

Hessen wollen sorgenfreie Saison spielen

Immer einen Fuß dazwischen. Die Eintracht steht in dieser Saison hinten stabil
Immer einen Fuß dazwischen. Die Eintracht steht in dieser Saison hinten stabil © gettyimages / Dean Mouhtaropoulos

"Die Relegation war ein Fingerzeig, dass wir etwas verändern mussten", sagt Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic exklusiv zu bundesliga.de. "Wir haben extrem viel verändert, im Team und im Personal um das Team herum. Das greift gut. Die Jungs arbeiten gut miteinander. Sie wirken sehr geschlossen aber auch entschlossen. Wir haben darauf hingearbeitet, dass wir nur über die Mannschaft kommen können. Wir haben zwar auch Einzelqualität in der Mannschaft, aber die wird nur über die Ergebnisse gefördert."

Und die Ergebnisse stimmen in dieser Saison. Nur zwei von neun Spielen wurden jeweils mit 0:1 knapp verloren. Gegen die international vertretenen Teams blieb die Eintracht sogar bislang ungeschlagen, Schalke und Leverkusen wurden besiegt, gegen die Bayern und jetzt in Mönchengladbach unentschieden gespielt. Die Frankfurter machen einen sehr stabilen Eindruck, auch wenn Bobic noch warnt.

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Multi-Kulit-Truppe ist eine Einheit

"Eine sorgenfreie Saison ist noch nicht garantiert", sagt der Boss. "Eins ist auch klar: Wir wissen, dass die Liga noch verdammt lange geht und wir auch einmal eine Phase haben werden, die schwächer sein wird. Das nehmen wir in Kauf. Das wissen wir. Deshalb denken wir nur von Spieltag zu Spieltag." Der erfreuliche Entwicklung der Frankfurter ist umso erstaunlicher, da in dieser Saison eine neuformierte Multi-Kulit-Mannschaft auf dem Platz steht, in der in Gladbach Bastian Oczipka der einzige Deutsche in der Startelf war.

Kommunikationsprobleme gibt es dennoch keine. "Die Neuzugänge müssen deutsch lernen, das gibt der Trainer vor", berichtet Oczipka. "Sie lernen ein-, zweimal die Woche. Die Ansprachen sind auf deutsch, die Integration klappt relativ schnell. Und die Kommandos links, rechts, vor, zurück versteht eh jeder." So hat sich die Eintracht auf Platz 6 vorgearbeitet, die Abstiegssorgen der vergangenen Spielzeit sind ganz weit weg.

Nächstes Flutlicht-Spiel gegen Köln

Stattdessen steigt die Vorfreude auf das nächste Flutlichtspiel am kommenden Samstagabend daheim gegen den 1. FC Köln. "Der FC ist ein sehr reifes Team, das sich über zwei, drei Jahre stetig immer positiver entwickelt hat, gewachsen ist und in ihrem Spiel eine gute Struktur hat. Es wird eine harte Schlacht werden", kündigt Bobic an.

Aus Mönchengladbach berichtet Tobias Gonscherowski

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