Friedhelm Funkel hat bei Fortuna Düsseldorf gut lachen - © Maja Hitij/Bongarts/Getty Images
Friedhelm Funkel hat bei Fortuna Düsseldorf gut lachen - © Maja Hitij/Bongarts/Getty Images
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Meiste Bundesliga-Einsätze: Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel holt Felix Magath ein

Köln - Fortuna Düsseldorf spielt nach dem Bundesliga-Aufstieg im vergangenen Sommer eine starke Saison und befindet sich auf dem besten Weg Richtung Klassenerhalt. Trainer Friedhelm Funkel hat daran einen großen Anteil. Der erfahrene Mann hat jetzt eine besondere Marke erreicht.

Funkel: "Die Bundesliga ist das Geilste"

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Als Friedhelm Funkel im Sommer 2012 ohne Job war, traf ihn das Fußballmagazin "11Freunde" zu einem Gespräch im Urlaub auf Mallorca. Funkel, der kurz zuvor von Alemannia Aachen beurlaubt worden war, zeigte sich ausgeglichen, entspannt. Als Mann, der schon damals so viel im Fußballgeschäft erlebt hatte, dass ihn nichts mehr überraschen, oder aus der Bahn werfen konnte. Einen Wunsch hatte er damals aber: "Ich will einmal noch in die Bundesliga. Das ist das Geilste." Sieben Jahre später ist Funkel wieder dort, überrascht mit Fortuna Düsseldorf so manchen Konkurrenten und hat nun auch noch Felix Magath eingeholt.

Die Partie bei Bayer 04 Leverkusen am Sonntag war für Funkel das 801. Bundesliga-Spiel, an dem er als Spieler oder Trainer beteiligt war - 320 Partien bestritt er bislang als Spieler, 481 als Trainer. Nur Jupp Heynckes (1038 Spiele), Otto Rehhagel (1033) liegen in der Gesamtwertung noch vor ihm, Felix Magath (801) gleichauf. "An Jupp und Otto werde ich nicht mehr herankommen, aber Felix Magath werde ich noch überholen", sagt Funkel selbst.

Da Magath derzeit nicht in der Bundesliga arbeitet, dürfte Funkel in der Tat schon nächste Woche im Heimspiel gegen Nürnberg mit 802 Spielen den dritten Platz für sich beanspruchen. Würde man auch Zweitliga-Einsätze mit in die Wertung nehmen, ist Funkel übrigens mit Abstand Rekordhalter. Eine reife Leistung des 65-Jährigen, der am 9. August 1975 als Spieler des KFC Uerdingen erstmals den Bundesliga-Rasen betreten und bei der 1:2-Niederlage in Essen auch direkt ein Tor erzielt hatte.

Legende in Uerdingen

In Uerdingen - neben dem 1. FC Kaiserslautern seine einzige Profistation als Spieler - ist Funkel eine Legende. 1985 war er Teil des Teams, das den FC Bayern München mit 2:1 besiegte und sich sensationell den DFB-Pokal sicherte. Nach seiner Spielerkarriere war er in Uerdingen auch als Trainer tätig. Mit Funkel an der Seitenlinie stieg der Verein dreimal ab und zweimal (1992, 1994) wieder auf. Es waren die ersten beiden von insgesamt sechs Bundesliga-Aufstiegen, die Funkel in seiner Trainerkarriere schaffte. Auch den MSV Duisburg (1996), den 1. FC Köln (2003), Eintracht Frankfurt (2005) und Fortuna Düsseldorf (2018) führte er ins Oberhaus. Ein "bemerkenswerter Rekord", lobte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert im vergangenen Sommer. Niemand außer Funkel erreichte diese Marke.

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Seit März 2016 hat der in Neuss geborene Trainer die Verantwortung über die Fortuna-Elf und fühlt sich in Düsseldorf so wohl, dass er bereits öffentlich betont hat, keinen anderen Verein mehr trainieren zu wollen. Die Menschen in Düsseldorf lieben ihren Trainer, der in all den Bundesliga-Jahren nie die Bodenhaftung verloren hatte. Im Interview mit "Spox" erzählte er noch im vergangenen Oktober: "Bei mir ist das selbstverständlich, dass ich stehen bleibe, wenn irgendjemand ein Foto von mir will, oder ich ihm mit einem Autogramm eine Freude machen kann. So viel Zeit muss immer sein, ich kenne das nicht anders. Das erwarte ich auch von meinen Jungs."

Funkel jubelt mit seinen Spielern nach dem 3:3 in München - Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images

Bescheiden bleiben, auch nach Erfolgen wie dem 3:3 bei Bayern München oder dem 2:1 gegen Borussia Dortmund in der Hinrunde, das erwartet Funkel auch von seinen Spielern. Sie setzen seinen Vorgaben bislang perfekt um und haben einen ordentlichen Abstand zwischen sich und die Abstiegsränge gebracht. Sichert sich die Fortuna am Saisonende den Klassenerhalt, wäre das eine der größten Leistungen in Funkels langer Trainerkarriere. Seinen Vertrag hat er im Januar bis 2020 verlängert. Eine weitere Saison in der Bundesliga wäre sicher nicht nur für den Verein, sondern auch für Funkel selbst "das Geilste".

Tim Müller

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