München - Seelenruhig begibt sich Bayern-Trainer Pep Guardiola auf das Podest zur Pressekonferenz vor dem Nachholspiel beim VfB Stuttgart (ab 19:30 Uhr im Live-Ticker). Das Thema Mario Mandzukic bringt den FCB-Coach jedoch rasch in Wallung. Wer es in den Kader schafft, sei vor allem vom persönlichen Eindruck des Katalanen abhängig.

"Ich muss meine Gegner analysieren. Manchmal hängt meine Entscheidung von der Qualität der Spieler, manchmal vom Gegner ab." Von einer Degradierung des Kroaten will Guardiola nichts wissen. "Ich habe keine Zweifel an Mario, er ist ein Super-Super-Spieler. Das war meine Entscheidung", erklärt er etwas genervt.

Mandzukic kehrt zurück - Verbesserungsbedarf in der Offensive

So wird  Mario Mandzukic gegen Stuttgart wieder in den 18-Mann-Kader rücken. Viel Aufregung um Nichts? Im Gegenteil. Die Nicht-Nominierung des erfolgreichsten Bayern-Torschützen in der letzten Woche war ein klares Zeichen an die Mannschaft und an den Torjäger selbst. Stammplatzgarantien gibt es nicht. "Ich treffe die Entscheidung", stellt der Spanier klar. 

Bayerns Chefcoach hat klare Ziele. Zufriedenheit ist für den 43-Jährigen gleichbedeutend mit Stagnation: "Wir können uns immer verbessern." Nach dem dominanten Auftritt in Gladbach gäbe es im Hinblick auf das Gastspiel bei den Schwaben vor allem in der Offensive noch Verbesserungsbedarf, wenn auch nur minimal: "Ich mag es, wenn wir das Spiel kontrollieren. Wir müssen mehr Torchancen erarbeiten, das sind jedoch kleine Details", sagt der FCB-Trainer.

Guardiola arbeitet akribisch am Feinschliff, fordert dafür von seinen Spielern vollen Einsatz - in jeder Partie. Dass es dabei der eine oder andere Bayern-Star nicht in die Mannschaft schafft, ist für ihn nichts Ungewöhnliches: "Wir haben einen großen Kader, jede Woche kann das passieren, dass ein, zwei Super-Super-Spieler nicht in den Kader kommen." 

Guardiola: "Keine Mannschaft gewinnt im Januar eine Meisterschaft"

Und genau die breite Auswahl ist es, die in dieser Saison die Konkurrenz in Furcht versetzt. Verletzungsbedingte Ausfälle wie die von Franck Ribery oder Arjen Robben kann der Rekordmeister problemlos kompensieren. Im Falle von Mandzukic konnte man sich sogar den Luxus erlauben, einen fitten Spieler zuhause zu lassen. 

Ob der FCB damit der Liga die Spannung nimmt? Naja. "Wir haben noch viele schwierige Partien vor uns, jedes Spiel ist immer ein guter Test", so der Coach, "aber wir sind natürlich in einer guten Position."

Die Ergebnisse der anderen Teams könne man ohnehin nicht beeinflussen, das Titelrennen sei dadurch noch lange nicht entschieden. "Keine Mannschaft der Welt gewinnt im Januar eine Meisterschaft", sagt Guardiola energisch.

Von der Säbener Straße berichtet Yannik Schmidt