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Martijn Kaars sichert St. Pauli ein spätes Remis per Elfmeter gegen Leipzig
Martijn Kaars sichert St. Pauli ein spätes Remis per Elfmeter gegen Leipzig - © IMAGO/Picture Point / Roger Petzsche
Martijn Kaars sichert St. Pauli ein spätes Remis per Elfmeter gegen Leipzig - © IMAGO/Picture Point / Roger Petzsche
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Irre Schlussphase am Millerntor: Kaars rettet St. Pauli gegen Leipzig

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Der FC St. Pauli und RB Leipzig haben sich im Nachholspiel des 16. Spieltags mit 1:1 (0:0) getrennt. Yan Diomande (66.) brachte die Gäste nach einem Eckball mit einem abgefälschten Schuss in Führung. Martijn Kaars (90.+3) glich per Elfmeter für die Hausherren aus, nachdem er selbst von David Raum gefoult worden war.

Ein Nachholspiel mit besonderen Vorzeichen: Der FC St. Pauli empfing am Dienstagabend RB Leipzig zum ursprünglich für den 10. Januar angesetzten Duell des 16. Spieltags, das aufgrund winterlicher Witterungsbedingungen verschoben werden musste. Während die Hamburger jeden Punkt im Kampf um den Klassenerhalt benötigen, wollte RB den Sieg in Heidenheim (3:0) vergolden.

Trainer Alexander Blessin nahm nach dem torlosen Derby gegen den HSV gleich vier Änderungen vor und brachte unter anderem Ricky-Jade Jones von Beginn an. Leipzigs Coach Ole Werner vertraute dagegen der erfolgreichen Elf vom Heidenheim-Spiel.

Pfostenknaller und vergebene Chancen

Die Partie begann mit hoher Intensität und ersten gefährlichen Annäherungen auf beiden Seiten. In der achten Minute hatte Leipzig die erste große Möglichkeit: Xaver Schlager zog von der Strafraumgrenze ab und traf den rechten Außenpfosten – Glück für St. Pauli und Torhüter Nikola Vasilj. Auf der Gegenseite sorgte Jones mit seinen schnellen Vorstößen immer wieder für Gefahr.

In der 18. Minute verhinderte Willi Orbán mit einer starken Grätsche, dass der St. Pauli-Stürmer allein vor Péter Gulácsi zum Abschluss kam. Kurz darauf parierte Vasilj glänzend einen abgefälschten Schuss von Nicolas Seiwald (21.). Die beste Chance des ersten Durchgangs hatte schließlich Rômulo, der nach einem perfekten Pass von Christoph Baumgartner in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit knapp am Tor vorbeizielte.

Torschütze Yan Diomande feiert seinen Treffer zum 1:0 für RBL mit Teamkollege Christoph Baumgartner - Selim Sudheimer

Diomande bricht den Bann

Nach der Pause kamen die Gastgeber zunächst besser aus der Kabine. Joel Chima Fujita versuchte es mit einem Distanzschuss, der jedoch zu hoch angesetzt war (55.). In der 57. Minute war es dann Rômulo, der nach einer Flanke von Ridle Baku per Kopf knapp das Tor verfehlte. In der 64. Minute brachte Werner dann Conrad Harder für Rômulo, während Blessin kurz darauf Martijn Kaars für Jones einwechselte. Die Führung gelang schließlich den Gästen: Nach einer Ecke von David Raum landete der Ball bei Yan Diomande, der von der Strafraumgrenze abzog. Sein Schuss wurde von Smith abgefälscht und schlug unhaltbar im linken oberen Eck ein – 0:1 (66.).

Martijn Kaars feiert seinen Treffer zum 1:1 - Selim Sudheimer

Später Elfmeter rettet St. Pauli

Die Leipziger schienen das Spiel nach der Führung unter Kontrolle zu haben. Antonio Nusa hatte die Chance zum 0:2, scheiterte aber an Vasilj (71.). St. Pauli wehrte sich mit einem Dreierwechsel in der 76. Minute, als Blessin Mathias Pereira Lage, Mathias Rasmussen und Jackson Irvine ins Spiel brachte.

In der Schlussphase drängten die Hausherren auf den Ausgleich, und Kaars prüfte Gulácsi per Kopfball (90.). Als alles schon nach einem Leipziger Sieg aussah, stoppte Raum den durchgebrochenen Kaars im Strafraum per Foul. Schiedsrichter Dr. Florian Exner zeigte auf den Punkt, und Kaars verwandelte den fälligen Elfmeter selbst souverän ins linke untere Eck (90.+3). Trotz vier Minuten Nachspielzeit blieb es beim 1:1-Unentschieden, das dem FC St. Pauli einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf bescherte.

Man of the Match: Yan Diomande

Der 19-jährige Ivorer war der auffälligste Akteur auf dem Platz und krönte seine starke Leistung mit dem wichtigen Führungstreffer. Mit seinem Tor zum 0:1 in der 66. Minute erzielte er seinen bereits siebten Saisontreffer und ist damit alleiniger Top-Torschütze der Leipziger. Beeindruckend war auch seine Schnelligkeit mit 32,99 km/h – der zweitschnellste Wert des Spiels. Trotz starker Bewachung durch die St. Pauli-Defensive – kein Spieler stand so oft unter Gegnerdruck wie er (33 Mal) – setzte sich Diomande immer wieder durch und war an vielen gefährlichen Aktionen beteiligt. Seine Pass-Effizienz von 1,85 war zudem der beste Wert in seinem Team.

Unter Druck: Yan Diomande (links) von RB Leipzig wird von St. Paulis Arkadiusz Pyrka (Mitte) und einem weiteren Verteidiger bedrängt - Selim Sudheimer

Bundesliga Match Facts
xGoals: St. Pauli 1,54 - Leipzig 1,1
Schnellster Spieler: Nicolas Seiwald (RBL), 33,07 km/h
Tor mit der geringsten Torwahrscheinlichkeit: 0:1 von Yan Diomande (RBL), 5,35 Prozent
Most Pressed Player: Yan Diomande (RBL), 33 Mal unter Gegnerdruck
Beste Pass Effizienz: Arkadiusz Pyrka (STP), 3,95