Sadio Mane bringt einen Mix aus Körperlichkeit, Einsatz und Technik mit - © Simon Mellar/FC Bayern via Getty Images
Sadio Mane bringt einen Mix aus Körperlichkeit, Einsatz und Technik mit - © Simon Mellar/FC Bayern via Getty Images
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"Er ist eine Maschine": Der Offensiv-Allrounder Sadio Mane kann dem FC Bayern nur guttun

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Zur kommenden Saison verstärkt mit Sadio Mane ein international umworbener Top-Spieler den Kader des FC Bayern München. Der senegalesische Nationalspieler wird für den Rekordmeister nicht nur sportlich, sondern auch mit seiner Erfahrung und Mentalität eine Bereicherung sein.

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Dass dem FC Bayern München die Verpflichtung von Sadio Mane gelungen ist, kann durchaus als Coup bewertet werden. "Er ist eine Maschine", äußerte sich sein letzter Cheftrainer Jürgen Klopp über den Stürmer. Mane sei ein "herausragender Spieler", ein "Weltklassespieler", der einen enormen Mix aus Körperlichkeit, Einsatz und Technik mitbringen würde, so Klopp weiter. Unter dem früheren BVB-Coach ist der senegalesische Nationalspieler seit Jahren ein fester Bestandteil. Zuletzt bestritt Mane mit den Reds das Champions-League-Finale - zum dritten Mal seit 2018.

Mane: "Ich war gleich Feuer und Flamme für Bayern"

Mane selbst sagte jetzt gegenüber der "Bild": "Als mir mein Berater das erste Mal von dem Interesse von Bayern München erzählt hat, war ich gleich Feuer und Flamme. Für mich hat gleich das Gefühl gestimmt, als Bayern mir den Plan mit mir vorgestellt hat. Ich habe mich darin mehr wiedergefunden als jeder andere. Für mich war es der richtige Verein zur richtigen Zeit."

Ein Spieler der Marke Weltklasse fällt natürlich auch den Verantwortlichen an der Säbener Straße auf. Wenn man der Berateragentur des senegalesischen Nationalspielers Glauben schenkt, gab es vor Manes Wechsel vom FC Southampton zum FC Liverpool (2016) vonseiten der Münchener schon einmal eine Kontaktaufnahme. Das erste direkte, sportliche Aufeinandertreffen fand 2014 im Rahmen eines Testspiels zwischen seinem damaligen Club dem FC Salzburg und Bayern statt. Mane spielte beim 3:0 groß auf, erzielte dabei einen Treffer selbst.

Umweg über die Premier League

Auch wenn Mane bei rund anderthalb Stunden Autofahrt von München nach Salzburg quasi vor der Tür kickte, blieb es scheinbar bei losen Annäherungsversuchen beider Parteien. Stattdessen wechselte der heute 30-Jährige im Sommer 2016 zu Southampton in die englische Premier League. Dort erzielte er in der Saison 2014/2015 unter anderem den schnellsten Hattrick der Liga-Geschichte mit zwei Minuten und 56 Sekunden beim 6:1 gegen Aston Villa. Ziemlich schnell streckte Liverpool die Fühler aus und nahm Mane 2016 unter Vertrag. Die Bilanz nach 269 Spielen für die Reds: 120 Tore und 40 Vorlagen.

Der offizielle Transfermarkt

Mane war in den vergangenen sechs Jahren aus dem klopp'schen System nicht wegzudenken, wenngleich er seine Flexibilität unter Beweis stellen musste. Zu Beginn agierte er im von Klopp bevorzugten 4-3-3-System als rechter Außenbahnspieler. Seine eigentliche Lieblingsposition des Linksaußen musste er zunächst Philippe Coutinho überlassen. Als Mohamed Salah 2017 zu den Reds wechselte und sich ein Jahr später Coutinho zum FC Barcelona verabschiedete, durfte Mane vermehrt auf seiner angestammten Position ran.

Links, mittig oder rechts: Mane erfolgreich im wechselnden Sturmtrio

In den darauffolgenden drei Jahren von 2018 an setzte Klopp vornehmlich auf die fast schon magische Sturm-Dreierreihe um Mane, Roberto Firmino und Salah. Es war unter anderem der Harmonie der Drei zu verdanken, dass die Reds 2018/19 den Champions-League-Titel einfuhren. Als neue Nummer zehn steuerte Mane in diesem Jahr in 50 Spielen 26 Tore bei. Ein Jahr später holten Mane & Co. die englische Meisterschaft - erstmals seit 30 Jahren - und die FIFA Club-WM.

Der Sommerfahrplan

Der Senegalese blieb bis zuletzt ein Teil dieses Angriffstrios, in welchem er jedoch seit Herbst 2020 erst mit Diogo Jota und seit Winter 2022 zusätzlich mit Luis Diaz einen weiteren Sturmkollegen anstelle von Firmino, der des Öfteren von der Bank kam, vorfand. Flankiert von Salah und Jota/Diaz ging Mane in der abgelaufenen Saison 2021/22 oftmals im Sturmzentrum auf Torejagd, markierte dabei in 51 Pflichtspielen 23 Treffer und bereitete fünf vor.

Im Zentrum des Sturmtrios um Mohamed Salah und Luis Diaz: Sadio Mane beim Champions-League-Finale gegen Real Madrid - IMAGO/Gonzales Photo/Tommaso Fimiano/IMAGO/Gonzales Photo

Glorreiche Zeit mit Liverpool - neue Herausforderung bei Bayern

Mane und Liverpool - eine einzige Erfolgsgeschichte, die fast durch einen Wechsel zu Manchester United torpediert worden wäre. "Ich hatte den Vertrag. Alles war geklärt, alles war bereit. Aber dann dachte ich, nein, ich will zu Liverpool gehen. Ich wollte dem Projekt von Klopp angehören", schilderte Mane dem Telegraph rückblickend auf den Sommer 2016. Beim Blick auf die Trophäen, die der 1,75 Meter große Stürmer mit dem LFC einheimste, eine kluge Entscheidung. Neben den bisher genannten Titeln gewann er mit den Reds 2019 den UEFA Super Cup sowie in dieser Saison den Carabao Cup und FA Cup. 2019 wurde ihm für 22 Tore in der Premier League neben Salah und Pierre-Emerick Aubameyang der "Golden Boot" verliehen.

Nach sechs Jahren Liverpool ist für Mane nun die Zeit gekommen, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Nachdem er die Münchner 2014 im Testspiel und im Februar 2019 im Champions-League-Achtelfinale bei seinem Doppelpack im Rückspiel ärgerte, will er ab sofort für den FCB netzen.

Liverpools Cheftrainer Jürgen Klopp umarmt Bayerns Neuzugang Sadio Mane nach dem Gewinn des FA Cups - IMAGO/Nigel Keene/IMAGO/Pro Sports Images

Heimlicher Aufbruch in den Profifußball

Der Afrika-Cup-Sieger von 2022 ist nicht nur torgefährlich, schnell, variabel einsetzbar und robust, sondern auch mental gefestigt. Im Heimatdorf Bambali groß geworden, hat er für seinen Traum Profifußball einiges auf sich genommen: "Ich bin mit zehn anderen Personen im Haus aufgewachsen, niemand wollte, dass ich Fußballer werde. Mit 15 Jahren habe ich mir von jemandem, der wie mein Vater war, Geld geliehen und bin nach Dakar aufgebrochen. Ich habe mit niemandem gesprochen. Für eine Woche wusste niemand, wo ich war." An Einsatz hat es der "Maschine" Mane also noch nie gemangelt. Bayern kann sich auf einen Spieler allererster Güteklasse freuen.