Zeigte zuletzt eindrucksvoll seine Qualitäten: Joshua Zirkzee - © DFL Deutsche Fußball Liga
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Joshua Zirkzee nutzt seine Chance beim FC Bayern München

Während in der Bundesliga aktuell der Spielbetrieb ruht, richten wir den Fokus auf einen Durchstarter pro Club - hier Joshua Zirkzee vom FC Bayern München. Sein Start in der Bundesliga hätte für ihn und den FCB kaum besser laufen können: In seinen ersten fünf Spielen erzielte der 18 Jahre alte Niederländer bereits drei Treffer. bundesliga.de stellt den Offensivspieler vor, der weit mehr als nur ein Back-up für den zuletzt verletzten Robert Lewandowski ist.

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Joshua Zirkzee reagiert und antizipiert blitzschnell: Joshua Kimmich verpasst die Hereingabe von Serge Gnabry am ersten Pfosten knapp, der Ball rollt weiter in Richtung des Niederländers. Im Rücken nimmt er seinen Gegenspieler Sebastian Rudy wahr, setzt seinen wuchtigen Körper erst gut ein und verzögert dann seine Schussbewegung, schließt nicht schnell auf das kurze Eck ab. Dadurch verlädt der 18 Jahre alte Offensivspieler des FC Bayern München seinen Gegenspieler Rudy, der folgende Abschluss mit seinem schwächeren linken Fuß landet flach in der rechten Torecke.

Das 3:0 für die Bayern bei der TSG 1899 Hoffenheim in der 39. Spielminute war bereits das dritte Bundesliga-Tor für Joshua Zirkzee - in seinem erst vierten Bundesliga-Spiel. Für diese drei Treffer benötigte der 18 Jahre Niederländer nur 26 Spielminuten! Einzig Erling Haaland von Borussia Dortmund erzielte seine ersten drei Tore in der Bundesliga schneller, er benötigte nur 23 Minuten für dieses Kunststück.

Drei Tore mit den ersten drei Schüssen

Seine ersten beiden Tore für die Bayern machte der Niederländer gegen den Sport-Club Freiburg und den VfL Wolfsburg. Diese beiden Treffer erzielte der 18 Jahre alte Offensiv-Allrounder - in der zweiten Mannschaft des FCB agiert er oft als hängende Spitze, Zehner und Rechtsaußen um Mittelstürmer Kwasi Okyere Wriedt herum - jeweils mit seiner ersten Ballberührung! Zudem bedeuteten diese beiden Treffer jeweils die wichtige Führung für den Rekordmeister in diesen Spielen.

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Gegen Hoffenheim am 24. Spieltag gab der Niederländer sein Startelf-Debüt für Bayern München. Das 3:0 gegen die Kraichgauer war sein dritter Torschuss in der Bundesliga - alle drei waren demnach drin. Zudem leitete er das 1:0 von Gnabry ein, spielte den vorletzten Pass, als er Thomas Müller vor dessen Torvorlage links in die Tiefe schickte.

Zirkzee organisiert Probetraining bei Bayern selbst

Zirkzee ist am 22. Mai 2001 in Schiedam, das im Osten direkt an Rotterdam grenzt, geboren - exakt einen Tag vor dem Champions-League-Sieg der Bayern in Mailand, als der FC Valencia bezwungen wurde. Die namhaftesten Clubs, für die er bereits in seinen jungen Jahren gekickt hat, sind ADO Den Haag und Feyenoord Rotterdam, wo heute noch sein 14 Jahre alter Bruder Jordan stürmt.

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Obwohl auch die niederländischen Teams für eine exzellente Ausbildung stehen, wollte Zirkzee unbedingt zum FC Bayern: Er ergriff selbst die Initiative und fragte nach einem Probetraining in München. "Ich habe dann selbst gesagt: 'Lasst mich dreimal mittrainieren und beurteilt danach, ob ich gut genug bin'", sagte die Nummer 35 des FCB dem niederländischen Sport-Magazin Voetbal International. Nach einer Einheit bei Bayerns U17, stieg er für das zweite Probetraining direkt zur U19 auf. "Nach dem Training war eigentlich schon klar, dass ich zu Bayern gehen würde", sagte Zirkzee.

Fleißig gegen den Ball, präzise im Abschluss

Der Niederländer bringt viel mit: Er ist groß (1,93 Meter), kann mit seinem Körper den Ball gut abschirmen, zudem beweist er immer wieder Übersicht und setzt seine Nebenleute gut ein - wie vor dem 1:0 gegen Hoffenheim. Ebenfalls stark: sein Fleiß gegen den Ball, seine Ruhe und Präzision im Torabschluss und außerdem - eher untypisch für einen Spieler seiner Größe - beweist er in der 3. Liga auch immer wieder, dass er einige gute Finten und Dribblings drauf hat. Zuletzt, da Robert Lewandowski verletzt ausfiel, konnte der Jungspund dies alles auch in der Bundesliga unter Beweis stellen. Er durfte zeigen, dass er mehr als nur ein Back-up für Lewandowski ist

Das er dies sein kann, glaubt Ruud Gullit, der mit den Niederlanden 1988 Europameister wurde und 1987 zum Weltfußballer gewählt wurde: "Lewandowski ist aktuell der beste Stürmer der Welt. Es wird schwer, ihn eines Tages zu ersetzen, aber mit Joshua hat der FC Bayern schon mal jemanden für die Zukunft", sagte Gullit der Münchner tz. Für Gullit ist Zirkzee "ein echter Diamant", der "seinen ersten Kontakt, die Ballannahme, noch verbessern" muss.

Joshua Zirkzee schaut sich viel von Robert Lewandowski ab - imago

Von Lewandowski lernen und dann durchstarten

Doch das traut Gullit seinem jungen Landsmann, der in der niederländischen U19-Nationalmannschaft in neun Länderspielen acht Tore erzielt hat, durchaus zu. "Joshua kann eine Menge von Lewandowski lernen. Er sieht jeden Tag im Training, wie es geht." Zirkzee ist vom Polen beeindruckt, sagte Voetbal International, was er sich alles vom Mitspieler abschaut: "Seine Laufwege bei Flanken zum Beispiel. Oder wie er sich zwischen die Linien fallen lässt. Sein Timing, wie er den Ball abschirmt, seine Sprints Richtung Tor."

Der junge Niederländer selbst ist äußerst ehrgeizig, wie es sich für einen Spieler beim Rekordmeister auch gehört: "Ich bin nach München gegangen, um DER Stürmer von Bayern zu werden." Zirkzee will beim FC Bayern also selbstbewusst seine Chance als Stürmer der Zukunft nutzen.

Patrick Dirrigl