
Max Eberl über Harry Kane und den Ballon d'Or: "Für mich gibt es keinen anderen Kandidaten"
Die Bayern befinden sich bereits wieder im Flow. Ungeschlagen in Liga und Pokal, den ersten Titel eingefahren, in der Champions League geht es nun auch wieder los. Nun äußerte sich Sportvorstand Max Eberl über die Personalien Harry Kane, Michael Olise und die Aussichten auf Erfolge.
Neben der hohen individuellen technischen Qualität ist sicherlich die Geschwindigkeit der einzelnen Protagonisten des FC Bayern München ein Garant für den Erfolg des Rekordmeisters – auf dem Platz. Hinter den Kulissen scheint es, von außen betrachtet, gemächlicher zuzugehen – zumindest was die eine oder andere Vertragssituation angeht. Zu gerne würden die Anhänger des FCB von einem Status-Update der Starspieler erfahren.
Vor allem die Vertragssituation von Harry Kane interessiert die Fans brennend. Das Arbeitspapier läuft im kommenden Sommer aus. Ganz München wünscht sich wohl den Verbleib des Kapitäns der "Three Lions". Ganz München? Das beinhaltet auch die Verantwortlichen an der Säbener Straße, die sich um eine Vertragsverlängerung mühen und weiterhin guter Dinge sind.
"Dass Harry sich in München, im Verein und in der Mannschaft wohlfühlt, spürt und sieht man", sagte nun Bayerns Sportvorstand Max Eberl bei der "Sport Bild". "Ich wüsste nicht, was gegen eine Vertragsverlängerung sprechen würde."

Max Eberl sieht Harry Kane als Gewinner des Ballon d'Or
Zuversichtlich hatte sich der Torjäger ebenfalls geäußert. "Die Gespräche sind positiv – so weit, so gut. In den nächsten paar Wochen werden wir weitersprechen und dann sehen wir, was passiert", sagte Kane Ende August der "Bild". Zuversicht ist das eine, Klarheit das andere. Und die haben Vereins-Verantwortliche und Kaderplaner bekanntlich gerne recht früh. Doch ein konkretes Zeitfenster gibt es nicht. "Wir wollen es keine endlose Geschichte werden lassen, das wird es auch nicht", so Eberl weiter.
Für Kane steht aktuell ohnehin noch ein anderes mögliches Highlight an. Der Stürmer rechnet sich wieder einmal Chancen auf den Ballon d'Or aus. Die Liste ist lang, die Konkurrenz mit zahlreichen internationalen Titelträgern groß. "Ich habe hautnah miterlebt, wie Harry die vergangenen zwei Jahre agiert und performt hat", so der Sportvorstand. "Er hat Rekorde gebrochen und ist eine Top-Persönlichkeit. Für mich gibt es keinen anderen Kandidaten außer Harry."

Wie geht es weiter mit Michael Olise?
Ebenfalls auf der Liste: Michael Olise. Im Sommer mussten sich die FCB-Bosse mit Gerüchten um den Offensivspieler beschäftigen. Demnach hätte Real Madrid ein gesteigertes Interesse an dem Franzosen gehabt. Eberl räumte nun mit Spekulationen um einen möglichen Kontakt im Sommer auf. Olise habe ihm nur ein Foto mit Manu Koné geschickt. "Danach habe ich Michael gefragt, ob er kommende Saison die Rückennummer 11 haben möchte. Er wollte aber die 17 behalten. Das war mein Kontakt mit Michael, von daher war immer alles in Ordnung", so Eberl.
Eberl betonte auch, dass die Bayern sich in der komfortablen Situation befänden, dass sie bei keiner Summe für die eigenen Stars schwach werden müssten. "Man wird sich auf jeden Fall zu gegebener Zeit hinsetzen und darüber reden, wie es weitergeht. Er hat noch einen Dreijahresvertrag – ich betone: ohne Ausstiegsklausel", so Eberl weiter. "Ich sage es mal so: Wir sollten bis zum nächsten Sommer wissen, ob es eine Tendenz zur Verlängerung von seiner Seite aus gibt oder nicht."
"Wir wollen ins Finale"
Es wirkt fast so, als wolle sich der Sportvorstand von keinem Nebenschauplatz aus der Ruhe bringen lassen. Die Bayern haben auch in dieser Saison wieder viel vor – in der Champions League. "Wir wollen ins Finale und es im besten Fall auch gewinnen. Dafür werden wir alles tun", sagte Eberl. "Die Qualitätsunterschiede zwischen Mannschaften wie Real Madrid, Barcelona, Paris Saint-Germain, Manchester City, Liverpool, Arsenal oder Bayern München sind sehr gering. In diesen Spielen kommt es auf Kleinigkeiten an."
Natürlich aber auch auf den Kader. Und da sieht der Sportvorstand schon eine Entwicklung. "Wir sind jünger und flexibler geworden, haben auch von der Schnelligkeit, Kreativität und Flexibilität her zugelegt", meint der Sportvorstand. Mit Nathaniel Brown, Ismael Saibari und Bara Sapoko Ndiaye haben die Bayern drei Spieler unter Vertrag genommen.
"Etwas mit Weitblick"
Dennoch werden bei anderen Clubs bekanntlich andere Summen für Transfers gezahlt. "Wenn wir wollen und davon überzeugt sind, ist der FC Bayern in der Lage, auch große Transfers zu tätigen. Wir wollen so etwas aber mit Weitblick machen", sagte Eberl. "Unsere Strategie war in den vergangenen Jahren, dass wir Spieler haben wollen, die uns die Möglichkeit geben, die Champions League, die deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal zu gewinnen."
Und ganz so verkehrt scheint die Strategie ja nicht zu sein.