
Der dankbare "Assi": Perfektes Wagner-Debüt beim FC Augsburg
Der Spieler Sandro Wagner hat nach eigenen Angaben immer dann besonders gut funktioniert, wenn er einen Trainer hatte, der ihn verstand und respektierte. "Einen Schlüssel zum Spieler haben", nannte dies der neue FCA-Coach im Sommer. Dementsprechend sieht er dies auch als eine seine wichtigsten Aufgaben als Coach. Und es scheint, als hätte er zu vielen seiner Akteure schon den richtigen Zugang gefunden.
Es war vielleicht DIE Szene, die sinnbildlich für den Augsburger Auftaktsieg in Freiburg war: Nach einem missglückten Freiburger Standard schnappte sich Marius Wolf tief in der eigenen Hälfte den Ball und war dann einfach nicht mehr einzufangen. Da kam selbst der pfeilschnelle Eren Dinkçi nicht hinterher.
Leidenschaftlich angefeuert auf seinem 75 Meter-Sprint zum zwischenzeitlichen 3:0 wurde Wolf von Sandro Wagner an der Außenlinie. Es wirkte fast, als wäre der 30-Jährige vom puren Willen seines Trainers beflügelt gewesen.
Generell war der Sieg der Fuggerstädter eine Leistung des Willens. Die statistischen Daten sprachen größtenteils für den Sport-Club: 60:40 Prozent Ballbesitz, 18:14 Torschüsse und vor allem 3,04:1,22 xGoals - aber am Ende jubelte Wagner mit seinen Jungs. Wie seine Spieler ließ auch der Coach keine Sekunde nach und handelte sich in der Nachspielzeit noch seine erste Gelbe Karte als Bundesliga-Trainer ein, weil er mit der Verwarnung von Elvis Rexhbecaj nicht einverstanden war.
Wagner ist vielseitig
In der Schlussphase kam so ein wenig die "Assi"-Seite von Sandro Wagner zum Vorschein, die der Trainer im Podcast "Phrasenmäher" offen ansprach. "Ich kann mit einem CEO eines großen Unternehmens genauso wie mit den Assis von der Straße, weil ich selbst ein Assi war und Assi bin irgendwie", so Wagner.
Nach dem Spiel präsentierte sich der 37-Jährige dann schon wieder ganz entspannt und gelöst: "Ich liebe die Bundesliga und bin sehr dankbar, ein kleiner Teil davon sein zu dürfen."
In der nächsten Woche wird die Aufmerksamkeit dann noch einen Tick größer sein, denn dann reist der FC Bayern München nach Augsburg. Sicherlich werden die statistischen Daten wieder eher für den Gegner sprechen, aber Wagner versicherte im Hinblick auf das Treffen mit seinem Ex-Club: "Dafür werden wir uns etwas zurechtlegen."

