Vor einem Jahr übernahm Jürgen Klopp als Cheftrainer die Mannschaft von Borussia Dortmund.

Im Gespräch mit Borussia online zieht er die Bilanz seiner ersten Saison, erzählt, was ihm die "Gelbe Wand" bedeutet, warum Fans träumen dürfen und weshalb er nicht immer ein angenehmer Zeitgenosse ist.

Frage: Als Sie vor einem Jahr zum BVB kamen, haben Sie Fußball, der Spaß macht, versprochen, der Begeisterung weckt, und dass sich die Fans schon bei Abpfiff eines Spiels aufs nächste freuen sollen. Das alles ist eingetreten. Auf was dürfen die BVB-Fans in der kommenden Saison setzen?

Jürgen Klopp: Ganz sicher auf eine Mannschaft, die zu einer Einheit gewachsen ist, der man Vertrauen schenken darf, die total engagiert ist, die vom ersten Tag an alles raushaut und die in der Lage ist, an bestimmten Tagen jeden Gegner zu schlagen. Oder der man zumindest anmerkt, dass sie sich mit jeder Faser ihres Körpers darum bemüht. Unsere Fans sollen wieder große emotionale Momente im Stadion erleben. Wir haben eine Basis geschaffen, auf der wir aufbauen können und werden.

Frage: Gibt es neue Gesichter in der neuen Saison?

Klopp: Mit Markus Feulner und Kevin Großkreutz stehen zwei Neuzugänge fest. Mehr ist im Moment nicht konkret. Der BVB hat bekanntlich schwierige finanzielle Jahre hinter sich, hat immer noch an Altlasten zu tragen, die sich hemmend auf Investitionen auswirken. Niemand, der beim BVB Verantwortung trägt, wird unkalkulierbare Risiken eingehen. Aber ein neues Gesicht kann auch ein Spieler sein, der sich weiter entwickelt, und zwar so sehr, dass man ihn kaum noch wieder erkennt.

Frage: Aber träumen dürfen wir?

Klopp: Unsere Fans dürfen nicht nur, sie sollen sogar von neuen Siegen träumen, aber nicht von Millionen-Ausgaben. Ich träume nicht, weil ich weiß, was machbar ist. Aber ich sage noch einmal ganz deutlich: Ich habe volles Vertrauen in meine Mannschaft, die phantastische junge Spieler und mit Sebastian Kehl einen überragenden Kapitän hat. Meine Jungs wissen, dass sie zu einem großartigen Verein gehören, dass es eine Ehre ist, für den BVB zu spielen. Und ihre Entwicklung wird weitergehen. Noch hat kein Spieler sein Potenzial gänzlich ausgereizt. Wir sind uns allerdings vollkommen im Klaren darüber, dass Weiterentwicklung nur über harte Arbeit funktioniert. Aber genau das fordere ich von uns allen, und zwar jeden Tag.

Frage: Was ist Ihr ganz persönliches Fazit nach einem Jahr BVB?

Klopp: Ich bin begeistert von diesem Verein und von den Menschen, die ich in Dortmund kennen gelernt habe. Mit Dr. Rauball, Aki Watzke und Michael Zorc habe ich ein überragendes Verhältnis. Alle anderen Verantwortlichen und Mitarbeiter habe ich als totale BVB-Fans kennen gelernt, die für ihren Club alles geben. Und unsere Fans sind einzigartig. Schon als Mainzer Trainer habe ich staunend im Signal Iduna Park vor der Gelben Wand gestanden. Aber alles ist dreimal so schön, wenn diese Wand zu dir gehört.

Das vollständige Interview finden Sie auf der Webseite von Borussia Dortmund.