Freie Sicht aufs Spielfeld: Seit ihrer Eröffnung vor nunmehr achteinhalb Jahren konnte die VELTINS-Arena auf Schalke diesen besonderen Service auf allen vier Tribünen des Stadions garantieren.

Ein Privileg, welches indes auch häufig bedroht war, weil es von Zeit zu Zeit immer wieder Würfe von Gegenständen aufs Spielfeld gegeben hat. Die jüngsten Ereignisse dieser Art führen nun beim Heimspiel gegen den Hamburger SV dazu, dass dieses Sonderrecht Einschränkungen erfährt.

Konsequenzen aus Fehlverhalten

Bei der Partie gegen die Hanseaten wird erstmals ein Fangnetz vor der Nordkurve hängen. Diese Maßnahme des Vereins ist die Konsequenz eines Verfahrens gegen die "Knappen", welches der Deutsche Fußball-Bund (DFB) aufgrund der Vorkommnisse beim Spiel gegen den 1. FC Köln einleitete. Dort waren wiederholt Gegenstände aus der Nordkurve aufs Spielfeld geflogen. Ähnliche Vorgänge waren ebenso bei den Auswärtsspielen in Bochum und Wolfsburg zu beobachten.

Es ist nicht das erste Verfahren dieser Art, dem sich Schalke 04 stellen muss. Bereits im Oktober 2001 verfassten die großen Schalker Fanorganisationen ein erstes Flugblatt, das eindringlich davor warnte, besagte freie Sicht durch das Werfen von Gegenständen zu gefährden. Diesem Appell folgten in regelmäßigen Abständen weitere Aufrufe, die für eine gewisse Zeit Wirkung zeigten, um schließlich wieder in Vergessenheit zu geraten.

Bei der WM bewährt

Auffällig war, dass die Würfe aufs Spielfeld fast ausschließlich aus der Nordkurve kamen. Daher hat sich der FC Schalke 04 entschlossen, auch allein dort ein Fangnetz anzubringen. So haben nun in dieser Woche drei Höhenkletterer in rund 40 Metern Höhe an Schellen, Verbindungsösen und Karabinerhaken ein Netz befestigt, welches bereits bei der Weltmeisterschaft 2006 in der VELTINS-Arena im Einsatz war.

Dessen Maschen sind gemäß den Vorschriften fünf mal fünf Zentimeter groß, seine Farbe schwarz - erfahrungsgemäß der Farbton, bei dem es die geringste Sichteinschränkung gibt. Von den Besuchern der WM 2006 wurden die Netze übrigens nicht als störend wahrgenommen.

Wie lange die Netze bleiben, steht derzeit noch nicht fest. Dies hängt entscheidend vom Verhalten der Anhänger ab. In den kommenden Monaten wird man auf Schalke in jedem Fall sorgfältig registrieren, wie viele "unerwünschte fliegende Objekte" in den Maschen hinter dem Tor landen