München - Für fünf Bundesligisten ist am Samstag um 15:30 Uhr die Sommerpause offiziell beendet: Leverkusen, der HSV, Kaiserslautern, Bremen und Nürnberg steigen dann in den DFB-Pokal ein. bundesliga.de hat die letzten Informationen vor den Spielen (ab 15:15 Uhr im Live-Ticker).

SG Dynamo Dresden - Bayer 04 Leverkusen

Vor dem Duell des Bundesligisten beim Zweitliga-Aufsteiger beantwortete Bayer-Coach Robin Dutt auf der Pressekonferenz gleich die wichtigste personelle Frage - nämlich die nach dem Ersatz des verletzten Keepers Rene Adler: "David Yelldell wird gegen Dresden im Tor stehen", so der Cheftrainer.

Neben Adler fehlt am Samstag nur noch Abwehrspieler Bastian Oczipka, der an einer Knöchelverletzung laboriert. Dutt warnt davor, die Dresdner zu unterschätzen. "In jedem Jahr erwischt es einen Bundesligisten in der ersten Pokalrunde gegen einen unterklassigen Gegner. Das wird auch dieses Jahr so sein. Unsere Aufgabe ist es, dass nicht wir es sind. Denn Pokalpartien sind Spiele der Einmaligkeit."

Außerdem, so Dutt, gebe es einfachere Gegner als die Mannschaft von Dynamo-Trainer Ralf Loose. "Dresden verfügt über viele erfahrene Spieler wie beispielsweise Filip Trojan oder Christian Fiel." Ein besonderes Spiel ist es für die Familie Kirsten: Vater Ulf ist Trainer der zweiten Bayer-Elf in der Regionalliga, Sohn Benjamin ist Stammkeeper bei Dynamo - allerdings muss er verletzungsbedingt passen. Da auch Dennis Eilhoff an einer Fingerverletzung laboriert, dürfte der dritte Keeper Axel Mittag zum Einsatz kommen.


VfB Oldenburg - Hamburger SV

Im Vorfeld bestätigte sich die seit längerem andeutende Tendenz, dass im Mittelfeld wohl David Jarolim und Gojko Kacar die beiden 6er-Positionen übernehmen werden. Für die Offensive plant HSV-Coach Michael Oenning mit Neuzugang Gökhan Töre, der voraussichtlich den Vorzug vor Änis Ben-Hatira erhält.

Die Angst, der HSV könnte den Gegner aus Oldenburg unterschätzen, hat der HSV-Coach nicht. "Ich glaube einfach, dass die Jungs Bock darauf haben, das Spiel zu spielen", so Oenning, der auch bei einem Gegner aus der 5. Liga nichts dem Zufall überlässt. "Natürlich haben wir uns mit dem Gegner beschäftigt, aber wir sind der klare Favorit und müssen gewinnen", bekräftigte der Chef-Trainer.


1. FC Heidenheim - SV Werder Bremen

Schon vor dem ersten Auftritt im Pokal gibt Werder-Coach Thomas Schaaf ein ambitioniertes Ziel aus: "Wir wollen wieder nach Berlin. Wir sind an diesem Wettbewerb immer stark interessiert. Im Finale in Berlin zu stehen ist immer wichtig, immer besonders. Und wir sind immer traurig, wenn wir nicht dabei sein können."

Dabei ist zunächst einmal der Gegner aus Heidenheim nicht zu unterschätzen, denn der Start in den Ligabetrieb ist den Württembergern gut gelungen. Beim 2:1-Heimerfolg über Kickers Offenbach konnten die ersten drei Punkte bejubelt werden. Ein überraschender Erfolg über einen der Mitaufstiegsfavoriten, der als Warnschuss für die Bremer gilt: "Sie haben ihr Pflichtspiel gewonnen. Nach einem Rückstand gegen Offenbach haben sie die Partie noch gedreht und sich gut präsentiert. Sie werden uns sicher mit Selbstvertrauen in Heidenheim empfangen", so Schaaf.

Dennoch ist die Lage vor der Partie für die Werder-Profis eindeutig. "Als Bundesligist ist die Ausgangssituation klar, wir wollen eine Runde weiterkommen", sagte Cheftrainer Schaaf, der sich und sein Team gut vorbereitet sieht: "Wir verfügen natürlich über Erkenntnisse aufgrund der Heidenheim-Duelle unserer U 23 in der 3. Liga. Doch auch wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und sie mehrfach beobachten lassen. Sie haben gegen gute Gegner gespielt, konnten sich da beweisen und sind manchmal nur knapp an einem besseren Ergebnis vorbeigeschrammt."

Gute Nachrichten für Schaaf: Sowohl Wesley (Sprunggelenk) als auch Ekici (Adduktoren) haben ihre Blessuren überstanden und sind dabei. Im Sturm erhält Thy wohl den Vorzug vor Arnautovic.


Berliner FC Dynamo - 1. FC Kaiserslautern

Im Gegensatz zu den letzten Jahren, als die Lauterer zum Pokalauftakt nach Jena, Braunschweig und Osnabrück mussten, scheint die Aufgabe beim BFC Dynamo zumindest von der Papierform her etwas einfacher. Der zehnmalige Meister der DDR spielt seit Jahren in der Oberliga, konnte sich durch den Gewinn des Berliner Landespokals aber erstmals seit der Saison 1999/2000 wieder für den DFB-Pokal qualifizieren. Den bekanntesten Namen bei den Hauptstädtern findet man demnach auch nicht im Kader, sondern auf der Trainerbank. Dort führt Heiko Bonan, langjähriger Bundesligaprofi beim VfL Bochum und beim Karlsruher SC, seit März 2010 das Kommando.

FCK-Cheftrainer Marco Kurz blickt voller Vorfreude auf die erste Runde im DFB-Pokal: "Nach Wochen des harten Trainings, sind wir froh und dankbar, dass es endlich wieder los geht. Natürlich wollen wir das vergangene Wahnsinnsjahr wiederholen", so Kurz, der viel Gutes über die Neuzugänge im Team berichtete und deutlich machte, dass man trotz der erfolgreichen letzten Saison am Betzenberg auf keinen Fall abzuheben droht. Als wichtigsten Baustein für den Erfolg sieht er auch in dieser Saison den Zusammenhalt als Kollektiv.

Kurz kann gegen Berlin auf seine bewährte Abwehrformation zurückgreifen. Rodnei ist wieder fit und bildet wohl wieder mit Mathias Abel das Innenverteidigerduo.


Arminia Bielefeld - 1. FC Nürnberg

"Club"-Sport-Vorstand Martin Bader machte sich bereits nach der Auslosung keine Illusionen: "Das wird eine schwierige Aufgabe. Wir nehmen das Los sehr ernst und werden uns in der Vorbereitung intensiv mit Bielefeld beschäftigen." Das ist mittlerweile geschehen - und Trainer Dieter Hecking schlägt in die gleiche Kerbe: "Es bedarf am Samstag einer konzentrierten Leistung, um unser Ziel, die zweite Runde, erreichen zu können." Personell ist der FCN gut aufgestellt. Hecking muss lediglich auf Mike Frantz und Per Nilsson verzichten.

So kommt es im Kader zu einer echten Konkurrenzsituation. "Wir können aus dem Vollen schöpfen. Nur Nuancen entscheiden, wer am Samstag im Kader ist und wer nicht. Das kann beim Spiel gegen Berlin aber schon wieder ganz anders aussehen und ich bin gespannt, wie die Spieler mit der erhöhten Konkurrenz umgehen werden", berichtete der Trainer.

Die Arminia verlor ihren Saisonauftakt in der 3. Liga gegen den VfB Stuttgart II am vergangenen Wochenende mit 1:2.