Köln - Die Bundesliga-Fans dürfen sich freuen. Denn die drei besten Nachwuchsspieler Europas spielen in der kommenden Saison in der Bundesliga. Die Uefa hat nach dem EM-Triumph von Portugal Renato Sanches als besten jungen Spieler der EM ausgezeichnet. Sein künftiger Teamkollege beim FC Bayern München, Kingsley Coman, und Raphael Guerreiro, Neuzugang von Borussia Dortmund, landeten bei der Uefa-Wahl auf den Plätzen zwei und drei als beste Spieler unter 23 Jahren.

Renato Sanches hat bei dieser EM Geschichte geschrieben. Nach seinen drei Kurzeinsätzen stand der 18-Jährige im Viertelfinale gegen Polen erstmals in der Startformation Portugals und erzielte prompt den Ausgleich. Er wurde damit zum jüngsten Torschützen in einem K.o.Spiel bei einer EM. Im Finale gegen Frankreich war er dann der jüngste Spieler, der je bei einer Euro im Finale gespielt hat - und ist nun mit 18 Jahren und 327 Tagen der jüngste Europameister der Historie.

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Ancelotti über Sanches: "Ein Phänomen"

Der junge Mann aus Lissabon hat in Frankreich wahrhaft Großes geleistet. Dabei hätte er vom Alter her auch bei der am Montag gestarteten U19-EM starten können. Stattdessen begeisterte er ein Millionen-Publikum weltweit mit seinen starken Auftritten in Paris und Marseille. Als Antreiber im Mittelfeld hatte der neue Mann der Bayern großen Anteil am historischen Triumph Portugals, nicht zuletzt durch seinen so wichtigen Ausgleichstreffer gegen die Polen - gegen die er im Elfmeterschießen auch vom Punkt die Nerven behielt.

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Am Ende durfte der Mann mit den Rasta-Locken den EM-Pokal in die Höhe halten und jubeln. "Das war die bestmögliche Antwort an alle, die nicht an uns geglaubt haben", sagte der Teenager und forderte die Fans in der Heimat auf: "An alle Portugiesen: Feiert!" Das möchte er in Zukunft auch mit den Bayern. Dort jubelten die Macher schon bei der Verkündung des Wechsels von Benfica Lissabon, bezeichneten Sanches als "dynamischen, zweikampfstarken und technisch versierten Mittelfeldspieler, der unsere Mannschaft weiter verstärken wird". Den Beweis dafür lieferte Sanches bei der EM. So sehr, dass Neu-Bayern-Coach Carlo Ancelotti den jungen Mittelfeldspieler wegen seiner Auftritte in Frankreich gegenüber italienischen Medien sogar als "Phänomen" bezeichnete.

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Coman mit starken Dribblings

Die Bayern haben damit künftig zwei der drei besten Nachwuchskräfte der EM in ihren Reihen. In Paris noch Gegner, werden Sanches und Kingley Coman schon bald gemeinsam auf Erfolgsjagd gehen. Auch der 20-jährige Flügelflitzer hat eine starke Europameisterschaft gespielt. In sechs der sieben EM-Spiele der Franzosen wurde Coman eingesetzt, einzig im Halbfinale gegen Deutschland blieb er auf der Bank. Mit seinen starken Dribblings und Flanken sorgte Coman immer wieder für viel Gefahr vor den gegnerischen Toren und war eine große Bereicherung selbst der überragenden Offensive der Franzosen. Dass er bei den Bayern auch auf höchstem Niveau voll mithalten kann, hat Coman in der vergangenen Saison ja schon hinlänglich bewiesen.

Der beste Außenverteidiger der EM

Einen frisch gebackenen Europameister hat künftig auch die Dortmunder Borussia in ihren Reihen. Dabei war Raphael Guerreiro sicherlich eine der Überraschungen dieser EM. Der 22-Jährige, der bis Mai noch für den FC Lorient in Frankreich spielte, eroberte sich mit starken Leistungen seinen Stammplatz auf der linken Abwehrseiter in der portugiesischen Auswahl und machte fünf Spiele über die komplette Spielzeit, darunter das Halbfinale und das Endspiel, zwei Mal fehlte er angeschlagen. Mit seiner starken Flanke auf Cristiano Ronaldo leitete er das 1:0 gegen Wales in der Vorschlussrunde ein und führte Portugal so zum zweiten Mal in ein europäisches Endspiel.

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Mit seiner Schnelligkeit und seinem Offensivdrang sorgte Guerreiro immer wieder für Gefahr vor dem gegnerischen Tor, viele bezeichneten ihn als den besten Außenverteidiger des Turniers. BVB-Sportdirektor Michael Zorc hatte bei seiner Vorstellung in Dortmund noch gesagt: "Wir sind sehr froh, dass er sich für Borussia Dortmund entschieden hat." Die Freude dürfte heute noch größer sein.

Von Tobias Schild