Stuttgart - Er war der Mann des Spiels beim Stuttgarter 3:0-Erfolg gegen den Hamburger SV - und das obwohl er überhaupt nur unter Schmerzen spielen konnte.

Im Interview mit bundesliga.de spricht Cacau über seine Tore, über seinen Glauben und die Verletzung, die ihn seit Monaten so behindert.

bundesliga.de: Herr Cacau, wo liegen die Gründe für den doch überraschend klaren 3:0-Sieg gegen den Hamburger SV?

Cacau: Wir haben als Mannschaft einfach eine sehr gute Leistung gezeigt und über 90 Minuten zusammengehalten. Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir sehr stark gespielt, es da aber leider versäumt, höher in Führung zu gehen. Dann wäre uns sicher einiges noch leichter gefallen.

bundesliga.de: Der VfB hat jetzt sieben Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz - war der Sieg gegen den HSV schon die Rettung?

Cacau: Noch lange nicht. Wir wissen, wie schnell etwas noch ins Negative kippen kann, da war uns das Spiel gegen Kaiserslautern eine Lehre. Jetzt müssen wir auch in Hoffenheim wieder sehr konzentriert zu Werke gehen.

bundesliga.de: Sie haben selbst zwei Mal getroffen und das, nachdem Sie es in den letzten Wochen nicht immer einfach hatten. Immer unter Schmerzen auf dem Platz, es lief nicht besonders gut für Sie. Wie groß ist da jetzt die Erleichterung?

Cacau: Ich wusste, dass ich einen schwierigen Weg vor mir habe, weil ich eben diese Probleme mit den Leisten habe. Der Arzt und ich haben entschieden, die Operation erst nach der Saison zu machen und deswegen musste ich wirklich viel trainieren und mich sehr oft behandeln lassen, um am Samstag einigermaßen fit auf dem Platz stehen zu können. Klar war für mich aber immer, dass ich der Mannschaft helfen will - egal ob eine Halbzeit oder auch nur zehn Minuten. Jetzt ist die Freude natürlich groß.

bundesliga.de: Und die Genugtuung gegenüber Ihren Kritikern auch?

Cacau: Was heißt Genugtuung? Natürlich weiß ich, dass ich nicht hundertprozentig fit bin, aber auf der anderen Seite weiß ich auch, dass ich niemandem irgendetwas beweisen muss. Dennoch waren die beiden Tore natürlich etwas ganz Besonderes.

bundesliga.de: Auch weil die Osterfeiertage für Sie als gläubigen Menschen besonders bedeutsam sind?

Cacau: Ja, natürlich. Jesus ist an Ostern gestorben und auferstanden, da freue ich mich natürlich doppelt über meine Tore. Ich habe Gott sehr viel zu verdanken, deswegen denke ich in dieser Stunde besonders an ihn. Mein Dank gilt aber auch den Menschen, die zuletzt immer an meiner Seite standen. Insbesondere die Ärzte und Therapeuten waren mir eine große Stütze.

bundesliga.de: Wie genau muss man sich das mit Ihren Schmerzen vorstellen?

Cacau: Dazu kann ich nur so viel sagen: Wir tun wirklich alles, damit ich sie aushalten kann. Es ist eine Verletzung, die nicht schlimmer werden kann, nur deswegen stehe ich überhaupt noch auf dem Platz. Da muss man sich also keine Sorgen machen.

bundesliga.de: Eine Operation ist unvermeidbar?

Cacau: Ja, daran komme ich nicht vorbei. Wenn der Klassenerhalt feststeht, ist es soweit.

Das Gespräch führte Jens Fischer