Sportchef Dietmar Beiersdorfer zieht in einem ausführlichen Interview auf der Vereinsseite des Hamburger SV unter anderem eine Bilanz zur Hinrunde der Hanseaten.

Frage: Dietmar Beiersdorfer, hinter dem HSV liegt eine lange erste Hälfte der Saison 2008/09 mit insgesamt 25 Pflichtspielen. In der Bundesliga befindet sich der HSV nur zwei Punkte hinter dem Spitzenduo auf Platz vier, im DFB-Pokal steht man im Achtelfinale und im UEFA Cup wurde die Zwischenrunde erreicht. Stimmen Sie uns zu, wenn man von einer sehr erfolgreichen Hinrunde sprechen würde?

Dietmar Beiersdorfer: Auf alle Fälle. Ich glaube, es war vor allem ein sehr schöner Abschluss, vor fast ausverkauftem Haus gegen Aston Villa den Gruppensieg im UEFA Cup zu holen. Vor allem auch die Art und Weise, wie sich die Spieler präsentiert haben, nach einigen Wochen, in denen wir uns auch ein bisschen mit gegeißelt haben und nicht so gut gespielt haben.

Die vielen Spiele und die hohe Belastung, sowie die verletzungsbedingten Ausfälle in dieser Phase darf man dabei nicht unterschätzen. Es ist nicht immer leicht gewesen, das zu verkraften. Das hat die Mannschaft sehr gut gemacht und sehr erfolgreich Fußball gespielt. Gegen Aston Villa haben wir unseren vielen Zuschauern noch einmal gezeigt, dass durchaus Esprit und Kreativität vorhanden ist. Wir hatten einige sehr schöne Aktionen dabei, über die wir uns gefreut haben.

Frage: Wir müssen natürlich über die herausragenden Akteure der letzten Wochen, zumindest was die Tore betrifft, sprechen. Ivica Olic und Mladen Petric haben 13 der letzen 14 HSV-Tore geschossen. Da kann man schon von einer Serie sprechen.

Beiersdorfer: Das ist natürlich schon klasse, was die beiden zusammen geschafft haben. Sie haben ja auch schon vorher in der kroatischen Nationalmannschaft zusammen gespielt. Mladen ist erst kurz bei uns, hatte aber keine Eingewöhnungsschwierigkeiten und ist dazu ein Spieler mit einer hohen Akzeptanz in der Mannschaft, der die Dinge im Fußball richtig einordnen kann. Genauso ist es bei Ivi. Er ist ein reifer Spieler, der bei uns für Furore gesorgt hat und der mit dem HSV zu dem geworden ist, wie er sich zurzeit präsentiert.

Ich glaube, dass es nicht nur eine Erfolgsgeschichte von Ivica ist, sondern, dass auch der HSV wesentlich zu den Leistungen beigetragen hat. Es ist schön, dass wir Spieler in unseren Reihen haben, die den Unterscheid machen können. Wichtig ist mir, dass dabei nicht Paolo Guerrero vergessen wird. Gerade er war für uns über drei Viertel der Hinrunde ein wirklicher Klassespieler, der auf einer für ihn nicht gewohnten Position als hängender Stürmer unglaublich viele Bälle gehalten hat und damit seinen Kollegen das Spiel erleichtert hat. Ihn sollten wir in der Torflut unserer beiden Kroaten nicht vergessen.