"Die Bremer Brücke ist immer ein heißes Pflaster", sagte Klaus Augenthaler vor wenigen Tagen bei bundesliga.de. Und damit hat der Weltmeister von 1990 sogar fast noch untertrieben.

Es ist die Festung des VfL Osnabrück, der bis auf eine Niederlage im Februar 2008 gegen Wehen Wiesbaden 27 Heimspiele in Folge ungeschlagen geblieben ist. Und jetzt kommt zum Pokalkracher Borussia Dortmund in die osnatel-Arena.

Nicht minder reizvoll ist das Duell in der impuls arena, wo sich der FC Augsburg und der MSV Duisburg im reinen Zweitliga-Duell (beide Partien ab 20:15 Uhr im Liveticker) gegenüberstehen werden.

Klopp sind Warnungen "peinlich"

Das Duell "David gegen Goliath" findet aber in Osnabrück statt. Dass die Heimstätte des Drittligisten ein schwieriges Pflaster ist, mussten schon Hansa Rostock und der Hamburger SV erfahren. Beide höherklassigen Clubs schaltete der VfL aus. Ist der BVB das nächste Opfer?

"Es wird auch in Zukunft Pokal-Sensationen geben - aber nicht am Dienstag in Osnabrück", sagt Jürgen Klopp, dem es aber in der Mannschaftsbesprechung "peinlich" war, seiner Mannschaft mitzuteilen, dass Osnabrück nicht unterschätzt werden darf. Der BVB-Trainer selbst tut es jedenfalls nicht, er kennt sich beim Gegner bestens aus: "Wenn Hansen ausfallen sollte, könnte der VfL zur Raute neigen."

Erst die Liga, dann der Pokal

Wie er sein Team aufstellen wird, will der Coach, dessen Team zuletzt sieben Punkte aus drei Bundesliga-Spielen holte, noch nicht sagen. Neben Tinga sind auch Nelson Valdez und Jakub Blaszczykowski für einen Einsatz fraglich. Auch ein Systemwechsel ist möglich. Bei Gegner Osnabrück war das Spiel gegen Dortmund bis zuletzt angeblich überhaupt kein Thema. Wichtiger war dem Vernehmen nach das Spiel gegen Erzgebirge Aue, das 3:1 gewonnen wurde.

"Wir gehen jetzt freier in das Spiel gegen Dortmund, als wenn wir gegen Aue nicht gewonnen hätten", sagt Osnabrücks Trainer Karsten Baumann, der die Chancen seiner Mannschaft im Spiel gegen seinen Ex-Club folgendermaßen einschätzt: "Wir haben eine Chance, die genauso groß ist wie die gegen den HSV." Was so viel heißt wie: Wir haben praktisch keine Chance, aber die wollen wir nutzen.

Wintertransfers dank des Pokals?

Ausgeglichener sind die Chancen im zweiten Spiel, das um 20:30 Uhr angepfiffen wird. In Augsburg kämpfen die Zweitligisten FCA und Duisburg um den Einzug in die Runde der letzten Acht. Beide Teams, die im Mittelfeld der Tabelle nur ein Zähler trennt, stimmten sich am Wochenende mit Punktspielsiegen auf den Pokal-Fight ein. Für die "Zebras" geht es auch um das Ende einer Auswärtsmisere, denn in den vergangenen drei Gastspielen hieß es für das Team von Trainer Peter Neururer immer: außer Spesen nichts gewesen.

Diesmal wäre ein Erfolg auf fremdem Terrain gleich in mehrerlei Hinsicht wichtig. "Wir versuchen, das Viertelfinale zu erreichen”, sagt Neururer, "das wäre für den Verein superklasse. Zum einen kann man etwas für das Renommee des MSV tun, zum anderen hätten wir beim Erreichen der nächsten Runde die Möglichkeit, in der Winterpause auf dem Transfermarkt aktiv zu werden."

"Mannschaft wird hoch motiviert sein"

Eine große Gelegenheit sieht auch der FC Augsburg: "Wir haben die Chance, erstmals unter den letzten acht Mannschaften im DFB-Pokal zu sein und damit den Verein in Deutschland noch mehr in den Fokus rücken", sagt FCA-Trainer Jos Luhukay.

"Wir wollen diese Chance beim Schopf packen und eine Runde weiterkommen. Es ist für jeden ein Extra-Erlebnis, denn diese Möglichkeit bietet sich für einen Zweitligisten nicht jedes Jahr. Die Mannschaft weiß das, freut sich auf dieses reizvolle Pokalspiel und wird hoch motiviert sein."