Gerd Müller - "Bomber der Nation", siebenfacher Bundesliga-Torschützenkönig, 15 Titelgewinne. Ganz Fußball-Deutschland verbindet mit diesem Namen auch heute noch Tore, Tore, Tore.

In diesen Tagen, drei Jahrzehnte nach Ende der Karriere des Knipsers, macht beim FC Bayern ein "neuer" Müller von sich reden - Thomas Müller. Spätestens seit seinen beiden Treffern beim Audi Cup gegen den AC Mailand "müllert" es wieder kräftig in München.

Keine Angst vor großen Namen

Der Torriecher ist - neben dem Nachnamen - sicher die größte emeinsamkeit der beiden Müllers. Wie die lebende türmerlegende ist auch der 19-jährige Thomas Müller mit dem sogenannten "Näschen" ausgestattet, das sich ein jeder Angreifer wünscht.

In der vergangenen Drittliga-Saison traf Müller in 32 Spielen immerhin 15 Mal für die "kleinen" Bayern - es war sein erstes Seniorenjahr wohlgemerkt. Auch der große Sprung zu den Profis scheint ihm zu gelingen. Seit Beginn der Vorbereitung trifft er in den Testspielen regelmäßig.

Auch wie eiskalt er seine erste Chance gegen Milan zum 1:0 nutzte und dann kurz vor Schluss bei seinem Treffer zum 4:1-Entstand an der richtigen Stelle zu lauern, hatte schon Klasse.

Vielseitig einsetzbar

Neben dem gemeinsamen Namen und dem vorhandenen Torriecher, unterscheiden sich die beiden Müllers aber doch erheblich. Denn im Gegensatz zu "Kleines, dickes Müller", wie Ex-Bayern-Trainer Tschik Cajkovski seinen ehemaligen Torjäger liebevoll nannte, trifft auf Thomas eher die Bezeichnung "Großes, schlankes Müller" zu. Mit 1,86 Meter ist der Abiturient kein typischer Strafraumstürmer wie sein berühmter Namensvetter, sondern ein eher spielender Stürmertyp.

Eine feine Technik, das Auge für den besser postierten Mitspieler, die sehr hohe Laufbereitschaft - wegen dieser Fähigkeiten hat ihn Trainer Louis van Gaal zuletzt sogar als Alternative für den verletzten Mittelfeldstar Franck Ribery auf der "Zehner"-Position ins Auge gefasst.

So könnte es sein, dass Müller am kommenden Sonntag im DFB-Pokalspiel bei der SpVgg Neckarelz neben Nationalspieler Mario Gomez stürmt oder hinter den Spitzen Gomez/Klose als Spielmacher die Fäden zieht.

Lob vom Kollegen

Nicht nur Trainer van Gaal und die Fans sind von den Nachwuchskräften Müller oder auch Holger Badstuber begeistert.

Auch der neue Abwehrchef Daniel van Buyten lobte die Jungprofis im Gespräch mit bundesliga.de: "Die Jungs sind einfach super! Sie spielen gegen eines der besten Teams der Welt und haben so einen positiven Auftritt. Sie haben sich nicht versteckt, haben Tore geschossen und sehr stark gespielt."

Auch wenn Karriere und Torquote (365 Treffer in 427 Bundesliga-Spielen) des "Bombers der Nation" wohl auch für den "kleinen Bomber" Thomas Müller kaum zu übertreffen sein werden, hat der junge Mann dafür gesorgt, dass in München nach langer Zeit wieder kräftig "gemüllert" wird.

Til Bettenstaedt




Stellen Sie Ihr Dream-Team beim Bundesliga-Manager auf!

Sind Sie ein Experte? Beweisen Sie es beim Tippspiel!