Als der FC Bayern München zum Saisonauftakt den Hamburger SV in der Allianz-Arena begrüßte, drückte Marcell Jansen dem Rekordmeister die Daumen, wenngleich er aufgrund einer Verletzung nicht mitspielen konnte. Wenn es am Freitag zum Rückspiel kommt (ab 20 Uhr im Live-Ticker auf bundesliga.de), trägt er die Farben des HSV.

Wenige Tage nach dem 2:2 am 1. Spieltag wechselte der Nationalspieler von der Isar an die Elbe. Zehn Mal lief er in der Hinrunde für die Hanseaten auf - dabei verlor der HSV nur eine Partie. Entsprechend glücklich sind beide Seiten über den Transfer.

Vor dem ersten Duell gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber spricht Jansen mit bundesliga.de über die wertvolle Zeit in München, die Arbeit mit Martin Jol und stellt klar, dass es für ihn und den HSV beim 88. Nord-Süd-Gipfel der Bundesliga-Geschichte nur ein Ziel gibt.

bundesliga.de: Herr Jansen, ab Freitag rollt der Ball endlich wieder in der Bundesliga. Kribbelt es Ihnen schon in den Fingern, oder vielmehr in den Füßen?

Marcell Jansen: Natürlich kribbelt es. Die Winterpause hat gut getan, doch jetzt sind wir bestens vorbereitet und es kann los gehen. Zumal wir mit dem Sieg gegen 1860 München im Pokal einen guten Start hingelegt haben.

bundesliga.de: Was mögen Sie an den Wintertrainingslagern, und was gefällt Ihnen weniger an der spielfreien Zeit?

Jansen: Es ist ja angesichts der Temperaturen so, dass man sich z.B. in Spanien bestens im Januar vorbereiten kann. Unser Trainingslager in La Manga war sehr gut. Dennoch spielt man als Fußballer lieber regelmäßig.

bundesliga.de: In der Winterpause hatten Sie sicher mehr Zeit, Martin Jol noch besser kennen zu lernen. Was zeichnet ihn aus und wie glücklich schätzen Sie sich, unter ihm und auch unter Ottmar Hitzfeld gelernt zu haben?

Jansen: Grundsätzlich ist es so, dass man Trainer nicht miteinander vergleichen sollte. Unter Martin Jol zu trainieren, bringt sehr viel Spaß. Er möchte uns Spieler jeden Tag engagiert sehen. Zudem legt er Wert darauf, dass wir möglichst schnell nach vorne spielen. Und natürlich ist es so, dass es mich auch persönlich weiter bringt und ich jeden Tag lerne.

bundesliga.de: Zum Auftakt der Rückrunde geht es gegen den FC Bayern. Beim Hinspiel waren Sie zwar nur Zuschauer, aber dennoch Spieler des FC Bayern. Wie gehen Sie das Wiedersehen mit Ihren ehemaligen Kollegen an?

Jansen: Ich freue mich auf die Partie und auf meine ehemaligen Kollegen. Auf dem Platz gibt es dann aber keine Zeit für andere Dinge. Wir wollen das Spiel vor unseren Fans unbedingt gewinnen.

bundesliga.de: Der HSV steht auf einem hervorragenden 4. Platz. Mit einem Sieg am Freitag würden die Hamburger sogar - zumindest vorübergehend - die Tabellenführung übernehmen. Was muss die Mannschaft tun, damit solch ein Rückrundenstart nach Maß gelingt?

Jansen: Wir müssen sicher eine ganz starke Leistung zeigen. Die Bayern sind eigentlich immer stark. Und nach dem deutlichen Erfolg im DFB-Pokal beim VfB Stuttgart muss man sogar davon ausgehen, dass sie schon wieder richtig gut in Form sind. Wir werden aber unsere Chancen bekommen, die wir dann nutzen müssen. Ich bin davon überzeugt, dass wir das Spiel gewinnen können.

bundesliga.de: Sie waren nur ein Jahr bei den Bayern und hatten während dieser Zeit auch noch mit Verletzungen zu kämpfen. Waren diese zwölf Monate dennoch eine Erfahrung, die Sie nicht missen möchten?

Jansen: Absolut ja. Die letzte Zeit war nicht einfach, das stimmt. Doch wenn man bei Bayern München im Kader steht, bekommt man sehr viele Dinge mit auf den Weg. Und davon profitiert man in der Zukunft. Deshalb war es auf jeden Fall eine sehr wichtige Zeit für mich.

bundesliga.de: Was zeichnet das Nord-Süd-Derby Ihrer Meinung nach aus?

Jansen: Ich habe ja noch nicht allzu viele Nord-Süd-Derbys gespielt. Doch man merkt hier in Hamburg sehr schnell, wie wichtig die Partie ist. Ich denke, es ist für alle ein Festtag, wenn die Bayern nach Hamburg kommen.

bundesliga.de: Wo wird der HSV am Saisonende stehen?

Jansen: Wir haben eine sehr gute Ausgangsposition nach der ersten Saisonhälfte. So soll es möglichst bleiben. Unser Ziel ist, dass wir uns auf jeden Fall direkt für den internationalen Wettbewerb qualifizieren. Sollte noch mehr möglich sein, wollen wir die Chance nutzen.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz