München - Fünf Punkte aus sechs Spielen - Felix Magaths Mannschaft ist so schlecht gestartet wie seit elf Jahren nicht. Gerade zuhause läuft es nicht: Die Bilanz von 1:7 Toren im heimischen Stadion spricht Bände. Einen Punkt hat der VfL Wolfsburg in der Volkswagen Arena geholt, obwohl die Gegner mit Mainz 05, dem FC Augsburg und Hannover 96 durchaus stärker hätten sein können. Der einzige Sieg des Tabellen-16. stammt vom 1. Spieltag aus Stuttgart.

Vor allem in der Offensive drückt der Schuh, das 0:2 gegen Mainz 05 am vergangenen Spieltag gab dafür den besten Nachweis. Fast zwei Drittel Ballbesitz hatten die Wolfsburger, "spielerisch gesehen war es für mich die beste Saisonleistung", sagte Magath. Dass keiner der 19 Torschüsse im Tor landete, verlangte aber keine Glanzleistung vom Mainzer Torwart Christian Wetklo. Magath: "Leider haben wir für unseren hohen Aufwand letztendlich zu wenig Torgefahr entwickelt und waren im Abschluss nicht effektiv genug."

Mandzukic und Helmes schmerzlich vermisst



Zwei Mal ist dem VfL in dieser Spielzeit erst ein Treffer gelungen, so schlecht ist die Ausbeute der "Wölfe" nach sechs Bundesliga-Spieltagen nie gewesen. In vier Spielen hat Wolfsburg nicht getroffen, die Großchancen-Verwertung des Clubs ist zudem die schwächste aller Bundesligisten (zwei von acht).

Der jetzige Bayern-Stürmer Mario Mandzukic sowie der noch mehrere Monate verletzt ausfallende Patrick Helmes erzielten in der vergangenen Saison jeweils zwölf Tore, gut die Hälfte aller Treffer des Deutschen Meisters von 2009. Bas Dost und Ivica Olic, die jetzt für die Musik im VfL-Sturm sorgen sollen, hinken den Erwartungen mit je einem Treffer noch hinterher.

Gegen Mainz ließ Magath Dost zunächst auf der Bank. Olic spielte zwar, agierte aber glücklos. Die Antwort auf das Sturm-Problem könnte Srdjan Lakic heißen: Der Kroate, der in einem Jahr nur zwölf Mal unter Magath gespielt hat, könnte für den Trainer wieder zur Alternative werden. Nachdem Lakic zuletzt nicht mal im Kader war, habe er Magath "im Training mit guten Leistungen überzeugt", sagte der Trainer.

Innenverteidigung noch nicht eingespielt



Der 59-Jährige ist noch auf der Suche nach seiner ersten Elf, nachdem im Sommer mit 15 Verpflichtungen und 18 Abgängen erneut ein reges Kommen und Gehen herrschte. 21 Spieler hat er bereits eingesetzt, in jeder Partie stand eine andere Startformation auf dem Feld. Selbst in der Schaltzentrale im defensiven Mittelfeld sind bereits sechs verschiedene Pärchen in sieben Pflichtspielen aufgelaufen.

Auch die Innenverteidigung setzt sich mit Naldo und Emanuel Pogatetz aus neuen Spielern zusammen. Doch obwohl im Abwehrzentrum kaum rotiert wird, läuft es hier auch noch nicht rund: Alle zehn Gegentore wurden aus naher Distanz erzielt, sechs davon durch Kopfbälle. Allerdings zeugen 14 Schüsse nach Kontern, die zweitmeisten in der Bundesliga, davon, dass die Mannschaft auch im Verbund defensiv strukturierter spielen müsste.

Typisch für Magaths Teams: Lange Findungsphase



Wie so oft muss sich ein von Magath trainiertes Team erst finden - und dies ist ihm durchaus schon öfter gelungen - auch, weil vor allem im späteren Saisonverlauf sein stark ausdauerorientiertes Training dann stärker zur Geltung kommt.

In der vergangenen Spielzeit begann Wolfsburg ebenfalls durchwachsen mit sechs Punkten nach ebenso vielen Partien, verpasste am Saisonende dann die Europa-League-Qualifikation nur knapp, und im Jahr der Meisterschaft betrug der Rückstand auf den 1. Tabellenplatz zwischenzeitlich satte elf Punkte. Gut möglich also, dass die Magath-Elf bald wieder die Kurve kriegt - idealerweise schon bei seinem Ex-Club Schalke 04. Magath: "Wir haben die Hoffnung, dort etwas mitzunehmen."