"Nämbärch" oder "Augschburg", Franken oder Schwaben: Im bayrischen Relegations-Duell zwischen Bundesligist 1. FC Nürnberg und Zweitligist FC Augsburg geht es nicht nur um den letzten freien Platz im Fußball-Oberhaus, sondern auch um Platz 2 hinter Bayern München im Freistaat.

"Der Abstieg wäre ein Horror", sagt Nürnbergs Präsident Franz Schäfer vor dem ersten Treffen am Donnerstag (ab 20 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio) im easyCredit-Stadion. Denn der "Club" würde mit seinem achten Abstieg einen traurigen Rekord aufstellen.

FCA-Manager Rettig ist ganz entspannt

"Der Druck, jetzt aufzusteigen, ist nicht da. Es hätte ja keine Nachteile, wenn wir es nicht schaffen würden", sagt Manager Andreas Rettig deshalb entspannt. Nürnberg muss, Augsburg kann - so lautet die Konstellation vor dem Relegations-Derby. Zumal beim 1. FCN die Zukunft von Trainer Dieter Hecking auch von der Ligazugehörigkeit abhängt: Der Vertrag Heckings wird nur im Falle des Klassenerhalts automatisch bis 2011 verlängert. "Ich bin überzeugt, dass er lange Trainer des 1. FC Nürnberg sein kann", betont Martin Bader.

Überhaupt bemüht sich der Manager, Optimismus auszustrahlen. "Das wird für die Region eine tolle Relegation. Und wir sind sicher, dass wir es schaffen werden", sagt er. Keeper Raphael Schäfer ist genauso zuversichtlich: "Wir wissen, worum es geht, und ziehen alle an einem Strang. Wir gehen mit einem positiven Gefühl in diese zwei Spiele."

Die Erfahrung spricht für die Franken

Die Bilanz der bisherigen elf Relegations-Duelle - 7:4 für die Bundesliga - spricht ebenso für den "Club" wie die Erfahrung. 1353:861 Bundesligaspiele, 258:162 Länderspiele, und: Im "Club"-Kader sind noch 15 Profis, die es im Vorjahr in der Relegation gegen Energie Cottbus in die Bundesliga schafften.

Beim FCA hat nur der Ex-Nürnberger Dominik Reinhardt Erfahrung mit der Relegation. Doch der sagt: "Der 'Club' muss im nächsten Jahr zweitklassig spielen. So leid es mir tut." Ein bisschen Sorge, dass es soweit kommt, hat offenbar auch Hecking. Zu lasch war ihm bei dem einen oder anderen dieser Tage die Trainingseinstellung. "Manche muss man daran erinnern, dass ihr Vertrag noch bis 30. Juni gilt", sagt er - auch mit Blick auf die fünf Leihspieler im Kader.

"Die ganze Stadt lebt für diese zwei Spiele"

Solche Sorgen hat der FCA nicht, Mannschaft und Umfeld brennen auf den Coup. "Es ist unglaublich, was in unserer kleinen Stadt los ist. Die Euphorie steigt von Tag zu Tag. Die ganze Stadt, die ganze Region lebt für diese zwei Spiele", sagt Coach Jos Luhukay. Er kann auf seinen wiedergenesenen Kapitän Uwe Möhrle ebenso bauen wie auf den zuletzt angeschlagenen Top-Stürmer Michael Thurk, mit 23 Toren bester Zweitliga-Schütze der abgelaufenen Saison.

Während Luhukay in Nürnberg auf ein Unentschieden oder "einen kleinen Sieg" hofft, setzt Thurk auf das Rückspiel in Augsburg. "Es ist ein Vorteil, dass wir zuhause den Sack zumachen können", sagt der 33-Jährige. Dann soll der FCA im nächsten Jahr die Nummer zwei in Fußball-Bayern sein, denn, so betont Reinhardt: "Jeder von uns will in die Bundesliga. Es ist einfach schöner, gegen die Bayern als gegen 1860 zu spielen."

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