München - In den Nachmittagsbegegnungen des 32. Spieltags geht es am Samstag heiß her. Im Endspurt der Saison 2011/2012 kämpfen der 1. FC Köln gegen den VfB Stuttgart und Hertha BSC gegen den 1. FC Kaiserslautern um jeden Punkt im Kampf gegen den Abstieg. Auch der Hamburger SV benötigt im Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg noch Punkte für den Klassenerhalt.

Dagegen fighten 1899 Hoffenheim und Bayer 04 Leverkusen im direkten Duell um die Europa-League-Qualifikationsplätze. Der SV Werder Bremen will gegen den FC Bayern München zumindest den Anschluss an den europäischen Wettbewerb wahren (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Der 1. FC Köln kämpft im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart um wichtige Punkte gegen den Abstieg. Die Domstädter befinden sich auf dem Relegationsplatz 16, zu dem ersten Nicht-Abstiegsplatz weisen sie bereits vier Punkte Abstand auf, auf den ersten direkten Abstiegsplatz beträgt der Vorsprung lediglich einen Zähler.

Die Rheinländer holten aus den vergangenen sechs Partien nur einen Punkt und mussten dabei beängstigende 20 Gegentore hinnehmen. "Stand jetzt ist der Relegationsplatz das erklärte Ziel", hielt Frank Schaefer den Ball deswegen flach. Andrezinho (Kreuzbandriss), Adil Chihi (Trainingsrückstand) und Mark Uth (Schambeinentzündung) fehlen gegen die Schwaben.

Der VfB kann sich mit einem Sieg in Köln einen internationalen Startplatz sichern. Dabei treten die Schwaben mit einer großen Portion Selbstbewusstsein die Reise ins Rheinland an. Nur Stuttgart und Dortmund fuhren in der Englischen Woche drei Siege ein. "Wir haben in den letzten Monaten zu unserem Spiel gefunden und werden auch in Köln daran festhalten", sagte VfB-Trainer Bruno Labbadia. Personell kann der 46-Jährige am Samstagnachmittag nahezu frei entscheiden, wen er gegen die "Geißböcke" ins Rennen schickt. Außer Khalid Boulahrouz (Aufbautraining nach Zehenbruch) und Johan Audel (Aufbautraining nach Knieoperation) meldeten sich alle Akteure fit.



Schiedsrichteransetzungen

Hertha BSC ist Köln dicht auf den Fersen. Im Heimspiel gegen Kaiserlautern möchten die Hauptstädter den Rheinländern den Relegationsplatz 16 streitig machen. Die Bilanz spricht ganz klar für die "Alte Dame": Die Berliner sind gegen die Pfälzer seit sieben Spielen ungeschlagen - fünf Siege, zwei Unentschieden. "Das Spiel am Samstag ist das wichtigste überhaupt", ordnete Hertha-Trainer Otto Rehhagel das Duell mit den "Roten Teufeln" ein.

Dabei muss "König-Otto" über seine Schmerzgrenze hinausgehen. Bereits ein Unentschieden würde für seine alte Liebe, den 1. FC Kaiserslautern, den Abstieg aus der Bundesliga bedeuten. Doch die "Roten Teufel" geben sich trotz der akuten Abstiegsgefahr noch nicht geschlagen. "Wir konzentrieren uns nur auf uns und werden so lange kämpfen, bis wir endlich wieder gewinnen", unterstrich FCK-Coach Krassimir Balakov die Ambitionen.

Neben den Langzeitverletzten Dorge Kouemaha, Nicolai Jörgensen, Jan Simunek und Keeper Marco Knaller muss Balakov auf den gesperrten Kapitän Christian Tiffert sowie die erkrankten Julian Derstroff und Richard Sukuta-Pasu sowie den angeschlagenen Steven Zellner verzichten. Wieder zur Verfügung stehen dagegen Itay Shechter und Ariel Borysiuk. Rehhagel hat ebenfalls einige Verletzungssorgen: Maikel Aerts (Halsprobleme), Maik Franz (Kreuzbandriss), Levan Kobiashvili (gesperrt), Andre Mijatovic (Achillessehne), Sebastian Neumann (Aufbautraining), Fabian Lustenberger (Knochenmarködem im Mittelfuß) und Marco Djuricin (Knöchelverletzung) stehen nicht zur Verfügung.



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Ausgerechnet im Heimspiel gegen den FC Bayern möchte Werder seine Negativserie von sechs Spielen ohne Sieg beenden und somit im Rennen um die Europa-League-Teilnahme wichtige Punkte sammeln. Die Hanseaten haben in der laufenden Spielzeit noch kein Spiel gegen die Top-4 der Tabelle gewonnen (1 Remis, 5 Pleiten).

Gegen den deutschen Rekordmeister wartet Bremen seit vier Heimspielen auf einen Sieg (ein Remis, drei Niederlagen). Hoffnung macht den Bremern, dass die Münchner mit einem dezimierten Kader antreten werden, da sie für das Halbfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Real Madrid Kräfte sparen möchten. "Es ist kein Geheimnis, dass ich auf einigen Positionen wechseln werde ", erklärte Jupp Heynckes.

"Es ist egal, ob Bayern mit einer B-, C- oder Y-Mannschaft kommt", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Der Bayern-Kader sei mit Nationalspielern gespickt. "Uns wird eine starke Mannschaft gegenüberstehen." Aber auch Schaaf muss gezwungener Weise auf einige Akteure verzichten: Sebastian Boenisch, Clemens Fritz und Sokratis müssen Sperren absitzen. Außerdem fehlen Florian Hartherz (Schulterverletzung), Philipp Bargfrede (Achillessehnenprobleme), Tim Borowski (Trainingsrückstand), Mehmet Ekici (Leistenoperation) und Marko Marin (muskuläre Probleme).



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Im Aufeinandertreffen zwischen Hoffenheim und Leverkusen steht der Kampf um die Europa-League-Quali im Mittelpunkt. Leverkusen befindet sich auf dem 6. Tabellenrang und würde sich damit am Ende der Saison für den europäischen Wettbewerb qualifizieren. "Wir haben alles in eigener Hand. Wenn wir alle drei Spiele gewinnen, sind wir mindestens Sechster", sagte Sami Hyypiä.

Verzichten müssen Teamchef Hyypiä und Trainer Sascha Lewandowski am Samstag auf Stefan Reinartz, der wegen seiner fünften Gelben Karte aus dem Berlin-Spiel pausieren muss. Darüber hinaus sind Sidney Sam, Renato Augusto, Danny da Costa und Daniel Schwaab noch nicht einsatzfähig. Einen Startelf-Einsatz des lange verletzten Lars Bender wollte Hyypiä nicht ausschließen. "Lars hat lange Zeit nicht gespielt. Dann ist es immer ein kleines Risiko, wenn er von Beginn an aufläuft. Aber Lars hat selbst gesagt, dass er sich gut fühlt. Er ist ein guter Spieler, den wir brauchen. Vielleicht spielt er, das ist möglich."

Hoffenheim steht auf dem 9. Tabellenrang, drei Punkte hinter dem ersten EL-Platz. Die Form spricht ganz klar für die Kraichgauer: 1899 Hoffenheim ist seit fünf Spielen ungeschlagen, während die "Werkself" nur eines der vergangenen sieben Spiele gewann. Allerdings hat Hoffenheim in seiner Bundesliga-Historie gegen keinen anderen Verein eine so schlechte Bilanz wie gegen Leverkusen - in sieben Spielen gab es sechs Niederlagen und ein Remis.

"Es ist jetzt unsere Pflicht, alles dafür zu tun, um diesen Traum vielleicht doch noch wahr zu machen", sagte 1899-Trainer Markus Babbel im Hinblick auf den Sprung ins europäische Geschäft. Personell muss der Coach auf Roberto Firmino (Riss von zwei Außenbändern sowie des vorderen Syndesmosebandes im rechten Sprunggelenk) verzichten, für den bereits in Freiburg die Saison vorzeitig beendet war.



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Nürnberg kann im Heimspiel gegen den HSV endgültig den Klassenerhalt feiern. Die Franken holten aus den vergangenen drei Spielen starke sieben Punkte. Bereits mit einem Unentschieden könnten die Nürnberger vorzeitig die Korken knallen lassen. Kein Wunder, dass FCN-Trainer Dieter Hecking mit Selbstbewusstsein einen möglichen Sieg begründet: "Weil wir momentan gut drauf sind." Dabei fehlen dem Übungsleiter lediglich die Langzeitverletzten Alexander Esswein, Christian Eigler und Adam Hlousek.

Der "Club" hat einzig gegen den FC Bayern München häufiger verloren (34) als gegen den HSV (32). Von den vergangenen neun Spielen mit den Norddeutschen konnten die Franken lediglich eine Partie für sich entscheiden. Dabei kassierten die Hanseaten in sieben Spielen nicht einmal ein Gegentor. Trotzdem warnt HSV-Trainer Thorsten Fink: "Nürnberg ist ein schwerer Gegner und ist raus aus dem Abstiegskampf. Dadurch können sie frei aufspielen. Wir müssen etwas dagegensetzen und an die gute Leistung gegen Hannover anknüpfen, einen zweiten Sieg nachlegen."

Nach dem 1:0-Sieg gegen 96 haben die Hamburger sich im Abstiegsrennen etwas Luft verschaffen, der Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 beträgt fünf Punkte. Gegen den FCN muss Fink nur auf Tom Mickel (Trainingsrückstand) verzichten. Außerdem fehlt weiterhin Paolo Guerrero aufgrund seiner Rotsperre.



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