Köln - Vier Siege, zwei Remis, zwei Niederlagen. Das ist nach acht Bundesliga-Spielen die Bilanz des letztjährigen Vizemeisters Borussia Dortmund - und von Eintracht Frankfurt. Dass diese beiden Vereine auf Augenhöhe agieren würden, hatte wohl kaum jemand vor Saisonbeginn erwartet. Dieser positive Zwischenstand ist die Folge einer herausragenden Entwicklung, die die SGE seit dem Amtsantritt von Niko Kovac genommen hat.

>>> Jetzt mitmachen beim Bundesliga Fantasy Manager

Die Entscheidung, Kovac Anfang März 2016 zum Nachfolger von Armin Veh zu machen, kam durchaus überraschend. Bis dato hatte der Ex-Profi noch keine Profi-Team als Cheftrainer betreut. Zuvor hatte er aber immerhin zwei Jahre lang die Nationalmannschaft seines Heimatlandes Kroatien trainiert.

Mit einer defensiven Ausrichtung führte Kovac die Frankfurter über die Relegation zum Klassenerhalt. In den letzten vier Saisonspielen gelangen drei Siege. Auch die Standards wurden im Endspurt belebt. Vier der letzten fünf Tore der Saison 2015/16 fielen nach ruhenden Bällen, das war mit entscheidend für den Verbleib in der Bundesliga.

Video: Japans Held Hasebe

In dieser Saison galt es für Kovac zu zeigen, dass er nicht nur ein guter Feuerwehrmann ist, sondern auch langfristig erfolgreich arbeiten kann. Die ersten Partien der neuen Spielzeit waren bereits ein hervorragender Arbeitsnachweis. 14 Punkte nach acht Spielen sind die zweitbeste Frankfurter Ausbeute seit Einführung der Drei-Punkte-Regel. Saisonübergreifend holte Kovac in seinen 17 Partien als Frankfurter Trainer 26 Punkte. Hochgerechnet auf eine Saison ist das eine Bilanz, mit der man um die Europa-League-Plätze mitspielen kann.

Nach wie vor präsentiert sich die Eintracht defensivstark. Acht Gegentore in acht Partien - nur drei Teams kassieren weniger Treffer. Unter Kovac wird sehr konzentriert und einsatzfreudig verteidigt, die Frankfurter werfen sich in jeden Ball und weisen bei Standards eine gute Ordnung auf.

Bei Marco Fabian läuft es rund

Kovac hat es zudem geschafft, die Offensive und insbesondere einen Spieler zu beleben. Der Frankfurter Aufschwung hängt entscheidend mit dem Aufschwung von Marco Fabian zusammen. Der Mexikaner, der im Januar zur Mannschaft gestoßen war, hat seine Anpassungsprobleme überwunden und bringt das gewisse Etwas an Kreativität mit, dass die SGE benötigt. Drei Tore, vier Vorlagen - aktuell hat Fabian den Kapitän Alexander Meier als wichtigsten Offensivspieler abgelöst. Vor ihm muss sich der kommende Gegner Borussia Mönchengladbach daher am meisten in Acht nehmen.

>>> Alle Infos zum Spiel #BMGSGE im Matchcenter

Kovac konnte zuletzt zufrieden festhalten: "Die Stimmung im Team ist sehr gut. Das Selbstvertrauen wird immer besser." Natürlich schränkte er auch ein: "Wir müssen weiter hart arbeiten." Es besteht kein Zweifel daran, dass seine Mannschaft und er genau das tun werden. Es wird spannend zu sehen sein, wohin der Weg der Eintracht in dieser Saison noch führen mag.

Tim Müller