Kevin Trapp bejubelt eine Weltklasse-Leistung bei seinem 250. Bundesliga-Spiel - © IMAGO/Anke Waelischmiller/Sven Simon/IMAGO/Sven Simon
Kevin Trapp bejubelt eine Weltklasse-Leistung bei seinem 250. Bundesliga-Spiel - © IMAGO/Anke Waelischmiller/Sven Simon/IMAGO/Sven Simon
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Eintracht Frankfurt bleibt dank Kevin Trapp ein Meisterschafts-Kandidat

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Eintracht Frankfurt ist nach dem 16. Spieltag auf Platz zwei und damit erster Bayern-Jäger. Torhüter Kevin Trapp jagt jedoch nicht nur die Bayern, sondern auch den Bayern-Keeper: Mit solchen Leistungen setzt er ein Statement in Richtung deutscher Nationalmannschaft – und die SGE eines in Richtung Meisterschaftsrennen.

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Der Jahresauftakt von Eintracht Frankfurt gestaltete sich erfolgreich. Im heimischen Deutsche Bank Park gewann die SGE am 16. Spieltag mit 3:0 gegen Schalke und holte damit den ersten Dreier des Jahres 2023. Weil der SC Freiburg parallel mit 0:6 in Wolfsburg verlor, schob man sich damit auf den zweiten Tabellenplatz und ist nun der erste Jäger des FC Bayern München.

Weil die Tabellenführer gegen Leipzig 1:1 spielten, holten die Adlerträger zudem noch zwei Punkte auf die Tabellenspitze auf. Würden die Frankfurter am 17. Spieltag gegen angeschlagene Freiburger gewinnen, hätten sie zur Saisonhälfte 33 Punkte gesammelt und könnten den verspäteten Titel "Vize-Herbstmeister" für sich beanspruchen.

Auf den Spuren von Bein, Okocha und Yeboah

Behauptet die Eintracht den zweiten Tabellenplatz für sich, wäre das die stärkste SGE-Hinserie seit fast 30 Jahren. Besser stand Frankfurt zuletzt 1993/94 da, als Uwe Bein, Jay-Jay-Okocha, Anthony Yeboah und Co. die erste Saisonhälfte auf dem ersten Tabellenplatz beendeten. Damals holte die Eintracht mit zehn Siegen und drei Unentschieden umgerechnet 34 Punkte.

In der jüngeren Vergangenheit kam die SGE nur 2012/13 an diese Punkte heran – mit 30 Zählern nach 17 Spieltagen stand man auf dem vierten Tabellenplatz.

Schöne Erinnerungen an 1993/94 dürfte auch Thomas Reis haben. Der Schalke-Trainer, der am Samstag noch in Frankfurt verlor, stand 1994 im Kader der Hessen. Der damals 20-Jährige kam in der Saison auf neun Bundesliga-Einsätze für die Eintracht und schoss dabei ein Tor.

Jesper Lindström und Rafael Borré glänzten beide mit jeweils einem Tor und Assist - IMAGO/Laci Perenyi/IMAGO/Laci Perenyi

Kevin Trapp – Jubilar und bald Deutschlands Nummer eins?

Kein Tor erzielte jedoch seine Schalker Mannschaft gegen die Eintracht, auch wenn sie mehrfach nah dran war. Doch Frankfurt-Trainer Oliver Glasner hatte einen Trumpf in der Hinterhand: Torhüter Kevin Trapp. Frankfurts Nummer eins entschärfte bei seinem Bundesliga-Jubiläum vier Torschüsse der Schalker (1,76 expected Goals). Trapp stand zum 250. Mal bei einer Bundesliga-Partie im Tor.

Dabei glänzte er mit jeder einzelnen Parade. In der 28. Minute lenkte er einen stark platzierten Kopfball von Simon Terodde mit den Fingerspitzen an den Außenpfosten. In der 47. Minute entschärfte er einen Kopfball von S04-Youngster Soichiro Kozuki aus fünf Metern. In der Nachspielzeit parierte er zunächst unspannend gegen Michael Frey (90.+2), legte dann aber doch noch eine tolle Parade aus einem Meter Entfernung (90.+4) gegen den Schalker Winterzugang nach.

Es ist nicht das erste Mal, dass Kevin Trapp der entscheidende Rückhalt der Eintracht-Defensive ist und es wird wohl auch nicht das letzte Mal sein. Denn Kevin Trapp setzte mit seinem ersten Pflichtspiel seit der Verletzung von Manuel Neuer ein klares Zeichen in Richtung Nationalelf: Er möchte der erste Neuer-Vertreter sein und ihn möglicherweise sogar ablösen.

Eintracht Frankfurt – Bayern-Jäger und Meisterschafts-Kandidat

Häufig hört man Sprichwörter wie "Wer solche Spiele gewinnt, ist ein Meisterschafts-Kandidat." Hier müsste man es wohl umdichten: "Wer Kevin Trapp hat, ist ein Meisterschafts-Kandidat." Doch neben einem überragenden Torhüter hat die SGE auch eine unglaublich effektive Offensive.

Über 90 Minuten hatten die Adler zwar Probleme, den Ball für sich zu behaupten und konstant Chancen herauszuspielen, doch das hinderte sie nicht daran, drei Tore zu erzielen. Weil die Schalker Defensive dem hohen Tempo der Eintracht-Angreifer nicht gewachsen war. Jesper Lindstöm und Randal Kolo Muani kamen immer wieder hinter die Kette oder spielten die S04-Verteidiger schwindelig.

In Torlaune war neben Lindström (Treffer zum 1:0) auch Rafael Borré. Der Kolumbianer erlebte eine enttäuschende (verkürzte) Hinserie 2022, kam hinter Kolo Muani und Lindström kaum auf Spielzeit. Doch gegen Schalke brachte er neues Feuer in die Offensive und schoss sich wieder in Form. Zunächst vollendete er eine Lindström-Vorlage, dann sorgte er in der Nachspielzeit für den Deckel auf dem Topf, indem er das Tor von Aurelio Buta zum 3:0 auflegte. Mit einem Kevin Trapp in Topform und dieser Offensive richtet die Eintracht zumindest ihren Blick gen Tabellenführung.

Niklas Staiger