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Randal Kolo Muani: Eintracht Frankfurts neuer Überflieger

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Randal Kolo Muani ist jetzt schon einer der Durchstarter in dieser noch jungen Saison. Der Neuzugang der SGE spielte sich schnell in die Startelf und ist bereits nach fünf Spieltagen der beste Vorlagengeber der Liga.

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Randal Kolo Muani ist kein Fußballprofi wie jeder andere: Die Laufbahn des Franzosen begann vergleichsweise spät, ohne Nachwuchsleistungszentrum oder eine der berühmten französischen Jugendakademien. 2015 startete er beim FC Nantes in der U19, ließ sich mit 20 Jahren in die französische 3. Liga zu US Boulogne verleihen. Dann nahm die Karriere aber immer stetiger an Fahrt auf. "Die Leihe nach Boulogne half mir sehr, einige Schritte nach vorne zu gehen, mich auf mentaler und fußballerischer Ebene weiterzuentwickeln. In dieser Zeit reifte in mir der Wunsch, nachhaltig in der Profiwelt anzukommen. Durch die Leihe wurde dieses Ziel greifbar, denn bei Nantes war ich erst mal nur in der zweiten Mannschaft im Einsatz", erklärte der Stürmer dem "kicker".

Dass er diesen Weg gegangen ist, bereut der Franzose keineswegs und sieht diese Entscheidung als richtigen Schritt: "Man kann es als einen Vorteil bezeichnen, dass ich spät in den Profifußball gekommen bin. Dafür ging es dann steil bergauf. Ich hoffe, dass ich mit harter Arbeit noch weiter nach oben kommen kann."

Trotz des phänomenalen Durchbruchs im jungen Alter bleibt der Youngster auf dem Boden. Außerhalb des Platzes ist er eher schüchtern und zurückhaltend, zudem gibt es sich in vielen Dingen bescheiden. "Andere Profifußballer fahren in den Ferien nach Dubai. Er fuhr bis zum letzten Jahr nach Villepinte", verriet sein Bruder Kevin der Zeitung "Ouest-France". An diesem Ort der Pariser Banlieue wuchs Kolo Muani auf und kehrt gerne zu seinen Wurzeln zurück.

Nach der Rückkehr zum FC Nantes gelang dann der richtige Durchbruch: 23 Tore und 16 Vorlagen hatte Kolo Muani vor seinem Wechsel zu Eintracht Frankfurt auf dem Konto und wurde mit der Mannschaft zum krönenden Abschluss Pokalsieger. "Es war mir wichtig, meinen Ausbildungsverein vor dem Abschied mit einem Titel zu beschenken. Dafür spielt man Fußball", erzählte der 23-Jährige bei der Vorstellung in Frankfurt.

Kolo Muani feiert seine Vorlage gegen Leipzig - IMAGO/osnapix/IMAGO/osnapix

Frankfurt bemühte sich schon sehr früh

Bei der Eintracht erkannte man das Talent des jungen Offensivspielers schon sehr früh, denn bereits im Winter 2020 beschäftigte man sich mit Kolo Muani. "Er war da noch nicht ganz fertig ausgebildet, sein Kopfball war noch unsauber, der Ball ging schon mal weg, im Abschluss war Luft nach oben. Aber das Grundbesteck hat er gehabt", erinnerte sich der damalige Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. "Der Junge kann durch die Decke gehen", fügte der heutige Hertha-Geschäftsführer hinzu.

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In diesem Sommer war es dann endlich soweit: Kolo Muani wechselte in die Mainmetropole und beeindruckte sowohl Teamkollegen als auch Fans bereits in den Vorbereitungsspielen mit seiner Schnelligkeit und Dribbelstärke. "Ich habe schon in der Vorbereitung gesagt, dass er uns weiterhelfen kann. Kolo Muani ist zweikampfstark, schnell und groß", lobt SGE-Kapitän Sebastian Rode den Neuzugang und auch Sportvorstand Markus Krösche weiß um die Stärken seines Transfers: "Kolo Muani hat sehr gut reingefunden. Er ist ein sehr beweglicher Stürmer. Wir haben gesehen, welche Geschwindigkeit er mitbringt."

Top-Start in die Saison

Schon am 1. Spieltag erzielte er das einzige Frankfurter Tor noch als Joker gegen den FC Bayern, danach stand Kolo Muani die restlichen vier Spiele direkt in der Startelf von Oliver Glasner und mauserte sich schnell zum Topscorer der Adlerträger: Der 23-Jährige erzielte zuletzt gegen Leipzig zwar kein Tor, gab aber zwei Torvorlagen, insgesamt sind es in dieser Saison schon vier. Damit ist er der beste Vorbereiter der Bundesliga, kein anderer Spieler gab bereits vier Torvorlagen. Außerdem erzielte der Angreifer selbst schon zwei Tore, lediglich Sheraldo Becker von Union Berlin war an mehr Toren direkt beteiligt (an sieben).

Bereits jetzt zeichnet sich also ab, dass der Franzose ein echter Glücksgriff für die Hessen ist und ihnen in dieser Saison noch einiges an Freude bereiten wird. Dabei könnte man den Offensivspieler in Glasners System nicht unbedingt als reinen Stürmer bezeichnen, denn Kolo Muani hält sich sowohl auf den Flügeln als auch im Zentrum auf. Durch seine Schnelligkeit und sein unermüdliches Anlaufen kann er so immer wieder Nadelstiche aus mehreren Richtungen setzen. "Wenn ich über die Seite komme, kann ich auf die Defensive zulaufen und sie beschäftigen, aber ich habe auch vorne drin meine Stärken, weil ich die Verteidiger mitziehen und Platz schaffen kann", bewertet der Youngster seine Variabilität in der Offensive.

Kolo Muani ist im Spiel gegen Leipzig kaum zu stoppen - Lukas Schulze/Bundesliga/Bundesliga Collection via Getty Images

Dass Kolo Muani ganz ohne Star-Allüren auftritt, hat er bereits in den ersten Spielen bewiesen. Im Spiel gegen Leipzig legte er das 1:0 für Daichi Kamada auf und jubelte danach ausgelassen mit den Fans. "Ich versuche, meine Mannschaftskameraden immer zu unterstützen. Dafür verausgabe ich mich. Ich stecke niemals zurück und gebe niemals auf", erklärt er zu seiner Einstellung.

Mit diesem Komplettpaket und einem eindrucksvollen Saisonstart ist Randal Kolo Muani auf dem besten Weg, der neue Überflieger der Eintracht zu werden. Die Vorschusslorbeeren hat er dafür jedenfalls schon gesammelt.