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Filip Kostic wurde zum Helden im Camp Nou - © IMAGO/Ulrich Hufnagel/IMAGO/Ulrich Hufnagel
Filip Kostic wurde zum Helden im Camp Nou - © IMAGO/Ulrich Hufnagel/IMAGO/Ulrich Hufnagel
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Filip Kostic verlässt Eintracht Frankfurt als Held

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Der lange Transferpoker ist beendet: Flip Kostic verlässt Eintracht Frankfurt und schließt sich Juventus Turin an. Auch wenn man den Serben nur schweren Herzens aus der Mainmetropole weiterziehen lässt, sind sich die meisten doch einig: Kostic verlässt den Verein als Held!

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Als Filip Kostic im Sommer 2018 zu Eintracht Frankfurt wechselte, war vielen Fans Angst und Bange. Sowohl mit dem VfB Stuttgart als auch mit dem Hamburger SV stieg der Serbe in die 2. Bundesliga ab, als wirkliche Verstärkung sah man ihn nach dem DFB-Pokalsieg nicht. Dass dieser Fluch nicht in Hessen einkehren sollte, zeigte sich relativ schnell, denn Kostic entwickelte sich rasant zum Stammspieler und zeigte ungeahnte Qualitäten auf der linken Außenbahn.

171 Spiele absolvierte der Linksfuß für die Eintracht, erzielte 33 Tore und gab 64 Vorlagen. Im Kalenderjahr 2021 übertraf in Europas Top-5-Ligen nur Thomas Müller (30 Assists) die 22 Torvorlagen des Serben. Seit seinem Bundesliga-Debüt im August 2014 schlug er die meisten Flanken (2059) und absolvierte die meisten erfolgreichen Dribblings (426) aller Bundesligaspieler. Seine 58 Assists überbot in diesen Zeitraum nur Thomas Müller (109).  "Klar ist, dass er die Offensive sehr geprägt hat. Dass wir so einen Spieler verlieren, das ist eine Schwächung, das ist ganz klar", weiß Cheftrainer Oliver Glasner, dessen Spielsystem viel über die Flügel und damit auch über Kostic lief.

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Kaum ein Außenbahnspieler hat in den letzten Jahren so das Spiel seines Teams geprägt wie Kostic. Durch seine unermüdlichen Tempoläufe über den linken Flügel und seine messerscharfen Bälle vor das Tor wurde er von den Fans "Maschine" getauft. Viele seiner wichtigen Tore und Vorlagen erarbeitete sich der Serbe oft selbst und schaffte es, auch in der 90. Minute noch frisch eingewechselte Gegenspieler im Laufduell zu überwinden. Die Kröner seiner Zeit in Frankfurt folgte mit dem Sieg der Europa League in diesem Jahr. Aber es war auch nicht immer alles rosig um Kostic.

Eroberer des Camp Nou

Blickt man knapp ein Jahr zurück, lag der Gewinn der Europa League noch in weiter Ferne. Die Mannschaft war im Umbruch, Oliver Glasner übernahm als Trainer und Kostic wollte einen Wechsel nach Italien erzwingen. Das passte den Fans und dem Verein überhaupt nicht, der Serbe machte sich innerhalb weniger Wochen einen sehr schlechten Ruf.

Trotz allem blieb die Eintracht hartnäckig und hielt am 29-Jährigen fest, der sich sein Standing bei den Hessen aber in Windeseile zurückerarbeiten konnte. "Ich habe auch ein lachendes Auge, weil ich weiß, wie letztes Jahr die Saison begonnen hat, mit Streik. Wir haben dann viele Gespräche geführt. Ich habe zu ihm damals gesagt: Wenn du mal Eintracht Frankfurt verlässt, sollst du das als Held verlassen", erinnert sich Glasner. Vier Tore, neun Vorlagen standen am Ende wieder auf dem Bundesliga-Zettel des Linksfußes, der wie gewohnt den linken Flügel beackerte und jedes Spiel vollen Einsatz zeigte.

Zum wahren Helden wurde Kostic aber durch den Europa-League-Sieg und seinen starken Auftritt beim FC Barcelona. Im Camp Nou erzielte er zwei Tore und bereitete beim 3:2-Sieg noch einen Treffer vor. "Es war das beste Spiel meiner Karriere", resümierte Kostic, der nach dem Spiel mit den tausenden Fans in der Auswärtskurve feierte – die Unrühmlichkeiten zu Saisonbeginn waren schon längst verziehen und Anhänger huldigten ihren Helden.

In der magischen Nacht von Sevilla durfte Kostic am Ende den Pokal in die Höhe strecken. Gegen die Glasgow Ranger gab er die Vorlage zum 1:1 von Rafael Borre und traf im Elfmeterschießen sicher. Insgesamt kam Frankfurts Flügelflitzer auf neun Scorerpunkte auf internationaler Bühne (drei Tore, sechs Vorlagen) und darf sich nun in Italien beweisen.

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Unersetzbar auf seiner Position?

Einen gleichwertigen Kostic-Ersatz wird die SGE wohl auf Anhieb vorerst nicht finden, das zeigen auch die Daten aus der letzten Saison: 186 Flanken schlug der Serbe in der letzten Bundesliga-Saison aus dem Spiel – Rang zwei hinter David Raum (188). Mit 86 Torschussvorlagen war Kostic aber allen voraus und dürfte auch in der kommenden Spielzeit wieder mit vielen Offensivaktion glänzen.

Mit dem Wechsel zu Juve geht für Kostic ein Traum in Erfüllung, der seine Qualitäten schon immer in der Serie A zeigen wollte. Mit einem Abstiegsfluch kam er nach Frankfurt, als Held wird er nun die Adlerträger verlassen – wohl auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge.