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Temperamentvoll an der Seitenlinie: Albert Riera
Temperamentvoll an der Seitenlinie: Albert Riera - © IMAGO
Temperamentvoll an der Seitenlinie: Albert Riera - © IMAGO
bundesliga

Frankfurt verpflichtet mit Albert Riera einen ganz eigenen Kopf

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Eintracht Frankfurt hat mit Albert Riera einen Nachfolger für den entlassenen Dino Toppmöller gefunden. Der 43-jährige Spanier hat dabei auf so hohem Niveau noch keine Erfahrung, aber seinen ganz eigenen Kopf und zwei sehr erfolgreiche Trainerfreunde.

Wenn Albert Riera mal nicht auf dem Fußballfeld zu finden ist, dann lohnt ein Blick auf den nächstgelegenen Golfplatz. Dort schwingt der 43-jährige Spanier gerne mal die Schläger. Nicht aber, ohne sich dabei nicht wenigstens über seine liebste Leidenschaft, den Fußball, zu unterhalten.

Zu seinen häufigsten Golfpartnern gehören dabei zwei Herren, die wie Riera (16 A-Länderspiele für Spanien) einst eine beachtliche Karriere als Spieler hinlegten und anschließend an die Seitenlinie wechselten: Mikel Arteta und Pep Guardiola. 

Während Erstgenannter gerade mit dem FC Arsenal die englische Premier League und die Champions-League-Ligaphase anführt, kann Guardiola bereits zahlreiche Titel mit dem FC Barcelona, dem FC Bayern und Manchester City vorweisen. Ihre fußballerische Expertise ist unbestritten.

Immer auf der Suche nach dem eigenen Weg

Für Riera sind sie somit die perfekten Gesprächspartner, Ratschläge von ihnen annehmen möchte er aber dennoch nicht: "Sie haben super Ideen. Aber bevor ich schlafen gehe, möchte ich sagen können, dass ich es auf meine Art gemacht habe. Vielleicht habe ich verloren, aber ich habe es auf meine Art gemacht." 

Für seinen ganz eigenen Kopf war Riera bereits als Spieler bekannt. Als Mittelfeldakteur schnürte er seine Fußballschuhe unter anderem für Espanyol Barcelona, den FC Liverpool und Galatasaray Istanbul, wobei er mit seinen Trainern gerne mal das Zwiegespräch suchte, um seine eigene Sicht der Dinge zu vermitteln. Seine Linie behielt er anschließend auch als Coach bei – durchaus mit Erfolg. 

In seiner ersten Saison als Cheftrainer führte er Olimpija Ljubljana zum Double in Slowenien. Zuletzt holte er den Pokalsieg mit NK Celje und kletterte mit dem kleinen Verein bis auf Platz 13 der Conference-League-Ligaphase sowie an die Tabellenspitze der ersten slowenischen Liga.

Als Spieler zeigte der Spanier auch im Trikot des FC Liverpool vollen Einsatz - imago sportfotodienst

In seiner Art das Gegenteil von Toppmöller

Nun soll Albert Riera also Eintracht Frankfurt wieder in ruhigere Fahrwasser und mindestens erneut ins internationale Geschäft steuern. Für den Spanier, der zudem die russische Staatsbürgerschaft besitzt, ist es die erste Trainerstation bei einem Verein dieser Größenordnung – von einer kurzen Stippvisite bei den einst großen Girondins Bordeaux, zu Rieras Zeit in der Ligue 2, mal abgesehen.

Die Hessen um Sportvorstand Markus Krösche wagen somit ein Experiment, sind in der Vergangenheit damit aber bereits ganz gut gefahren. Schließlich hatten sich auch Niko Kovač, Oliver Glasner oder Dino Toppmöller zuvor nocht nicht allzu viele Meriten verdient und leisteten bei der Eintracht schließlich exzellente Arbeit.

Riera bildet nun schon ziemlich das Gegenteil seines ruhigen und analytischen Vorgängers Toppmöller ab. Der 43-Jährige ist für sein Temperament und seine feurigen Kabinenansprachen bekannt, von denen sich zahlreiche Belege bei Social Media finden lassen. Mit seiner Impulsivität eckt er zuweilen auch mal an, sieht das aber nicht als Problem: "Ich will und kann nicht jedem gefallen, das ist normal. Ich habe meine eigene Arbeitsmthode."

Der Blick geht nach vorne, nun mit der Eintracht - IMAGO/IPA Sport/ABACA

Guter Draht zu seinen Spielern

Mit seinen Spielern ist Riera bislang aber immer noch sehr gut klargekommen und pflegt zu ihnen einen guten Draht: "Für mich ist es am wichtigsten, dass sie jeden Tag mit Vorfreude zur Arbeit kommen. Das verbindet mich mit ihnen. Ist das bei einem Spieler mal nicht so, gibt es für den auch eine Umarmung."

So geradeheraus ist auch Rieras Art Fußball spielen zu lassen. Seine Teams ließ er bislang offensiv und dominant im 4-3-3 auftreten, legte Wert auf ein hohes Pressing und viel Ballbesitz – auch gegen scheinbar übermächtige Gegner. Seine Spieler sollen dabei möglichst flexibel agieren, Positionstausche im Spiel sind keine Seltenheit. Darauf werden sich auch die Eintracht sowie die Bundesliga freuen dürfen.

Michael Oer