Als der VfL Wolfsburg in der Winterpause den Neuzugang Peter Pekarik vermeldete, wussten wohl nur Insider, um wen es sich da handelt. Felix Magath suchte sich keinen teuren Star aus, sondern einen 22-jährigen Perspektivspieler vom slowakischen Erstligisten MSK Zilina.

Damals sagte der Trainer über den Verteidiger: "Peter ist noch jung und muss sich zunächst mal in der neuen Umgebung zurechtfinden. Ich bin aber überzeugt, dass er in der Rückrunde häufiger zum Kader gehören wird und seine Einsätze bekommt."

Pekarik passt in Magaths Profil

Magaths vorsichtige Äußerungen sind wohl darauf zurückzuführen, dass er Pekarik nicht gleich überfordern wollte. Doch der Trainer hatte seinen Schützling unterschätzt: Dieser startete im Training sofort voll durch, hängte sich in der Vorbereitung rein und durfte prompt im ersten Spiel der Rückrunde, beim 1:1 gegen den 1. FC Köln, die zweiten 45 Minuten bestreiten.

Dabei überzeugte der Neuling so sehr, dass ihn Magath seitdem an jedem Spieltag über die vollen 90 Minuten die rechte Abwehrseite beackern ließ. Pekarik verdrängte damit gestandende Spieler wie den italienischen Weltmeister Cristian Zaccardo oder Sascha Riether. Der Verteidiger, der beim MSK Zilina seit 2005 auf 111 Einsätze kam, passt perfekt in Magaths Anforderungsprofil.

Keine Integrationsprobleme

Er ist beweglich, dynamisch, steht nach hinten sicher und ist nach vorne gefährlich. Auch im Duell Mann gegen Mann hat der nur 1,76 Meter große und 70 Kilogramm schwere Spieler den Coach schnell von seinen Fähigkeiten überzeugt.

Wenn Pekarik auf dem Feld steht, merkt man ihm richtig an, dass er sich am Spiel beteiligen will. Immer wieder fordert er den Ball. Das beweist ein Blick in die bundesliga.de-Datenbank, die den 22-Jährigen als den Wolfsburger mit den dritthäufigsten Ballkontakten in der Rückrunde ausweist. In seiner Mannschaft gibt es außerdem nur drei Spieler, die häufiger das Duell mit dem Gegner suchten als er. Pekarik schien sich von Anfang an in Wolfsburg wohl zu fühlen und integrierte sich schnell in die Mannschaft. Nur an der Verständigung hapert es noch.

Mehr als nur UEFA-Cup?

Der Slowake kann weder Deutsch noch Englisch. Einen ersten Schnellkurs in Deutsch gab es schon von seinem tschechischen Teamkollegen Jan Simunek. "Sachen wie links, rechts, vor und zurück habe ich ihm schon beigebracht", sagt der Innenverteidiger: "Die Unterschiede zwischen Slowakisch und Tschechisch sind nicht so groß."

Bei der Pressekonferenz im Januar, auf der Peter Pekarik vorgestellt wurde, sagte dieser: "Wolfsburg hat große Ambitionen in der Liga und in Europa. Ich möchte noch in der laufenden Saison mithelfen, dass sich die Mannschaft wieder für den UEFA-Cup qualifiziert."

Jetzt, zwei Monate später, ist Pekarik mit seinen Wolfsburgern auf dem besten Weg dieses Ziel zu erreichen. Wenn es der Verteidiger und sein Team am Samstag schaffen, auch noch den FC Bayern in Schach zu halten, ist für die "Wölfe" sogar noch einiges mehr drin als nur der UEFA-Cup.

Karolina Mahrla