Nach dem Auftritt in der Europa League steht für Hertha BSC wieder der harte Liga-Alltag an. Am Sonntag trifft die "Alte Dame" auswärts auf den SC Freiburg (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Dabei zählt für das Schlusslicht aus der Hauptstadt im Breisgau eigentlich nur ein Sieg. Aufgrund der durch die Europa League bedingten Doppelbelastung seiner Schützlinge macht Hertha-Trainer Friedhelm Funkel die Besetzung der Anfangsformation von den Fitnesszuständen der jeweiligen Spieler abhängig.

"Wir müssen von Beginn an voll dagegenhalten"

Grundsätzlich stehen dem 56-jährigen aber fast alle Spieler für die Kaderplanung zur Verfügung. Lediglich Gojko Kacar, der aber mittlerweile wieder voll mit der Mannschaft trainiert, ist die Reise nach Freiburg nicht mit angetreten. Routinier Pal Dardai hingegen ist wieder einsatzfähig und stellt somit eine ernsthafte Alternative für die erste Elf dar.

Der Berliner Cheftrainer erwartet am Sonntag eine vom Abstiegskampf geprägte Partie und folgerichtig eine giftige Freiburger Mannschaft, die aufgrund ihrer kritischen sportlichen Situation ebenso zum Aktionismus verdammt ist wie die Hauptstädter.

"Wir werden in Freiburg auf eine kämpferische und laufstarke Mannschaft treffen, die von Beginn an versuchen wird Druck zu erzeugen. Das haben sie auch in ihrem letzten Heimspiel gegen Schalke getan und die Gelsenkirchener in der ersten halben Stunde nicht zur Entfaltung kommen lassen. Da müssen wir von Beginn an voll dagegenhalten", so Funkel.

Chancen konsequenter nutzen

Die positiven spielerischen Ansätze im Europa League-Spiel gegen Benfica Lissabon am Donnerstag (1:1) müssten zudem über die volle Distanz umgesetzt und gleichzeitig die Effektivität im Abschluss erhöht werden.

"Wir haben gegen Benfica, eine internationale Top-Mannschaft, über 90 Minuten sehr gut dagegengehalten und auch spielerisch einiges aufgezeigt. Wir müssen aber weniger leichtfertig mit unseren Möglichkeiten umgehen und die Tore einfach machen", gibt Funkel zu verstehen.

Klare Ansage von Dutt

Die Gastgeber gehen mit derselben Zielsetzung wie die Berliner ins Spiel: Drei Punkte müssen her. "Wir stehen vor einem Spiel, das man gewinnen muss. Alles andere brauchen wir gar nicht zu debattieren", sagt Freiburgs Trainer Robin Dutt.

Denn nach dem Punktgewinn gegen Schalke 04 im letzten Heimspiel und dem in der Nachspielzeit noch verloren gegangenen Zähler beim 1:2 in Frankfurt am vergangenen Sonntag ist ein Heimsieg gegen einen unmittelbaren Konkurrenten an diesem 23. Bundesliga-Spieltag von umso größerer Bedeutung. "Natürlich gibt es vor diesem Spiel einen gewissen Druck", so Dutt, "vielleicht den bislang größten in dieser Saison."

Kapitän fällt aus

Deshalb nutzte der Freiburger Cheftrainer den Beginn der Trainingswoche zu intensiven Gesprächen mit seinen Spielern. "Es ging darum, die Sinne zu schärfen und allen klar zu machen, was der Verein, was ich, was wir alle von ihnen erwarten", sagte der Coach.

Und weiter: "Ich habe den Spielern gesagt, dass sie den Druck nicht ignorieren, sondern offen annehmen sollen. Vor allem aber soll jeder seine persönliche Aufgabe am Sonntag in den Vordergrund stellen."

In der wichtigen Partie fehlt dem SC allerdings Kapitän Heiko Butscher (Muskelfaserriss). Wieder zur Verfügung stehen Ivica Banovic und Daniel Caligiuri sowie aller Voraussicht nach der im vergangenen Spiel in Frankfurt verletzt ausgeschiedene Cédric Makiadi. Erste Trainingseinheiten absolvierte nach langer Pause Verteidiger Pavel Krmas, ein Einsatz dürfte für den Tschechen aber noch zu früh kommen.