"Er ist ein torgefährlicher Spieler, seine Bilanz in der Regionalliga spricht für sich. Ich sehe auch in der Bundesliga gute Chancen für ihn."

Dieses Zitat stammt vom Wolfsburgs Cheftrainer und Sportdirektor Felix Magath. Getätigt am 18. Juni 2008. Anlass war die Verpflichtung eines Nachwuchsspielers: Mahir Saglik.

Tore en masse

Der 25-jährige Stürmer wechselte, für verhältnismäßig "kleines" Geld, vom damaligen Regional- und jetzigen Drittligisten Wuppertaler SV nach Niedersachsen. Für den WSV erzielte Saglik in der vergangenen Regionalliga-Saison in 34 Spielen beachtenswerte 27 Tore.

Von diesem Torriecher beeindruckt, lotste Magath den am 18. Januar 1983 in Paderborn geborenen Türken in die VW-Stadt und stattete ihn zunächst mit einem Ein-Jahres-Vertrag aus. Saglik hatte seinen ersten Kontrakt im Oberhaus erhalten. Und das nachdem er einige Jahre als Wandervogel hinter sich gebracht hatte.

Es begann beim SC Paderborn

Seine Karriere startete der 1,78 Meter große Saglik im Jahr 2002 in seiner Heimatstadt beim SC Paderborn. Im Alter von 19 Jahren gehörte er in der Regionalliga bereits zur Stammformation.

Gleich in seiner ersten Spielzeit markierte er 14 Treffer. Nach einem erfolgreichen Jahr ging er zu LR Ahlen in die 2. Bundesliga. Allerdings ohne durchschlagenden Erfolg: Im ersten Halbjahr erhielt Saglik kaum Einsatzzeiten und schloss sich nach der Hinserie erneut dem SC Paderborn an.

Auf nach Dortmund

Nach einem erfolgreichen halben Jahr in Paderborn rief abermals Fremde. Saglik wechselte zu Borussia Dortmund in die Regionalligamannschaft. Auch beim BVB blieb er trotz guter Torquote (30 Spiele, 12 Tore) nur eine Saison, bevor er in die österreichische Bundesliga zu Admira Wacker Mödling und später in die Regionalliga Süd zum 1. FC Saarbrücken wechselte.

Seit Sommer 2007 stand Saglik beim Wuppertaler SV unter Vertrag. Und nun also sucht der Torjäger in Wolfsburg sein Glück als Fußball-Profi.

Wichtiges Tor in Bochum

Mit erstem Erfolg: Bereits vor dem Bundesligastart hatte er die Wolfsburger mit zwei Treffern im DFB-Pokal-Spiel beim 1. FC Heidenheim 1846 (3:0) in die zweite Runde geführt.

Sein Debüt in der Bundesliga feierte er am 1. Spieltag beim 2:1-Sieg gegen den 1. FC Köln, als er in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde und die FC-Abwehr ordentlich durchwirbelte. Am vergangenen Wochenende stellte er seine Knipserqualität erstmals auch in der höchsten deutschen Spielklasse unter Beweis. Am 2. Spieltag erzielte Saglik nach seiner Einwechslung in der zweiten Hälfte den Treffer zum 2:2-Endstand im Spiel beim VfL Bochum und rettete dem VfL damit noch einen Punkt.

"Ich möchte das Tor meiner Familie widmen"

"Ich freue mich riesig über mein erstes Bundesligator. Ich möchte das Tor meiner Familie widmen. Ich bin sehr froh, dass mir der Trainer wieder das Vertrauen geschenkt hat, das möchte ich ihm und der Mannschaft mit guter Leistung zurückzahlen", sagte ein überglücklicher Saglik nach der Partie in Bochum.

Trainer Magath der ihn einst mit den Worten lobte "er ist ein Typ wie Gerd Müller", bremste seinen Angreifer dagegen aus. "Nein, ich freue mich nicht darüber. Nach seinem Tor ist er zu euphorisch und hat zwei glasklare Gelegenheiten ausgelassen", übte Magath Kritik an seiner neuen Nummer 16. Damit nicht genug: "Wenn man auf diesem Niveau eine Rolle spielen will, muss man von den drei Chancen mindestens zwei rein machen, am besten alle drei."

"Ich gebe weiter Gas"

Saglik selbst nahm die Kritik seines Coaches auf und gelobte Besserung. "Noch habe ich nichts geschafft. Das Tor ist schön und gut, aber es muss weitergehen. Ich mache mir nicht viele Gedanken, ich gebe weiter Gas. Dass ich es nicht geschafft habe, nachzulegen, ärgert mich schon."

"Weiter Gas geben": Ein gutes Motto, um sich in der Volkswagen-Stadt dauerhaft durchzusetzen...

Sven Becker