Köln - Der Punkt "Ausbau der Fanarbeit" zählt zweifellos zu den entscheidenden des Zehn-Punkte-Plans für mehr Sicherheit im Fußball. Mit einer großen gemeinsamen Veranstaltung in der Frankfurter Commerzbank-Arena haben die Fanbeauftragten und Presseverantwortlichen der DFL-Clubs sowie Vertreter von Fanprojekten weitere konkrete Maßnahmen in die Tat umgesetzt.

Unter dem Motto "Kommunikation und Dialog - von der Möglichkeit sich zu verstehen" hatte die DFL Deutsche Fußball Liga ein Symposium organisiert, zu dem mehr als einhundert Beteiligte am Donnerstag, 28. Oktober in Frankfurt zusammenkamen.

"Ganz wichtige Rolle im Prozess der Prävention"

Ziel der Tagung war die Verbesserung der internen Kommunikation zwischen den drei Teilnehmergruppen, um dadurch den Dialog mit den Fans optimieren zu können. "Fans spielen eine entscheidende Rolle im Fußball und das wird auch in Zukunft so sein", sagte Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen in seiner Begrüßungsrede.

"Der kritische und belastbare Dialog besonders mit den aktiven Fans ist ganz entscheidend in der präventiven Fanarbeit. Fanprojekte, Fanbeauftragte und Kommunikationsbeauftragte spielen als gemeinsame Schnittstelle eine ganz wichtige Rolle im Prozess der Prävention. Voraussetzung dafür ist es, dass alle drei Funktionsgruppen die Aufgabenfelder des jeweils anderen kennen, verstehen und wertschätzen", so Thomas Schneider, Koordinator Fanangelegenheiten der DFL.

Wissenschaft empfiehlt aktive Einbindung von Fans

Frische Impulse setzte zu Tagungsbeginn Professor Holger Ziegler, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der DFL. Der Experte im Bereich Sozialarbeit und Sozialpädagogik hielt einen kraftvollen Vortrag über den Umgang mit Fußballfans aus wissenschaftlicher Sicht. Ziegler empfahl den Clubs die aktive Einbindung von Fans, etwa beim Erstellen eines Fankodex.

In einer Podiumsdiskussion unter der Moderation von DFL-Kommunikationsdirektor Christian Pfennig äußersten sich die Diskutanten zu ihrer jeweiligen Sicht und Arbeitspraxis beim Umgang mit Fußballfans. Gerd Graus, Leiter strategische Kommunikation bei Hertha BSC Berlin, bestätigte dabei die große Bedeutung einer klaren internen Kommunikation zwischen Medien- und Fanbeauftragten.

"Wir sind mit diesem Thema auf dem richtigen Weg"

Graus stellte im folgenden Tagungsverlauf zusammen mit Dominik Schmitz, Pressesprecher FC Augsburg, das Arbeitsfeld der Medienbeauftragten vor. Thomas Weinmann (Borussia Mönchengladbach) und Ben Vogt (Eintracht Frankfurt) übernahmen diesen Part als Vertreter der Fanbeauftragten für drei jeweils wechselnde Arbeitsgruppen. Jörg Rodenbüsch und Thomas Beckmann übernahmen die Aufgabe als Vertreter der Fanprojekte.

Das Tagungs-Fazit von Dominik Schmitz fand bei den Teilnehmern große Zustimmung: "Der gemeinsame Dialog tut allen gut. Ich bin sicher, dass alle Teilnehmer sehr viel mitgenommen haben. Wir sind mit diesem Thema auf dem richtigen Weg, wir wollen doch alle, dass Präventionsprojekte mehr Aufmerksamkeit bekommen."

"Auftakt einer ganzen Reihe von Veranstaltungen im Sinne des Zehn-Punkte-Plans"

Thomas Schneider: "Wir wollten mit diesem Tag die Voraussetzungen für eine funktionierende Kommunikationsstruktur schaffen. Ich glaube, dass uns damit ein nachhaltiger Fortschritt in der präventiven Fanarbeit gelungen ist. Und dieses Symposium war erst der Auftakt einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, die im Sinne des Zehn-Punkte-Plans folgen werden."

Die DFL hatte den Zehn-Punkte-Plan für mehr Sicherheit im Fußball gemeinsam mit dem Deutschen Fußball-Bund im April 2010 gegenüber Vertretern der Politik aus Bund, Ländern und Kommunen vorgestellt. Kernpunkte sind die Verbesserung der Kommunikation, der weitere Ausbau der präventiven Fanarbeit sowie die wissenschaftliche Begleitung der Maßnahmen durch ein Expertenteam.

Stefan Kusche