Manager Uli Hoeneß wunderte sich über das Abwehrverhalten, Miroslav Klose über die mangelnde Einstellung, und auch Jürgen Klinsmann war mit seinem Pflichtspiel-Debüt beim Rekordmeister Bayern München unzufrieden.

"Die Gesamtleistung ist natürlich stark verbesserungswürdig", meinte der neue Trainer nach dem mühsamen 4:3 (2:1)-Erfolg im DFB-Pokal bei Drittligist Rot-Weiß Erfurt. "Wir haben viel zu viele Fehler im Defensivverhalten gemacht", stellte Klinsmann fest.

"Gegen Erfurt haben wir die Rechnung für unsere Vorbereitung gezahlt. Die EM-Nachzügler kamen spät zur Mannschaft und haben noch Nachholbedarf, die Spieler, die von Anfang an dabei waren, hatten erst einen Tag frei."

Kroos im Mittelpunkt

So war wenige Tage vor dem Bundesliga-Start gegen den Hamburger SV außer dem starken Toni Kroos nicht viel los bei den Bayern. Dennoch ist Klinsmann vor dem Auftakt am Freitag nicht bange. "Das wird ein ganz anderes Spiel. Genauso wie es für Erfurt ein anderes Spiel gegen Jena wird", meinte Klinsmann.

Vor 24.500 Zuschauern im Steigerwaldstadion hatten die Gastgeber gleich dreimal ausgeglichen, ehe der 18-jährige Kroos mit seinem Treffer zum 4:3 zum Matchwinner avancierte (80.). Die Tore von Philipp Lahm (6.), Lukas Podolski (24.) und Miroslav Klose hatten Massimo Cannizzaro (22.) und Albert Bunjaku (47./67.) jeweils egalisiert.

Schlecht bewegt

"Wenn man 4:3 gewinnt, muss man zufrieden sein. Aber mit dem Spiel insgesamt kann man nicht zufrieden sein. Und auch über die Fehler bei den Gegentoren muss man diskutieren. Gegen Hamburg müssen wir ganz anders auftreten", erklärte der neue Bayern-Kapitän Mark van Bommel. Klose meinte: "Gegen den HSV müssen wir uns gewaltig steigern. Wir haben uns gegen Erfurt viel zu schlecht bewegt."

Gut bewegte sich wie schon beim 0:1 gegen Inter Mailand Mittelfeldregisseur Kroos. Der frühere Rostocker war stets anspielbar, bereitete das 1:0 von Lahm mit einem Heber sehenswert vor und ersparte den Bayern mit seinem Schuss aus rund 20 Metern zehn Minuten vor dem Ende die Verlängerung.

"Mit Toni haben wir ein sehr großes Talent mit einer tollen Perspektive in unseren Reihen. Er weiß, wo er sich noch verbessern muss, denn das sage ich ihm jeden Tag. Wir werden intensiv mit ihm arbeiten, damit er auf die nächste Stufe kommt", sagte Klinsmann.