321 Pflichtspiele für den FCK, 336 Tore, Deutscher Meister 1951 und 1953 und natürlich Weltmeister 1954 - wer über Ottmar Walter spricht, kommt an dem Begriff "Legende" nicht vorbei.

Heute feiert das Idol seinen 85. Geburtstag. Gefeiert wird im engsten Familienrahmen, gemeinsam mit Ehefrau Anneliese, Sohn Ottmar und den beiden Enkeltöchtern.

Mehr als nur ein "kleiner Bruder"

Einen größeren Rahmen lehnte der Ur-Lautrer aus gesundheitlichen Gründen ab, dabei hätte er ihn verdient gehabt. Denn wer den FCK-Rekordtorjäger nur als kleinen Bruder vom "großen Fritz" sieht, der begeht denselben Fehler wie Vater Ludwig. Auch der verkannte zunächst das Talent seines Zweitgeborenen und riet ihm, es mit dem Fußball besser sein zu lassen.

Letztlich setzte sich Ottmar Walter durch, nachdem er zwischenzeitlich schon mit einer Karriere als Rennfahrer geliebäugelt hatte. Gut, dass er am Ball blieb. Denn auf dem Spielfeld gab er nicht nur in Form von atemberaubenden Sprints Gas, sondern definierte die Rolle des Mittelstürmers völlig neu. Obwohl äußerst kopfballstark, suchte er nicht nur im Strafraum sein Glück, sondern eroberte sich die Bälle selbst über die Außen.

Maßgeblicher Anteil am Wunder von Bern

Ottmar Walter hat das "Wunder von Bern" entscheidend mit geprägt. Nicht nur, weil "Ottes" während der WM-Endrunde vier Treffer erzielte - auch, weil er im Finale den ungarischen Abwehrchef Gyula Lorant so sehr beschäftigte, dass Helmut Rahn die entscheidenden Freiräume erhielt. Der Rest ist Geschichte. Trotz des großen, gemeinsamen Erfolges, stand Ottmar tatsächlich im Schatten des Älteren Bruders.

"Fritz Walter war Fritz Walter, da kam niemand ran. Ottmar konnte aber ganz gut damit leben, schließlich war und ist er selbst ein Großer", weiß Horst Eckel. Weil Ottmar Walter seinen Bruder eben auch bewunderte. Und weil beide wussten, dass der Megastar ohne den Superstar kaum in dem Maße glänzen konnte. Das beste Beispiel: Bevor Fritz Walter 1956 sein legendäres Tor mit der Hacke gegen den SC Wismut Karl-Marx-Stadt erzielte, trat Ottmar die entsprechende Flanke. Und ganz nebenbei war er es, der 1951 mit seinem Doppelpack das 2:1 gegen Preußen Münster und somit die erste Deutsche Meisterschaft für den FCK erst ermöglichte.

Lebende Legende

"Für mich war und ist es immer noch beeindruckend, die FCK-Idole zu treffen. Ottmar Walter hat uns immer wieder die Ideale aus der damaligen Zeit näher gebracht - Kameradschaft, Respekt und Anstand gehörte für unsere Helden einfach dazu. Diese fünf Männer - unter ihnen natürlich Ottmar Walter, haben 1954 einer ganzen Nation neue Hoffnung gegeben", betont Stefan Kuntz. Und spricht damit all denen aus der Seele, für die Ottmar weit mehr als nur der kleine Bruder ist.

Horst Eckel: "Ottmar ist ein echter Freund"

Ottmar Walter, Hans Schäfer (1. FC Köln) und Horst Eckel (1. FCK) sind die letzten drei Zeitzeugen und Helden des Wunders von Bern.

Frage an Horst Eckel: Was zeichnet Ottmar Walter für Sie aus?

Horst Eckel: Als ich 1949 vom SV Vogelbach gekommen bin, war ich mit Abstand der Jüngste in der Mannschaft. Da war ich froh, dass Ottmar Walter mich an die Seite genommen hat. Er war für uns junge Spieler immer da. Ottmar war damals ein echter Freund und er ist es immer noch.

Frage: Gibt es ein besonderes Erlebnis, das Sie mit Ottmar Walter verbinden?

Eckel: Vor dem Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1951 hat der Verein uns beide für drei, vier Tage nach Johanniskreuz geschickt. Ottmar sollte eine Knieverletzung auskurieren und ich schmächtiger Kerl musste noch ein bisschen Fett auf die Rippen bekommen. Wir haben in dieser Zeit zu zweit trainiert und auch sonst alles gemeinsam gemacht. Für mich war das etwas ganz besonderes, weil ich zu ihm aufgeschaut habe. Im Endspiel hat Ottmar uns mit seinen zwei Toren zum Titel geschossen. Das muss wohl an unserer Vorbereitung gelegen haben.

Der 1. FC Kaiserslautern gratuliert Ottmar Walter von ganzem Herzen zum 85. Geburtstag!

bundesliga.de möchte sich diesen Glückwünschen ausdrücklich anschließen!