München - Die große Bühne Bundesliga hebt am kommenden Wochendende wieder den Vorhang. Wer liefert in der zweiten Saisonhälfte Stoff für große Heldengeschichten? Wer streift die Nebenrolle ab und avanciert zum Hauptdarsteller?

bundesliga.de blickt auf zwölf Spieler, die sich in der Rückrunde ins Rampenlicht spielen könnten. Teil 2: von Rodriguez bis Moravek.

Ricardo Rodriguez (VfL Wolfsburg)

Der 19-jährige Verteidiger aus der Schweiz ist von Felix Magath fix für die linke Defensivseite eingeplant. Marcel Schäfer soll eine Position nach vorne rücken. Rodriguez, der vom FC Zürich kam, galt in der Alpenrepublik als Shootingstar und stand angeblich bei einigen Topclubs auf der Wunschliste (zum Porträt). Der Sohn eines Spaniers und einer Chilenin überzeugte in seinen ersten Tagen beim VfL durch großen Einsatz. "Man sieht, dass er hochmotiviert ist", lobt Hasan Salihamidzic. Magath sieht in schon jetzt "in einer überraschend guten Kondition". Ein Einsatz gegen Köln ist also wahrscheinlich.

Vieirinha (VfL Wolfsburg)

Der 25 Jahre alte Offensivallrounder, der von PAOK Thessaloniki zu den "Wölfen" stieß, soll dem VfL-Offensivspiel die nötige Portion Kreativität bringen, die in der Hinserie häufig gefehlt hat - im Zentrum oder auf den Außenbahnen, je nach Bedarf. In Griechenland war der beidfüßige Portugiese einer der Stars. Gewöhnt er sich rasch an das höhere Tempo in der Bundesliga, könnte er bald einen Stammplatz besetzen. Gefragt nach seinem Idol, schwärmt Vieirinha von einem ganz Großen auf seiner Position: "Ich habe immer davon geträumt, so zu spielen wie Luis Figo", sagt er: "Zu ihm fehlt mir aber noch ein bisschen."

Ivo Ilicevic (Hamburger SV)

Nach der unglücklichen Hinserie mit nur sechs Einsätzen blickt der 25-jährige Kroate "dem spannendsten Halbjahr meiner Karriere" hoffnungsfroh entgegen. Aufgrund einer Verletzung fand er nach seinem Wechsel im Sommer lange nicht in die Spur. Mit dem Spielwitz und der Schnelligkeit, die ihn beim FCK ausgezeichnet haben, will er in der Rückrunde für den HSV glänzen. Die Aussichten sind gut: Nach der Verletzung von Gökhan Töre ist die Position rechts im Mittelfeld vakant. Ilicevic gilt als erster Anwärter. Das Trainingslager sei für ihn "ein echter Neustart" gewesen, sagt Ilicevic.

Adam Szalai (1. FSV Mainz 05)

Nach langer Leidenszeit greift der Ungar wieder an. Ende Januar 2011 hatte er sich im Spiel gegen Kaiserslautern einen Kreuz- und Außenbandriss zugezogen. Das ist endlich Vergangenheit. "Ich habe keinerlei Schmerzen mehr", sagt Szalai. Er gehe ohne Angst in die Zweikämpfe. Bei seinem Comeback im Test gegen die B-Elf von Real Mallorca Anfang des Jahres traf er ein Mal selbst und bereitete einen Treffer vor. Tuchel sagt: "Sein Comeback hat gezeigt, was uns alleine durch ihn an Qualität gefehlt hat." Als "Neuzugang" bezeichnet der Coach seinen Angreifer. Szalai selbst fiebert seinem Bundesliga-Comeback entegegen: "Ein Jahr lang habe ich nur davon geträumt."

Nicolai Jörgensen (1. FC Kaiserslautern)

Für die Leihgabe von Bayer Leverkusen steht bei seinem Engagement in der Pfalz viel auf dem Spiel. Als hoffnungsvolles Talent aus Dänemark unters Bayer-Kreuz gewechselt, fand sich der 1,90 Meter große Angreifer alsbald auf der Bank wieder. Der 21-Jährige weiß: "Ich kann mir hier selbst helfen, aber auch der Mannschaft." Der Konkurrenzdruck bei Lautern ist wesentlich geringer als in Leverkusen. Magere 13 Hinrundentore sprechen nicht für das etablierte Offensivpersonal der Lauterer. Ein großer Traum motiviert Jörgensen zusätzlich: "Ich möchte mir die Möglichkeit offen halten, bei der EM 2012 dabei zu sein."

Jan Moravek (FC Augsburg)

Mit einem Leihgeschäft hat der Tscheche schon gute Erfahrungen gemacht. Vergangene Saison war er an den FCK ausgeliehen, traf dort in 29 Spielen fünf Mal. "Dort habe ich gezeigt, dass ich Bundesliga spielen kann", sagt Moravek. Jetzt will der 22-Jährige in Augsburg Ähnliches vollbringen. Coach Jos Luhukay erhofft sich "zusätzliche Impulse" durch den Neuzugang. Im ersten Testspiel für den neuen Club führte sich der offensive Mittelfeldspieler mit einem Treffer gut ein. Mehr Torgefahr ist beim FCA auch notwendig. Mit 15 Toren stellt der FCA den zweitschlechtesten Angriff der Hinrunde.


Hier geht's zu Teil 1: von Leitner bis Lopes