Nachdem der italienische Schiedsrichter Robert Rosetti die torlose Partie des VfB Stuttgart gegen die Rumänen des FC Timisoara abgepfiffen hatte und klar war, dass die Schwaben die begehrte Champions League erreicht hatten, reagierten die VfB-Akteure auf dem Platz ein wenig komisch.

Nur wenige Umarmungen, kaum hochgerissene Hände, fast schien es so, als hätten sie noch gar nicht realisiert, was sie in diesem Moment geschafft hatten. Gruppenphase Champions League - der VfB Stuttgart ist zurück auf der großen Fußball-Bühne.

Nicht schön, aber erfolgreich

Die zurückhaltende Reaktion der Stuttgarter Spieler mag auch daran gelegen haben, dass der VfB seinen Fans sicher schon spielerisch bessere Leistungen geboten hat. Auf der anderen Seite war das nie gefährdete Weiterkommen gegen die harmlosen Rumänen auch ein Indiz dafür, wie stabil und effizient die Mannschaft von Trainer Markus Babel mittlerweile zu spielen imstande ist.

"Wir haben sicher nicht brillant gespielt, dafür aber sehr stabil und sicher. Deswegen stehen wir auch verdient in der Champions League", sagte der Schweizer Nationalverteidiger Ludovic Magnin nach dem Spiel gegenüber bundesliga.de und traf damit den Nagel auf den Kopf. Die Rumänen hatten über 90 Minuten keine einzige Torchance und waren letztlich nur ein besserer Sparringspartner.

Wenn Babbel in seinem Resümee davon sprach, dass ein "Traum für die Fans und den Verein in Erfüllung" gegangen sei, spürte man, wie groß die Erleichterung rund um die momentane Baustelle Mercedes-Benz-Arena war.

Mittelfeldspieler gesucht

Zu viel stand auf dem Spiel. Einige Millionen Euro wird die Champions League in die Kassen des VfB Stuttgart spülen. Viel Geld, das Sportdirektor Horst Heldt zum Teil in den weiteren personellen Ausbau seiner Mannschaft investieren will.

Gesucht wird nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Martin Lanig noch ein qualitativ hochwertiger defensiver Mittelfeldspieler. Wobei der VfB in der Tat mittlerweile nur noch punktuelle Ergänzungen benötigt, denn die Mischung stimmt in Stuttgart.

Routinierte Kräfte wie Jens Lehmann, Thomas Hitzlsperger, Alexander Hleb oder Pawel Pogrebnyak bilden das Gerüst einer Mannschaft, die auf der anderen Seite jede Menge Talente vorzuweisen hat. Serdar Tasci, Christian Träsch, Sami Khedira, Sebastian Rudy, Timo Gebhardt - die Liste der "jungen Wilden" ist lang in Stuttgart, auch ein Verdienst der konsequenten Nachwuchsarbeit.

Hammerlose warten

Nun also Champions League. Bei der Auslosung sind die Stuttgarter im Topf drei gesetzt, das bedeutet ein mögliches Zusammentreffen mit dem "Who is who" des internationalen Fußballs. FC Barcelona, Manchester United, Real Madrid oder Inter Mailand – attraktiver (und schwerer) geht es nicht.

"Es ist ein Traum, in der Champions League zu spielen", meinte der junge Rudy nach dem Spiel. Eine Aussage, der kaum etwas hinzuzufügen ist.

Aus Stuttgart berichtet Jens Fischer