Mit einer Gala-Vorstellung im "Duell der blonden Engel" gegen Bernd Schuster will sich Spanien-Legionär Eugen Polanski in das Notizbuch von Bundestrainer Joachim Löw spielen.

"Ich arbeite täglich hart, um bei so großen Spielen wie gegen Real mit dabei zu sein. Schließlich will ich es ja auch zur deutschen Nationalmannschaft schaffen", sagte der Mittelfeldspieler vom spanischen Erstligisten FC Getafe vor dem Ligaspiel gegen Real Madrid am Samstag.

"Bin mir sicher, dass wir gewinnen"

Der 22-jährige Polanski ist in der Primera Division derzeit in aller Munde. Nach dem überraschenden 1:1 in Barcelona am vergangenen Wochenende wurde der Mittelfeldspieler mit Lobeshymnen überhäuft.

In der Sporttageszeitung AS bekam der gebürtige Pole, der im vergangenen Sommer ablösefrei von Bundesliga-Aufsteiger Borussia Mönchengladbach zum Madrider Vorortclub gewechselt war, als bester Spieler die Note 1.

Entsprechend selbstbewusst geht Polanski mit Getafe auch in die Partie gegen die "Königlichen". "Ich bin mir sicher, dass wir gegen Real gewinnen. Real hat zwar große technische Qualität, aber sie sind doch in einer Krise, oder? Real muss gegen uns gewinnen. Das ist unsere Chance", sagte Polanski.

In Schusters Fußstapfen?

Zu Saisonbeginn war er als Ersatz für den zu Real gewechselten Europameister Ruben de la Red zunächst nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinausgekommen.

Doch im Gegensatz zu Ex-Nationalkeeper Timo Hildebrand beim FC Valencia hat sich Polanski in eine der stärksten Ligen der Welt durchgesetzt. Nach gut fünf Monaten zählt der ehemalige Kapitän der deutschen U-21-Nationalmannschaft bei Getafe zu den unumstrittenen Stammspielern. Doch das ist Polanski noch lange nicht genug.

Der defensive Mittelfeldspieler will in die Fußstapfen von Real-Coach Schuster treten und eines Tages der berühmteste deutsche Export in der Primera Division werden. "Er hat auf meiner Position gespielt und ich hoffe, eines Tages auf sein Level zu kommen. Schuster hat in Deutschland das Image eines großen Spielers und eines guten Trainers", meinte Polanski.

Vor dem wechsel nicht lange überlegt

Polanski, der im Aufstiegsjahr in Gladbach nicht über die Rolle des Bankdrückers hinausgekommen war, bezeichnet den Wechsel nach Getafe als absoluten "Glücksfall". So überraschend die Anfrage aus Spanien im Sommer kam, so überraschend ist sein Aufstieg in Getafe zum Führungsspieler.

"Ich habe nicht lange gezweifelt und bin froh, mich für Getafe entschieden zu haben. Für jeden Spieler ist die spanische Liga ein Traum. Und Getafe ist durch die zwei Jahre unter Trainer Schuster und die UEFA-Cup-Spiele gegen Bayern auch in Deutschland ein bekannter Verein", sagte Polanski.