
Die Kiezkicker mit dem nächsten Ausrufezeichen im Abstiegskampf
Mit einer disziplinierten und kämpferischen Leistung setzt St. Pauli seinen Aufwärtstrend fort. Nach dem Führungstreffer kurz vor der Pause verteidigen die Hamburger mit großem Einsatz und profitieren von einem starken Vasilj im Tor. Der Erfolg gegen einen Champions-League-Aspiranten unterstreicht die gewachsene Reife der Mannschaft im Saisonendspurt.
Zweites Spiel in Folge gewonnen, erneut ein Topteam geschlagen – der FC St. Pauli setzt im Saisonendspurt ein weiteres Ausrufezeichen. Nach dem Sieg im Abstiegskracher gegen SV Werder Bremen folgt nun ein 1:0 bei der TSG Hoffenheim. Drei Siege aus vier Spielen – das ist kein Zufall mehr, es ist eine Entwicklung zu erkennen.
"Ich bin wahnsinnig glücklich – nicht nur über die drei Punkte, sondern auch über unsere Leistung“, sagte Trainer Alexander Blessin nach Abpfiff. Und tatsächlich war es mehr als nur ein hart erkämpfter Auswärtssieg.
In der ersten Halbzeit spielte St. Pauli mutig, strukturiert, mit klaren Umschaltideen. Blessin sprach von "Steil-Klatsch-Momenten“ und diagonalen Verlagerungen, mit denen man den Hoffenheimer Zugriff überspielt habe. Genau so entstand auch das Siegtor: Ballgewinn in der zweiten Welle, perfekte Flanke – und konsequenter Abschluss.
Pereira Lage dankt Teamkollegen
"80 Prozent des Tores gehören Manolis Saliakas“, sagte Torschütze Mathias Pereira Lage mit einem Lächeln. "Ich habe lange darauf gewartet.“ Für ihn persönlich war es ein besonderer Moment – für die Mannschaft ein Wirkungstreffer im positiven Sinne. Kurz vor der Pause, zum perfekten Zeitpunkt. Doch der eigentliche Prüfstein folgte nach dem Seitenwechsel.
"Es war vielleicht der größte Fight in dieser Saison“, sagte Torhüter Nikola Vasilj. Hoffenheim drückte, brachte frische Kräfte, suchte die Lücke. Doch St. Pauli warf sich in jeden Ball. "Wir mussten sehr viel leiden“, so Blessin. "Aber wir hatten hinten einen überragenden Torwart, der uns die Null festgehalten hat.“

Vasilj "herausragend"
Selbst die Gegenseite erkannte das an. TSG-Coach Christian Ilzer sprach von einem "leidenschaftlich verteidigenden Gegner“ und einem "herausragenden“ Vasilj. Eric Smith brachte es nüchtern auf den Punkt: "Der Schlüssel war, dass wir zu Null gespielt haben.“ Und Kapitän Hauke Wahl ergänzte: "In der zweiten Halbzeit ging es nur noch ums Verteidigen. Heute hat es gereicht, einmal konsequent zu sein.“
Dieser Satz sagt viel über den Reifeprozess dieser Mannschaft. Früher hätte ein solches Spiel kippen können. Diesmal nicht.
St. Pauli verlässt Abstiegszone
Der erste Auswärtssieg außerhalb Hamburgs, gegen einen Champions-League-Aspiranten – das verändert nicht nur die Tabelle, sondern auch das Selbstverständnis. St. Pauli verteidigt nicht nur – St. Pauli glaubt. "Wir wussten, dass wir an unsere Grenzen gehen müssen“, sagte Blessin. Seine Mannschaft ging darüber hinaus.
"Und genau deshalb fühlt sich dieser Sieg größer an als nur drei Punkte", so Blessin abschließend. Damit verlassen die Kiezkicker erstmals seit dem neunten Spieltag die Abstiegszone.
Weitere News

St. Pauli schockt Hoffenheim
Durch leidenschaftliche Defensivarbeit feiern die Kiezkicker einen verdienten Erfolg bei der TSG.

"Ich freue mich unfassbar"
Die Trainerstimmen zum 24. Spieltag.

Restprogramm - noch elf Spiele 2025/2026
Wer bekommt es noch mit wem zu tun? Die verbliebenden Gegner aller Teams.
