Zusammenfassung

  • Mario Götze war gegen Augsburg am Führungstor beteiligt

  • Der Dortmunder nennt im Interview Gründe, warum es gegen Augsburg nicht zu einem Sieg gereicht hat

  • Götze: "Wir müssen schneller die Seite wechseln, um Tempo ins Spiel zu bekommen"

Dortmund - Mario Götze mühte sich sichtlich, versuchte Struktur ins Spiel von Borussia Dortmund zu bekommen und war auch am Führungstor beteiligt. Am Ende aber konnte auch der Nationalspieler nicht verhindern, dass der BVB nicht über ein 1:1 gegen den FC Augsburg hinauskam. Entsprechend enttäuscht zeigte sich Götze nach der Partie und zählte im Interview schonungslos auf, woran es dem Spiel der Borussia zurzeit fehlt.

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Frage: Mario Götze, wie ist die Gemütslage nach dem Unentschieden?

Mario Götze: Ganz klar enttäuscht, das kann man nicht anders beschreiben. Das war definitiv nicht zufriedenstellend.

"Wir müssen schneller die Seite wechseln, um Tempo ins Spiel zu bekommen."

Frage: Woran hat es gelegen, dass der BVB nicht gewinnen konnte? In den ersten 20 Minuten lief es eigentlich noch sehr gut, dann plötzlich nicht mehr.

Götze: Wir müssen einfach versuchen, im letzten Drittel die Laufwege besser zu machen und zwingender zum Tor zu kommen. Wir haben in der einen oder anderen Situation den Ballbesitz nur auf einer Seite. Wir müssen schneller die Seite wechseln, um Tempo ins Spiel zu bekommen. So sind wir nicht zwingend bis zum Tor gekommen, das müssen wir uns definitiv ankreiden. Wenn wir schon früh zuhause gegen Augsburg in Führung gehen, und dann am Ende nach einem Gegentor durch einen Standard nur unentschieden spielen, dann ist das schon sehr bitter.

Frage: Die Vereine hinter den Bayern liefern sich zurzeit ein regelrechtes Schneckenrennen um den zweiten Platz.

Götze: Ich glaube, das ist bei uns gerade nicht so in den Köpfen. Wir wissen, wie wichtig unsere Spiele sind. Und wir wissen, dass wir auch gerade Zuhause unsere Punkte holen müssen. Wir haben noch ein hartes Programm vor uns. Deswegen interessiert es uns gerade nicht wirklich, was die anderen Mannschaften machen, sondern nur das, was wir selbst machen. Wir müssen unsere Punkte holen!

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Frage: Woran liegt es denn, dass es im Spiel plötzlich so abreißt? Die Anfangsphase sah ja wirklich klasse aus.

Götze: Wir haben immer mal solche Phasen in unserem Spiel. Es darf uns natürlich nicht passieren, dass wir so wechselhaft in unseren Spielen sind. Dann auch noch ein Gegentor nach einer Standardsituation zu bekommen und wieder bei Null anzufangen, ist doppelt ärgerlich. Wenn man den Spielverlauf betrachtet, darf uns das nicht passieren. Gerade wenn wir Zuhause mit 1:0 in Führung gehen, müssen wir viel souveräner spielen. Wir müssen zwingender spielen und es dann insgesamt viel routinierter runterspielen. Wir müssen eiskalt auch die Torchancen nutzen, die wir uns herausspielen. Im letzten Drittel müssen wir konsequenter sein.

"Diese Automatismen wieder einzuspielen, das dauert eine gewisse Zeit"

Frage: Wenn man nicht nur das Spiel gegen Augsburg, sondern die letzten Partien insgesamt betrachtet – sind Sie mit dem Fußball zufrieden, den der BVB zurzeit auf den Platz bringt?

Götze: Für uns ist es wichtig, dass wir auf dem Platz funktionieren und dass die Abläufe stimmen. Dass es nicht von null auf hundert funktionieren kann, dass nicht sofort alle Automatismen wieder funktionieren, das ist auch klar. Marco Reus etwa war lange raus. Sich dann auch als Mannschaft wieder zu finden und diese Automatismen wieder einzuspielen, das dauert eine gewisse Zeit - die wir normalerweise nicht haben. Für uns ist es wichtig, sich auch an den kleinen, positiven Dingen hochzuziehen und daraus zu lernen. Und auch aus den Sachen, die nicht gut passen, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Das ist keine Sache des Jetzt-Zustandes, so etwas muss sich auch entwickeln.

Aufgezeichnet von Dietmar Nolte