Nürnberg - Die Hoffnung auf Platz 5 und Europa keimt immer noch beim 1. FC Nürnberg. Dass es nicht gelang, den Konkurrenten Mainz 05 im direkten Duell hinter sich zu lassen, dürfe man nicht überbewerten, meint Mittelfeldmann Mehmet Ekici, der nun auf drei Punkte in Dortmund hofft.

Im Interview spricht der Youngster über Endspiele, die Gründe für das zähe Remis gegen Mainz und den kommenden Gegner.

Frage: Herr Ekici, wie haben Sie das 0:0 gegen Mainz erlebt?

Mehmet Ekici: Wir haben letztlich kein Mittel gegen die kompakte Mainzer Abwehr gefunden, waren aber sicher insgesamt die spielbestimmende Mannschaft. Deshalb denke ich, dass das Remis am Ende gerecht war.

Frage: Für die Zuschauer war die Partie hingegen nicht gerade ein Leckerbissen. Es gab viele Zweikämpfe, aber kaum Torraumszenen.

Ekici: Das stimmt schon. Ich glaube, das liegt aber auch daran, dass wir uns mittlerweile Respekt in der Bundesliga erarbeitet haben. Daher verteidigen viele Mannschaften eben auch eher, wenn sie bei uns im Stadion spielen.

Frage: Wie enttäuscht sind Sie, dass es nicht gelungen ist, Mainz den wichtigen 5. Platz abspenstig zu machen?

Ekici: Wir dürfen jetzt nicht so tun, als sei alles zu spät. Vom Endspiel haben auch immer nur die Journalisten gesprochen. Wir haben das nie getan. Nächste Woche geht es wieder um drei Punkte, vielleicht holen wir die ja auch.

Frage: Ihnen ist aber schon klar, dass es am kommenden Spieltag zum Spitzenreiter nach Dortmund geht?

Ekici: Selbstverständlich. Aber im Fußball wächst man an seinen Aufgaben. Wir müssen uns eben der Situation stellen. Und ganz nebenbei: Dortmund hat meines Wissens gerade gegen Gladbach verloren. Das zeigt, dass die Bundesliga insgesamt ein sehr hohes Niveau hat, wenn der Letzte gegen den Ersten gewinnen kann. Es ist machbar, und so wollen wir das Spiel auch angehen.

Frage: Dass die Liga derzeit sehr ausgeglichen ist, hat man auch heute gesehen. Da haben sich zwei taktisch disziplinierte Mannschaften wechselseitig neutralisiert.

Ekici: Absolut. Und man hat gesehen, dass das kämpferische Niveau heute insgesamt sehr hoch war.

Frage: Zum Sieg hat es dennoch nicht gereicht.

Ekici: Wir müssen uns schon vorwerfen lassen, dass wir zu viele vermeidbare Ballverluste hatten. Wir haben ein paar leichte Bälle verloren. Es ist eben nicht immer einfach, schnell in die Spitze zu spielen, was eigentlich unser Spiel ist. Daraus können wir nur lernen.

Frage: Haben Sie denn gemerkt, dass Sie mit Mainz gegen einen Europaleague-Aspiranten gespielt haben?

Ekici: Aber auf jeden Fall. Die haben schon ein paar sehr gute Spieler in ihren Reihen und stehen nicht umsonst da oben. Für uns gilt das allerdings auch. Ich möchte jetzt aber nicht über einzelne Spieler sprechen, das führt zu nichts.

Frage: Warum denn nicht?

Ekici: Weil es auch für jeden einzelnen Spieler besser läuft, wenn die Mannschaft funktioniert. Wir müssen jetzt einfach zusehen, dass wir Punkte einfahren, damit wir unsere Chance auf einen europäischen Wettbewerb wahren.

Aus Nürnberg berichtet Christoph Ruf