Dortmund - Der BVB hat die Meisterschale und Dortmund erlebt Kevin Großkreutz, das Feierbiest, Teil zwei. Der Ur-Borusse treibt die Feier an - abwechselnd mit den Mitspielern, den Fans oder auch einfach mal ganz alleine (XL-Galerie: Die Schwarz-Gelbe Party in Bildern).

"Meisterlich spielen, meisterlich feiern" verkündet es ein großes Plakat im XXL-Format am Dortmunder U-Turm, wo sich die BVB-Familie am Samstagabend zum Bankett traf. Was das bedeutet, zeigten die neuen Deutschen Meister schon unmittelbar nach dem Abpfiff des letzten Saisonspiels. Kaum war die Meisterschale übergeben, ließen Großkreutz und Co. die Bierduschen sprechen - und klare Worte: "Das ist einfach nur geil!"

Raus aus der Kabine, hin zu den Fans

So schnell wie teilweise zuvor auf dem Platz mit dem Ball waren die Spieler dabei auch mit dem Riesenbierglas. Jürgen Klopp erwischte es noch auf dem Rasen - aber der Trainer ging direkt zum Gegenangriff über und beglückte Toni da Silva mit frischem Pils. BVB-Boss Aki Watzke hatte da weniger Glück: Ihn erwischte es zusammen mit Klopp auf der Pressekonferenz. Angeführt vom humpelnden Patrick Owomoyela enterte eine Spielergruppe den Fahrstuhl von der Kabine zum Medienraum und sorgte für den wohl ersten Abbruch einer Pressekonferenz in der Bundesliga dank einer Bierdusche.

In den Katakomben bewies Kevin Großkreutz derweil seine Verbundenheit zu den treuen Anhängern, mit denen er jahrelang selbst auf der legendären Südtribüne gestanden hatte. Raus aus der Kabine, hin zu den Fans: "Wir sind alle Dortmunder Jungs...!"

Träume wurden wahr

Worte für die siebte Deutsche Meisterschaft zu finden, den vierten Titel seit Gründung der Bundesliga, fiel deutlich schwerer, als das frische Pils zu genießen. Jürgen Klopp dachte in diesem Moment vor allem an die vielen Fans: "Wenn man sieht, wie glücklich sie jetzt sind, dann weiß man, wofür man das alles geschafft hat." Für Roman Weidenfeller, der nach dem Spiel als Erster im schwarz-gelben Konfettiregen das Prunkstück in die Höhe gereckt hatte, ist der Titelgewinn schlicht "der pure Wahnsinn". Und für Kevin Großkreutz erfüllte sich ein Kindheitstraum: "In meiner Stadt mit meinem Verein die Schale in der Hand zu halten, das ist das Größte für mich!"

Ein Traum ging auch für Dede in Erfüllung. Dass der Publikumsliebling, der den Verein nach 13 Jahren verlässt, gegen Frankfurt das erste Abschiedgeschenk verschmäht und einen Elfmeter verschossen hatte, war schnell vergessen. Wobei insgesamt sechs verschossene Elfmeter in Serie eine der wenigen Bestmarken in der Liga sind, auf die die meisterlichen Dortmunder sicher gern hätten verzichten können.

Owomoyela hält den Triumphzug fest

Dafür verabschiedete sich Dede am Ende mit vielen Tränen, dem Titel und warmen Worten von Hans-Joachim Watzke: "Du hast alle Höhen und Tiefen in diesem Verein miterlebt. Am Ende mit der Schale zu gehen ist das Größte, was es gibt!" Seiner Mannschaft gab der BVB-Chef nur noch eines mit auf den Weg, bevor sich Spieler, Trainer und Betreuer in eine lange Nacht und einen schwarz-gelben Autokorso vor hunderttausenden von Menschen stürzten: "Feiert diesen Tag, denn ihr habt es verdient wie keine Elf zuvor."

Wer sich aus dem Meisterteam dank eines ausgiebigen Biergenusses in den nächsten Tagen vielleicht nicht mehr ganz an alles erinnern kann, darf sich übrigens getrost an Patrick Owomoyela wenden. Der hatte bei allen Aktionen vom Abpfiff bis zum Triumphzug durch die Stadt immer die Videokamera im Anschlag. Ein Märchenfilm für die Ewigkeit.

Dietmar Nolte