Köln - Eine Tasse Tee, viel Applaus und herzliche Umarmungen beim ersten Training: Rückkehr Nummer eins war für Felix Magath ganz entspannt. Beim VfL Wolfsburg gab es erstmal Balsam für die geschundene Trainerseele und nicht einen Hauch von Gegenwind. Am Sonntag, zwei Tage nach seiner Vorstellung beim VfL, folgt für Magath Rückkehr Nummer zwei: Mit Wolfsburg geht es beim VfB Stuttgart gleich um (fast) alles, 665 Tage nach der VfL-Meisterfeier (ab 17 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Wenn um 17:30 Uhr der Anpfiff erfolgt, schlüpft der Meistertrainer aber auch zurück in eine alte Rolle: Die Trainerikone ist plötzlich wieder als Retter gefordert - eine Aufgabe, von der er sich zu Anfang des Jahrtausends eigentlich endgültig verabschiedet hatte, nachdem er mit dem VfB Stuttgart den Klassenerhalt geschafft hatte.

"Wir wissen nicht, was Felix Magath für Ideen hat"

Es folgten erfolgreiche Jahre im Schwabenland. Vize-Meisterschaft, Champions-League-Qualifikation, Kevin Kuranyi, die ersten Bundesliga-Spiele eines gewissen Mario Gomez. Nicht umsonst hat es dem heutigen VfB-Trainer im Magen gezogen, als er erfuhr, wer am Sonntag auf der Wolfsburger Bank sitzen wird. "Er wird Feuer reinbringen", sagte Bruno Labbadia, "wir wissen nicht, was Felix Magath für Ideen hat."

Wer Magath kennt, ahnt, dass es einige sein werden. Dabei muss er die Umstellung rasend schnell bewerkstelligen, konnte gerade ein paar Unterhosen und Socken zusammenraffen, ehe er schon beim VW-Boss Francisco Javier Garcia Sanz auf dem Beifahrersitz saß und zur Präsentation chauffiert wurde. "Unsere Lage ist prekär", sagte Herr Sanz dort, "er soll und wird uns zum Klassenerhalt führen."

Benaglio nicht dabei

Doch dazu müssen die "Wölfe" dringend punkten. Losgehen soll es damit bereits in Stuttgart. Wieder dabei ist im Schwabenland der Brasilianer Josué, der zuletzt am 23. Spieltag beim SC Freiburg im Aufgebot stand. Fehlen wird Stammkeeper Diego Benaglio aufgrund einer Entzündung im Lendenwirbelbereich.

Trainer Magath richtete auf der PK gleich provokante Worte in Richtung Gegner: "Der VfB hatte in den letzten Wochen viel Glück und hat dabei vor allem von Schiedsrichter-Entscheidungen profitiert. Das muss ja auch mal zu Ende gehen. Auch wenn die Stuttgarter im Aufwind sind, bin ich durchaus optimistisch, dass wir dort schon etwas holen werden."

VfB-Cheftrainer Bruno Labbadia

Stuttgarts Trainer Labbadia zeigte sich nicht erfreut über den Trainerwechsel beim Kontrahenten. "Wir sind alle überrascht über die Entwicklung, das macht die Spielvorbereitung für uns nicht einfacher. Normalerweise lassen wir einen Gegner mehrfach beobachten, das wird jetzt schwierig", sagte der Coach.

Verzichten muss der 45-Jährige im Duell gegen den Tabellensiebzehnten definitiv auf den letztmals rotgesperrten Kapitän Matthieu Delpierre sowie auf den gelbgesperrten Martin Harnik. Timo Gebhart ersetzt Harnik in der Startelf. Fraglich ist der Einsatz von Tamas Hajnal, der sich am Donnerstag im Training eine leichte Zerrung im linken Oberschenkel zuzog und am Freitag nicht mittrainieren konnte. Cacau, der an Leistenproblemen laboriert, wird am Sonntag eventuell im Kader sein.