"Superman" Landon Donovan hat die USA in allerletzter Minute vor dem WM-Aus gerettet und den Amerikanern zugleich den ersten Gruppensieg seit 1930 beschert.

Der ehemalige Bundesliga-Profi belohnte einen Sturmlauf des US-Teams in Pretoria gegen Algerien mit dem späten, aber hochverdienten Treffer zum 1:0 (0:0)-Sieg (90.+2).

"Ich bin geradezu schockiert. Ich bin so stolz auf meine Jungs. Der Ball fiel mir vor die Füße, die Zeit blieb stehen, ich konnte ihn nur reinmachen", sagte der Offensivspieler, der in der Bundesliga bei Bayer Leverkusen und Bayern München gescheitert war: "Wir leben noch, Baby! Wir sind noch nicht am Ende unseres Weges."

Deutschland gegen England?

Für die USA, die nun im Achtelfinale auf Ghana treffen, war es der erste Sieg in einem dritten WM-Gruppenspiel. Die Wüstenfüchse aus Algerien scheiterten auch bei ihrer dritten WM-Teilnahme in der Vorrunde. Kapitän Anthar Yahia vom Bundesligisten VfL Bochum sah zu allem Überfluss in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte.

Im Loftus-Versfeld-Stadion waren die US-Amerikaner unter den Augen ihres ehemaligen Präsidenten Bill Clinton die bessere Mannschaft und verdienten sich das Weiterkommen, obwohl sie erhebliche Probleme mit der Chancenverwertung hatten. verdient. Mit ihrem Kurzpassspiel und viel Bewegung ohne Ball leitete das Team von Trainer Bob Bradley viele gefährliche Szenen ein. Ideengeber und Antreiber waren dabei der Gladbacher Michael Bradley und Donovan. In der 58. Minute hatte Clint Dempsey nur den Innenpfosten getroffen.

Im Abschluss hatten die US-Amerikaner generell nicht die nötige Coolness. In der 20. Minute scheiterte Herculez Gomez allein vor M'Bolhi. Kurz danach entschied Schiedsrichter Frank De Bleeckere (Belgien) bei einem Treffer Dempseys auf Abseits. Jozy Altidore und Ex-Bayern-Profi Donovan behinderten sich in der 37. Minute gegenseitig und vergaben die Riesenchance zum 1:0 für die USA.

Djebbour trifft die Latte

Die Nordafrikaner hatten den besseren Start und drängten von Beginn an auf ihren ersten Turniertreffer. Bereits nach 18 Sekunden zog der Gladbacher Karim Matmour volley aus über 20 Metern ab, verpasste das Tor aber deutlich. Als Belebung für den Sturm erwies sich Rafik Djebbour, der in die Startelf gerückt war. In der 6. Minute traf der Stürmer vom griechischen Erstligisten AEK Athen mit einem Volleyschuss aus zwölf Metern allerdings nur die Querlatte.

Auch nach dem Wechsel blieben die US-Amerikaner am Drücker. Dempsey hatte die Doppelchance, als er zunächst nur den Innenpfosten traf, anschließend noch am leeren Tor vorbeizielte. In der 65. Minute scheiterte der eingewechselte Benny Feilhaber, früher beim Hamburger SV aktiv, nach einem Angriff über die rechte Seite an Keeper M'Bolhi. Nach der folgenden Ecke flog nach einem Kopfball von Demsey knapp am Tor vorbei.

Ziani scheitert

Nur selten noch konnten die sich die Algerier vom Druck der Amis befreien. Zudem felhte den Spielern von Trainer Rabah Saadane mehr und mehr die nötige Konzentration. In der 68. Minute kam der Wolfsburger Karim Ziani aus zehn Metern zum Schuss, zog aber flach am langen Eck vorbei.

Bradley hatte sein Team im Vergleich zur Partie gegen Slowenien (2:2) auf drei Postionen umgebaut. Im Sturm kam Gomez, Torschützenkönig der ersten mexikanischen Liga, für den gelbgesperrten Robbie Findley zum Einsatz. Jonathan Bornstein ersetzte in der Abwehrkette Oguchi Onyewu vom AC Mailand, während Maurice Edu im Mittelfeld den Platz von Francisco Torres übernahm.

Schema:

USA: Howard - Bornstein (81. Beasley), Demerit, Bocanegra, Cherundolo - Dempsey, Bradley, Edu (64. Buddle), Donovan - Gomez (46. Feilhaber), Altidore. - Trainer: Bradley

Algerien: M'bolhi - Bougherra, Halliche, Yahia - Kadir, Yebda, Lacen, Belhadj - Matmour (85. Saifi), Ziani (69. Guedioura) - Djebbour (65. Ghezzal). - Trainer: Saadane

Schiedsrichter: Frank De Bleeckere (Belgien)

Tore: 1:0 Donovan (90.+1)

Zuschauer in Pretoria: 35.827

Gelb-Rote Karten: Yahia (Algerien) wegen Meckerns (90.+3)

Gelbe Karten: Altidore, Beasley - Yebda (2), Lacen (2)