München - Während sich die Zuschauer weltweit auf den Klassiker zwischen Deutschland und der Niederlande freuen, droht einigen Oranje-Fans die Abschaltung ihres TV-Geräts durch ein Inkassobüro. Darüber hinaus darf sich die französische Nationalmannschaft auf den Besuch von Eric Abidal freuen, der am Dienstag direkt aus der Klinik in Barcelona nach Kyiw fliegt. Nackte Tatsachen konnten derweil beim schwedischen Training bestaunt werden und führten zu allerhand Diskussionen in der Heimat. bundesliga.de präsentiert die EM-Splitter vom Mittwoch:

+++Bestrafung mit heruntergelassenen Hosen+++



Mit entblößtem Hinterteil musste sich Johan Wiland, Ersatztorhüter der schwedischen Fußball-Nationalmannschaft, im Training von seinen Teamkollegen "abschießen" lassen. Weil der 31-Jährige in der Einheit der Spieler, die beim 1:2 (0:0) zum zum EM-Start gegen die Ukraine nicht von Beginn an spielten, bei dem beliebten Spielchen "Ball hochhalten" patzte, wurde er auf diese Art bestraft. Wiland ließ die Hosen runter und stellte sich an die Grundlinie, während seine Kameraden feixend versuchten, aus 16 Metern seinen Allerwertesten zu treffen.

Die Boulevardzeitung "Expressen" veröffentlichte am Mittwoch ein Video mit der Szene vom Dienstag und sorgte damit für Aufregung, hatte der schwedische Verband (SvFF) doch versucht, die Veröffentlichung zu verhindern. Lars Arrhenius, Generalsekretär der Anti-Mobbing-Gesellschaft Friends, kritisierte die Aktion der Spieler. "Das ist unglaublich schlechtes Benehmen. Die Spieler sind Helden für zig Tausende von Jungs und Mädchen in ganz Schweden. Ich denke nicht, dass sie zeigen sollten, dass sowas okay ist", sagte er.

Der frühere Nationaltorhüter Thomas Ravelli dagegen verteidigte das Spiel, das in Schweden "gris" (Schwein) heißt. "Mir leuchtet ein, dass das für manche nach Mobbing aussieht. Aber das ist es absolut nicht", sagte er.

+++Abidal besucht das französische Team+++



Eric Abidal wird die französische Fußball-Nationalmannschaft nach seiner erfolgreichen Lebertransplantation beim abschließenden EM-Gruppenspiel am Dienstag in Kyiw gegen Schweden unterstützen. "Ich habe Eric eingeladen. Er wird Barcelona morgens verlassen und am Nachmittag in Kyiw eintreffen", sagte der französische Verbandspräsident Noel Le Graet am Mittwoch.

Abidal hatte sich im April einer Lebertransplantation unterzogen. Ob der 32-Jährige vom FC Barcelona seine Karriere fortsetzen kann, ist ungewiss. Bereits im März 2011 war Abidal nach einer Krebserkrankung ein Lebertumor entfernt worden. Dennoch kam er nur zwei Monate später beim Champions-League-Triumph des FC Barcelona gegen Manchester United (3:1) über die volle Distanz zum Einsatz. Für Frankreich bestritt er 61 Länderspiele.

+++Inkassobüro droht Niederländern mit TV-Verbot+++



Das Inkassobüro Pruijn und van den Berg aus Delft in den Niederlanden schickt am Mittwochabend während des Klassikers zwischen der "Elftal" und Deutschland (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) bei der Fußball-EM im ukrainischen Charkiw landesweit Gerichtsvollzieher zu säumigen Schuldnern. Nach Informationen der Zeitung "De Telegraaf" wollen sie die Schuldner zwingen, die ausstehenden Beträge zu zahlen. Anderseits sollten die Fernsehgeräte konfisziert werden.

Vor einigen Wochen hatte die Firma die betroffenen Personen angeschrieben und gewarnt, dass bei Zahlungsverweigerung eine besondere "Fußball-EM-Aktion" stattfinden werde. Das Inkassobüro hat für seine Aktion Polizeiverstärkung angefordert. Es geht davon aus, dass am Mittwochabend viele Menschen zu Hause vor dem TV-Gerät sitzen, um sich das "Spiel des Jahres" anzuschauen.

Als skandalös hat der Berufsverband der königlich-niederländischen Gerichtsvollzieher das Vorgehen bezeichnet und gerichtliche Schritte gegen das Unternehmen angekündigt.

+++Bei VW stehen für 90 Minuten die Bänder still+++



Die polnische Nationalmannschaft lieferte Russland bei der Fußball-EM im zweiten Gruppenspiel einen tollen Kampf, und bei VW ruhte die Produktion. Rund 2.000 Arbeiter verfolgten im VW-Werk in Poznan die brisante Begegnung (1:1) im Warschauer Nationalstadion vor einer Großleinwand. "80 Autos wurden dadurch weniger produziert, aber das ist kein Problem. Das holen wir später nach", sagte VW-Sprecher Piotr Danielewicz.

Vor sechs Jahren war die Produktion schon einmal vorübergehend eingestellt worden: Für das WM-Vorrundenspiel Deutschland gegen Polen (1:0) in Dortmund.