Bremen - "Ich fand es überhaupt nicht lustig", beschrieb Maximilian Arnold gegenüber bundesliga.de seine Gefühle nach dem 5:3-Spektakel seines VfL Wolfsburg bei Werder Bremen. Dreimal mussten die Wölfe einem Rückstand hinterherlaufen, bevor sie in Durchgang zwei innerhalb von fünf Minuten das Spitzenspiel der beiden besten Rückrunden-Teams für sich entschieden. "Ich gewinne lieber fünfmal 1:0 als einmal 5:3."

Matchwinner war wieder einmal Bas Dost. Innerhalb von drei Minuten machte der Holländer zwischen der 48. und 51. Minute bei seinem erst zwölften Saisoneinsatz mit seinen Treffern zwölf und 13 aus dem 2:3 zur Pause ein 4:3 und legte nur weitere zwei Minuten später Daniel Caligiuri zum entscheidenden 5:3 auf (zur Torjägerliste).

"Wir sind dafür bekannt, dass wir nach einem Rückstand immer zurückkommen können. Die Qualität der Mannschaft ist sehr groß", so Caligiuri, der sich besonders freute, dass Dost getroffen hat. "Das ist gut für die Stimmung im Training. Wenn Bas nicht trifft, ist er die ganze Woche sauer."

Wölfe stellen Vereinsrekord ein

Dank der Treffer des 25-Jährigen gewann Hecking auch sein fünftes Nord-Derby als VfL-Coach gegen die Bremer, für die gegen keinen anderen Liga-Konkurrenten eine negative Heimbilanz zu Buche steht (zum Vereinsvergleich).

Für den VfL war das 5:3 beim Lieblingsgegner das elfte Liga-Spiel in Folge ohne Niederlage. Das ist den Wölfen in ihrer Bundesliga-Geschichte zuvor nur einmal gelungen - in der Spielzeit 2008/09. Damals holten sie in der Rückrunde einen Neun-Punkte-Rückstand auf und feierten am Ende die Meisterschaft.

"Haben starken Kader"

Auf vier Positionen hatte Dieter Hecking seine Mannschaft gegenüber dem 0:0 in der Europa League bei Sporting Lissabon verändert. Neben Arnold und Caligiuri bot der VfL-Trainer Marcel Schäfer und Timm Klose für Christian Träsch, Robin Knoche, Ricardo Rodriguez und André Schürrle auf.

"Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben die Vier ihre Sache gut gemacht", lobte Hecking. "Gut, dass wir so einen starken Kader haben." Und den braucht der 50-Jährige auch. Immerhin tanzen die Wölfe noch auf drei Hochzeiten.

Schon 15 Punkte auf Rang fünf

Und "da wollen wir so weit wie möglich kommen", gibt Arnold die Richtung für die kommenden Aufgaben in Liga, Europa League und DFB-Pokal vor. Wobei eine Entscheidung bereits gefallen scheint: Angesichts von 15 Punkten Vorsprung auf Schalke 04 auf Rang fünf (zur Tabelle) legt nicht nur der 20-Jährige das bisher in Kreisen der Wölfe gepflegte Understatement ab.

"Natürlich gehe ich davon aus, dass wir kommende Saison in der Champions League spielen", so Arnold selbstbewusst. "Wir sind die zweite Kraft im deutschen Fußball." Das sei aber kein Selbstgänger für die K.o-Wettbewerbe.

Konzentration auf Mittwoch

"Natürlich freue ich mich auf Inter", so Arnold über den Achtelfinal-Gegner in der Europa League, "aber damit beschäftigen wir uns, wenn es so weit ist. Bis dahin tun wir gut daran, von Spiel zu Spiel zu denken. Jetzt freuen wir uns erstmal ein paar Stunden über den Sieg in Bremen, und dann konzentrieren wir uns auf Mittwoch."

Da müssen die Wölfe im DFB-Pokal zu RB Leipzig. "Das wird ein schweres Spiel", ist Arnold sicher. "Leipzig hat eine starke Mannschaft, und das Publikum im ausverkauften Stadion wird der Mannschaft noch einen Extra-Schub geben." In seiner sächsischen Heimat wäre der in Riesa geborene und in der Jugend von Dynamo Dresden ausgebildete Mittelfeldspieler sicherlich mit einem 1:0 zufrieden.

Aus Bremen berichtet Jürgen Blöhs