Köln - An Erfolgsserien von Stefan Kießling hat man sich über viele Jahre gewöhnt. Immer einer der besten Zweikämpfer, einer der größten Kilometerfresser und einer der besten Torjäger. Doch in der Hinrunde macht dem Stürmer von Bayer Leverkusen plötzlich eine ganz andere Serie zu schaffen: Kießling trifft am 1. Spieltag gegen Dortmund - und dann nicht mehr.

Die torlose Kießling-Zeit wächst von Woche zu Woche, übersteigt sogar den alten Negativrekord von 724 Minuten aus der Saison 11/12. Die Kritik von außen wird lauter, intern bleibt Kießling unumstritten. Cheftrainer Roger Schmidt stellt die anderen großen Qualitäten seiner Nr. 11 heraus: "Man darf ihn nicht nur auf Tore reduzieren. Er hält vorne die Bälle und gewinnt viele Zweikämpfe."

Neun Kießling-Tore nach der Hinrunde 13/14

Am 12. Spieltag und nach 859 langen Minuten ohne Torerfolg feiert der 30-Jährige sein zweites Saisontor, schießt das 1:0 beim 3:1-Sieg in Hannover. Die Erleichterung in Leverkusen ist groß, Sportdirektor Rudi Völler weiß: "Jeder Stürmer hat so eine Krise doch schon erlebt. Ich auch. Da ist so ein Tor extrem wichtig." Schmidt sieht sich bestätigt: "Stefan ackert pausenlos für die Mannschaft, reißt Löcher und beschäftigt immer ein, zwei Verteidiger des Gegners."

Doch am Ende der Hinrunde sind es lediglich drei Tore für "Kies" und unterm Strich haben die wenigen Treffer des Stürmers wohl auch den einen oder anderen Punkt gekostet. 28 Punkte hat Leverkusen in der diesjährigen Hinrunde gesammelt, 37 waren es zum gleichen Zeitpunkt in der Vorsaison - bei neun Kießling-Toren.

Schmidt: 10 bis 17 Kießling-Tore am Ende

Zwar steht Bayer aktuell mit 28 Punkten auf Platz 3 und hat erneut die direkte Qualifikation zur Champions League im Visier. Doch die Konkurrenz ist größer geworden und sie ist näher dran: Die TSG Hoffenheim lauert mit gerade einmal zwei Punkten Rückstand auf Platz 7.

Jetzt hofft Leverkusen auf einen Stefan Kießling, der schon in Normalform dafür sorgen könnte, dass Bayer seinen knappen Vorsprung in der Rückrunde ausbaut. Sein Trainer war jedenfalls während der Torlos-Krise überzeugt, dass Kießling letztlich zweistellig treffen werde: Schmidt bei bild.de: "Ich bin davon überzeugt, dass er am Ende der Saison 10 bis 17 Tore schießen wird!"

 

Hinweis: In der Serie "Die Verbesserer" werden Spieler vorgestellt, die mit ihren Fähigkeiten ihre Mannschaft in der Rückrunde noch stärker machen oder entscheidend nach vorne bringen können.