Köln – Es ist bis zum jetzigen Zeitpunkt eine packende Bundesliga-Spielzeit, deren Fortgang erfreulicherweise unglaublich schwierig zu prognostizieren ist. Dass Pierre-Emerick Aubameyang am Fließband trifft und Manuel Neuer seinen Kasten einige Male sauber hielt, zählt nicht unbedingt zu den großen Überraschungen. Es gibt aber einige Spieler, die sich unverhofft in den Vordergrund gespielt haben. bundesliga.de hat ganz genau hingeschaut und präsentiert Euch im ersten Teil die Defensive der Überraschungs-Elf!

>>> Die Überraschungs-Elf der Saison - Teil 2: Das Mittelfeld

>>> Die Überraschungs-Elf der Saison - Teil 3: Der Angriff

Torwart: Lukas Hradecky (Eintracht Frankfurt)

Erwartung: Hradecky musste in der vergangenen Saison 52 Gegentreffer hinnehmen und konnte mit der Frankfurter Eintracht erst in einer enorm spannenden Relegation gegen den 1. FC Nürnberg den Klassenerhalt unter Dach und Fach bringen. Eine weitere schwere Saison schien sich im Sommer anzukündigen.

Realität: Der Finne blieb bereits fünfmal in dieser Saison ohne Gegentor - lediglich Bayerns Weltmeister-Torwart Neuer ist in dieser Statistik mit Hradecky auf Augenhöhe. Selbst der formstarke Modeste, zuvor viermal in Folge erfolgreich, fand im Frankfurter Torhüter seinen Meister: Mit zahlreichen Paraden verhalf Hradecky der SGE zum 1:0-Sieg und dem Sprung auf Tabellenplatz sieben!

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Rechtsverteidiger: Timothy Chandler (Eintracht Frankfurt)

Erwartung: Vielleicht einen Aufbruch zu neuen Ufern? Chandler, durch eine Meniskusverletzung zurückgeworfen, stand letzte Saison nur bei fünf Frankfurter Spielen in der Startelf. Der in der Main-Metropole geborene US-Nationalspieler verpasste deshalb den Halbfinaleinzug seiner Auswahl bei der Copa America. Nach der Verpflichtung von Guillermo Varela, der auf Leihbasis von Manchester United zu den Hessen stieß, schienen Chandlers Aussichten nicht gerade rosig zu sein.

Realität: Frankfurts Coach Niko Kovac setzt bei der Eintracht, die aktuell die viertbeste Abwehr der Liga hat, auf ein offensives 3-5-2 mit Chandler auf der rechten Außenbahn. Als Stammspieler, der bislang in jedem Spiel zum Einsatz kam, bereitete er unter anderem den 2:2-Ausgleich gegen Bayern München vor. Der Lohn der guten Leistungen: Chandler ist zurück in der US-Auswahl. "Er spielt bislang eine sehr gute Saison", bestätigt auch Nationaltrainer Jürgen Klinsmann. "Er spielt fast als Rechtsaußen und hat sich seinen Platz im Team verdient."

Stammspieler in der starken Kölner Abwehr: Mergim Mavraj (l.) © gettyimages / Lars Baron

Innenverteidiger: Willi Orban (RB Leipzig)

Erwartung: Orban war ein wichtiger Teil der Leipziger, die auf dem Weg zum Aufstieg lediglich 32 Gegentore hinnehmen musste. Dennoch waren die Sachsen vor dem Start in ihre erste Bundesliga-Saison eine unbekannte Größe. Das galt auch für den 24-jährigen Innenverteidiger, der neben der deutschen Auswahl auch für Polen und Ungarn spielen könnte. Eine solide, aber keinesfalls herausragende Saison stand für Orban in Aussicht.

Realität: Nach zehn Spieltagen steht Leipzig pünktlich mit Bayern München an der Bundesliga-Spitze. Der Aufsteiger, in der vergangenen Saison hinter Freiburg Vizemeister in der 2. Bundesliga, hat lediglich ein Tor weniger kassiert als der bayerische Rekordmeister. Großen Anteil daran fällt Orban zu, der alle 900 Minuten für RB auf dem Feld stand. Stars wie der griechische Nationalspieler Kyriakos Papadopoulos, auf Leihbasis aus Leverkusen geholt, müssen sich hinten anstellen. Der Dreikampf um seine Gunst ist jedenfalls eröffnet.

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Innenverteidiger: Mergim Mavraj ( 1. FC Köln)

Erwartung: 20 Spiele verpasste der albanische Nationalspieler aufgrund einer schweren Knieverletzung in der vergangenen Spielzeit und musste mitansehen, wie sich Dominic Maroh und Dominique Heintz als Defensivzentrale festigten. Nach dem starken neunten Platz des Vorjahres stand ein großes Fragezeichen hinter Mavrajs Platz in der Startelf. Auch ob der FC eine Saison ohne Abstiegssorgen wiederholen könne, war zum Start in die Spielzeit noch längst nicht klar.

Realität: Mavraj ist einer von vier Spielern, die bislang keine einzige Sekunde bei den überraschend stark gestarteten "Geißböcken“ verpasst haben. Lediglich die Bayern haben aktuell weniger Gegentreffer hinnehmen müssen als der Tabellensechste - und der Albaner hat daran mit starken Leistungen in den bisherigen Partien einen sehr großen Anteil.

Seit dieser Saison BVB-Kapitän: Linksverteidiger Marcel Schmelzer © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Thomas Niedermueller

Linksverteidiger: Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund)

Erwartung: Obwohl ein unumstrittener Liebling der BVB-Fans, gab es vor der Saison Zweifel an der sportlichen Zukunft des ehemaligen Nationalspielers: Nach der Verpflichtung von Europameister Raphael Guerreiro, der ebenfalls auf der linken defensiven Außenbahn zuhause ist, sahen einige Experten schwierige Zeiten auf "Schmelle" zukommen. Nach Platz zwei in der Dortmunder Debütsaison von Trainer Thomas Tuchel könnte Schmelzer der Erneuerung beim BVB zum Opfer zu fallen.

Realität: Nach dem Abgang von Kapitän Mats Hummels, der zu seinem Heimatclub Bayern München zurückgekehrt ist, ist Schmelzer beim BVB sogar zu dessen Nachfolger als Kapitän ernannt worden. Auch Guerreiro ist dank toller Auftritte ein wichtiger Teil der Dortmunder Mannschaft, spielt allerdings meist vor Schmelzer im Mittelfeld anstatt für ihn in der Abwehr.

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© DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Alexander Scheuer