München - 1:0, 5:0, 3:0 - das sind die Resultate des FC Bayern aus den letzten drei Bundesliga-Wochenenden. Nach dem unglücklichen Gegentreffer bei der 0:1-Pleite im Auftaktspiel gegen Borussia Mönchengladbach gewann der FCB nun zum dritten Mal in Folge zu Null.

Zählt man die Champions-League-Qualifikationsspiele und den DFB-Pokal noch dazu, sind es sogar schon sechs Pflichtspiel-Siege ohne Gegentor. Diese neue historische Bestmarke ist vor allem der Verdienst der neu formierten Abwehr um Jerome Boateng und Rafinha.

"Nichts zugelassen"

Trainer Jupp Heynckes lobte nach dem Sieg über Kaiserslautern am vergangenen Spieltag seine Abwehrrecken: "In der Defensive haben wir überhaupt nichts zugelassen, das gefällt mir sehr gut. Ich habe gesagt, die Mannschaft wird sich von Spiel zu Spiel steigern, und ich denke, dass wir noch besser spielen können."

Tatsächlich bissen sich die Gegner bislang die Zähne an der Münchner Viererkette aus. Die Bayern ließen insgesamt lediglich 25 gegnerische Torschüsse zu - Bestwert unter den Bundesliga-Mannschaften. Das ergibt einen fabelhaften Schnitt von nur 6,3 zugelassenen Torschüssen pro Spiel. Zum Vergleich: In der letzten Saison waren es mit 11,6 fast doppelt so viele.

Offensive hilft mit

"Es ist unser derzeitiges Erfolgsgeheimnis, dass wir da vorne kapiert haben, dass es ohne unsere Arbeit nicht geht. Wir haben in den letzten Spielen defensiv sehr gut gearbeitet", weiß Thomas Müller, der "Zehner" des FC Bayern. Sein Kollege Mario Gomez pflichtet ihm bei: "Wir dürfen jetzt nicht glauben, dass es von alleine läuft. Wir müssen jede Woche hart für den Erfolg arbeiten, alle müssen auch defensiv denken. Dann ist es schwer, gegen uns ein Tor zu machen."

Dass die Mannschaft gut zusammen arbeitet, belegt auch, dass von den 25 gegnerischen Torschüssen nur sechs auf das Tor von Manuel Neuer kamen, das sind 1,5 pro Spiel. In der vergangenen Spielzeit bekamen die Bayern-Torhüter pro Spiel noch 3,8 Torschüsse auf ihren Kasten.

Großchancen für die Gegner Mangelware

Und das war noch nicht alles: In der Saison 2010/11 ließ der Rekordmeister noch durchschnittlich 1,4 gegnerische Großchancen pro Spiel zu, in der aktuellen Spielzeit (bis auf Gladbachs Tor) keine einzige. Bei allen anderen Teams der Bundesliga sind es derweil mindestens drei.

Das Selbstbewusstsein der Abwehrkette ist auch im Sturm angekommen. Gomez bemerkte nach dem Duell mit Kaiserslautern korrekt: "Ich glaube, es war das dritte Spiel in Folge, in dem der Gegner keine einzige Torchance hatte."

Jetzt steht erstmal die Länderspielpause vor der Tür. Der nächste Bundesligist, der sich an der Verteidigung des FC Bayern abarbeiten muss, ist der SC Freiburg.

Sabine Glinker