Köln - Die Manager der Bundesligisten können durchschnaufen. Die Transferperiode ist beendet. Das hektische Treiben in den letzten Tagen vor der Deadline ist überstanden. Wie immer konnten noch einige spektakuläre Spielerwechsel realisiert werden. Allen voran sicherlich der Transfer des spanischen Nationalspielers Javier Martinez von Athletic Bilbao zum FC Bayern. Aber auch der FC Schalke 04 (Ibrahim Afellay) und der Hamburger SV (Rafael van der Vaart) konnten sich noch sehr prominent verstärken. Die Bundesliga freut sich auf diese internationalen Topstars, die die Qualität der deutschen Eliteliga noch weiter erhöhen werden.

Nachdem das tagelange Ringen um seinen Wechsel endlich überstanden war, konnte Javi Martinez seinen Einstand in München sichtlich genießen. An seinem 24. Geburtstag nahm er zunächst noch etwas schüchtern auf der Reservebank Platz, konnte mit großen Augen seine neue Arbeitsstätte inspizieren, dem Treiben seiner neuen Teamkollegen auf dem Spielfeld zusehen und die Atmosphäre in der ausverkauften Allianz Arena aufsaugen.

In der 77. Minute war dann sein Moment gekommen, als ihn Trainer Jupp Heynckes für Bastian Schweinsteiger zu seiner Bundesliga-Premiere aufs Feld schickte. 13 Minuten durfte der teuerste Spieler der Bundesliga-Geschichte gegen den VfB Stuttgart mitkicken und helfen, den mühelosen 6:1-Sieg unter Dach und Fach zu bringen.

Martinez schwärmt von den Bayern



Javier Martinez soll das noch fehlende Mosaiksteinchen sein, das aus der guten Bayern-Mannschaft eine sehr gute macht, die wieder Titel gewinnen kann. Der 1,90 Meter lange Spanier, der auch schon als Unterwäsche-Fotomodel eine gute Figur abgab, ist vielseitig einsetzbar, in der Innenverteidigung genauso wie im defensiven Mittelfeld. Seine Bayern-Teamkollegen haben ihm schon mal den Spitznamen "Xavi" verpasst.

Er selbst schwärmt von seinem neuen Arbeitgeber in den höchsten Tönen: "Bayern ist eines der besten Teams in Europa und in der ganzen Welt. Hier sind so viele Top-Spieler, die alle fantastisch Fußball spielen - das ist eine große Motivation für mich", sagt Martinez: "Und natürlich will ich hier Titel gewinnen."

Afellay versucht den Neuanfang



Von Titeln sprach Ibrahim Afellay auf Schalke noch nicht, dabei ist der 26 Jahre alte Niederländer bisher ein fleißiger Trophäensammler gewesen. Er war mit dem PSV Eindhoven vier Mal Meister und ein Mal Pokalsieger. Mit dem FC Barcelona räumte er gar die großen Trophäen ab, die Champions League, den Weltpokal, den Supercup, die spanische Meisterschaft und auch den spanischen Pokal.

Dann stoppte ihn ein Kreuzbandriss. In der vergangenen Saison brachte er es auf nur vier Einsätze. Jetzt will der Vizeweltmeister von 2010 auf Schalke wieder durchstarten und zu alter Form finden. Im Mittelfeld von "Königsblau" könnte er hinter der Sturmspitze Klaas-Jan Huntelaar eingesetzt werden. Wie Martinez bei den Bayern durfte der 41-fache niederländische Nationalspieler am vergangenen Wochenende in der Bundesliga debütieren. Sieben Minuten vor dem Abpfiff wurde er beim Schalker 3:1-Sieg gegen den FC Augsburg von Trainer Huub Stevens für Lewis Holtby eingewechselt.

Van der Vaart will nicht "Superman" sein



Beim Hamburger SV ist Rafael van der Vaart wahrlich kein Unbekannter. Drei Jahre wirbelte der Holländer zwischen 2005 und 2008 bei den Hanseaten und erzielte dabei in 74 Bundesliga-Spielen 29 Tore. Danach zog es den offensiven Mittelfelspieler für je zwei Jahre zunächst zu Real Madrid und anschließend zu den Tottenham Hotspurs. Richtig glücklich wurde er bei beiden Vereinen nicht. Deshalb nahm er gerne die Offerte des Hamburger SV an.

"Ich bin nicht Superman", sagte der 29-Jährige bei seiner Vorstellung, wohlwissend, dass der HSV des Jahres 2012 nicht mehr der gleiche wie jener von 2008 ist. Die Hamburger stecken nach der schlechtesten Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte nach zwei Auftaktniederlagen erneut im Tabellenkeller. Aber mit Rafael van der Vaart soll das Kapitel Abstiegskampf schnell geschlossen werden. Der 100-fache holländische Nationalspieler wird wohl am 3. Spieltag in der Partie bei Eintracht Frankfurt sein Comeback im Trikot mit der Raute geben.

Die Bundesliga freut sich auf diese internationalen Stars übrigens genauso wie über die Rückkehr von Ivan Klasnic. Der frühere Bremer Meisterstürmer von 2004 unterschrieb kürzlich beim 1. FSV Mainz 05 und soll dort die drohende Torarmut im Angriff beseitigen. Für Werder erzielte er einst in 151 Bundesliga-Partien 49 Tore. In Mainz will der 32-Jährige noch einmal richtig "Gas geben". Vorher muss er allerdings im Training noch einige Zusatzschichten schieben, um wieder körperlich auf Bundesliga-Niveau zu kommen.

Tobias Gonscherowski