Kaiserslautern - Nach dem 1:0-Erfolg seiner Mannschaft beim 1.FC Kaiserslautern äußert sich Leverkusens Trainer Jupp Heynckes zu den Aussichten auf die direkte Champions-League-Qualifikation.

Frage: Herr Heynckes, die Länderspielpause hat Bayer Leverkusen offenbar nicht aus dem Tritt gebracht. Wie bewerten Sie den 1:0-Sieg beim 1. FC Kaiserslautern?

Jupp Heynckes: Es ist nicht einfach, am Betzenberg zu gewinnen. Meine Mannschaft hat das sehr clever und geduldig gemacht. Über die gesamte Dauer des Spiels haben wir sehr wenig zugelassen und klug aus der Defensive heraus kombiniert. Wenn wir unsere Räume besser genutzt hätten, dann wäre das Spiel sicher schon früher entschieden gewesen.

Frage: Auch wenn Sie in der kommenden Saison nicht mehr Trainer von Bayer sind - die direkte Champions-League-Qualifikation ist der Werkself kaum noch zu nehmen, oder?

Heynckes: Wir wollen die direkte Qualifikation für die Champions League erreichen und haben mit diesem großartigen Erfolg unseren Tabellenplatz gefestigt. Deshalb war der Sieg in dieser Situation auch so unheimlich wichtig. Wir haben sieben Punkte Vorsprung vor den Bayern, acht Punkte Vorsprung auf Hannover. Es sieht sehr gut aus, aber wir müssen am nächsten Sonntag gegen St. Pauli nachlegen.

Frage: In der Vergangenheit hat Bayer entscheidende Spiele oft verloren. Zumindest in der Liga scheint Ihre Mannschaft dieses Phlegma abgelegt zu haben.

Heynckes: Die Mannschaft hat sich in den vergangenen zwei Jahren ganz eindeutig weiterentwickelt. Wir haben die ganze Zeit rotiert, um den Substanzverlust durch die Europa League aufzufangen. Das ist uns offenbar gelungen, deshalb haben wir jetzt im April auch noch genug Power. Die Mannschaft fühlt sich sehr gut, zudem ist der Kader qualitativ immer besser geworden. Deshalb gewinnen wir die wichtigen Spiele.

Frage: Michael Ballack zeigte über 90 Minuten kämpferisch großen Einsatz. Wie fanden Sie seine Leistung in Kaiserslautern?

Heynckes: Michael hat natürlich noch Luft nach oben, auch wenn er insgesamt sehr mannschaftsdienlich gespielt hat. Zudem war er bei den Standards sehr präsent. Aber Vidal war sicher der auffälligere Spieler im Mittelfeld.