Die Mannschaft von KSC-Trainer Becker war lange Zeit schon abgeschrieben - gelingt doch noch ein Sieg und ein Sprung auf Platz 16?
Die Mannschaft von KSC-Trainer Becker war lange Zeit schon abgeschrieben - gelingt doch noch ein Sieg und ein Sprung auf Platz 16?
Bundesliga

Die letzte Jagd: Abstiegskampf!

Spannender geht´s nicht: Die Plätze 15 bis 18 sind noch zu vergeben, wenn Karlsruhe, Cottbus, Bielefeld und Mönchengladbach (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) zum letzten Mal um Punkte gegen den Klassenerhalt spielen.

Eines ist sicher: Sollte es dem Karlsruher SC tatsächlich noch gelingen, den Relegationsplatz zu erreichen, und sollte er dann auch noch die Klasse halten, es würde als das zweite Wunder in die Vereingeschichte eingehen. Die Fans würden den Klassenerhalt wohl in ebenso guter Erinnerung behalten wie das legendäre 7:0 gegen den FC Valencia 1993 im Europapokal.

Was braucht es, um das Wunder wahr zu machen? Abgesehen davon, dass die Mannschaft auf Schützenhilfe von Leverkusen und Hannover angewiesen ist, wäre da zunächst einmal die Chancenauswertung des KSC, die sich allerdings in den letzten Spielen schon verbessert hat. Die Karlsruher brauchen auf jeden Fall einen Sieg gegen Hertha BSC und müssen dann schauen, was auf den anderen Plätzen passiert. Immerhin kann Trainer Edmund Becker mehr oder weniger auf den gesamten Kader zurückgreifen. Auch Kapitän Maik Franz wird trotz seiner Auswechslung zur Halbzeit am vergangenen Wochenende wohl wieder von Anfang an spielen können.


Borussia Mönchengladbach - Borussia Dortmund

Wie viele andere Mannschaften auch ist Borussia Mönchengladbach nach zwei freien Tagen in ein Trainingslager umgezogen, um sich intensiv auf den letzten Spieltag vorzubereiten. Roel Brouwers glaubt aber nicht, dass die "Fohlen" dort noch einmal den Fußball neu erfinden müssen: "Dort werden wir nichts groß anders machen. Wir können uns einfach ganz in Ruhe auf das Spiel vorbereiten, um dann am Samstag den entscheidenden Schritt zu machen."

Der entscheidende Schritt muss ausgerechnet gegen die andere Borussia aus Dortmund gemacht werden, eine der besten Mannschaften der Rückrunde mit großen Ambitionen auf das internationale Geschäft.

Gladbach optimistisch

Erst seit dem 1:0-Sieg Sieg gegen Schalke 04 am 31. Spieltag stehen die "Fohlen" wieder auf einem Nichtabstiegsplatz. Deshalb hat Trainer Hans Meyer natürlich Gründe, optimistisch ins Saisonfinale zu gehen: "Ich bin zuversichtlich, weil ich an meine Mannschaft glaube. Wir haben gegenüber Bielefeld und Cottbus die klar bessere Ausgangsposition, das haben wir uns mit den Siegen gegen Schalke und Cottbus erarbeitet und das wollen wir uns nicht mehr nehmen lassen."

Hinter dem Einsatz von zwei Spielern steht nach wie vor ein Fragezeichen. Karim Matmour hat sich beim Spiel in Leverkusen eine Prellung zugezogen, Paul Stalteri klagt noch immer über Schmerzen an Hüfte und Leiste. Doch Hans Meyer ist zuversichtlich: "Wenn er fit ist, wird er auf jeden Fall spielen."

Fest steht aber, dass Meyer ohne vier Spieler auskommen muss: Mittelfeldspieler Gal Alberman (Knochenhautreizung am Fersenbein), Stürmer Rob Friend (Operation an der Ferse) sowie die Abwehrspieler Steve Gohouri (Außenbandriss im Sprunggelenk) und Jean-Sébastien Jaurès (nach Einriss des Außenmeniskus im Rehatraining) fallen definitiv aus.

Energie Cottbus - Bayer Leverkusen

Von allen Abstiegskandidaten ist Energie Cottbus aktuell die Mannschaft mit den größten Verletzungssorgen. Die drei besten Torschützen des Teams sind allesamt nicht dabei. Dimitar Rangelov hat alles versucht, aber es reicht nicht für das Heimspiel. "Er hat weiterhin Schwierigkeiten beim Gehen, geschweige denn beim Sprinten oder Schießen. Ein Einsatz kommt nicht in Frage, das Sprunggelenk ist noch nicht wieder hergestellt", sagt Trainer Bojan Prasnikar, und beendet damit die letzten Hoffnungen auf eine Genesung des neunfachen Torschützen.

Auch Ivica Iliev und Branko Jelic konnten am Mittwoch nicht mit der Mannschaft trainieren und fallen aus. Doch es gibt auch gute Nachrichten für die Lausitzer. Rechtzeitig vor der Abreise ins Kurztrainingslager am Donnerstag haben sich die meisten zuletzt angeschlagenen Energie-Profis im Training zurückgemeldet.

Viele Rückkehrer im Training

Am Mittwoch konnte Bojan Prasnikar wenigstens mit dem Gros des Kaders trainieren. Dazu gehören Cagdas Atan, der in Stuttgart mit einer Sprunggelenksverletzung ausgewechselt werden musste, als auch der ebenfalls ausgewechselte Stanislav Angelov nach einer Adduktorenreizung. In Stuttgart gänzlich fehlten Ovidiu Burca (Muskelverletzung) und Savo Pavicevic (Fußprellung). Beide stehen für das Spiel am Samstag ebenso zur Verfügung wie Dennis Sörensen, der zuletzt wegen Rückenbeschwerden nur eingeschränkt trainieren konnte.

Seit Donnerstag bereitet sich Energie in Bad Saarow in der Nähe von Franfurt (Oder) auf den letzten Kraftakt der Saison vor. Die Ausgangssituation ist für Trainer Prasnikar klar: "Wir brauchen Punkte. Mit einer Niederlage haben wir keine Chance mehr auf den Klassenerhalt", sagt er. Mit Kompaktheit, Disziplin und Mut glaubt der FC Energie Cottbus an seine Chance auf den Klassenerhalt. "Wir können nur unsere Hausaufgaben machen - und hoffen", sagte Mannschaftskapitän Timo Rost nach der Niederlage beim VfB Stuttgart am vergangenen Wochenende.

Für Leverkusen geht es natürlich um nicht mehr allzu viel. Interessant wird allerdings sein, wie sich der wiedergenesene Bernd Schneider präsentieren wird. Und wäre das Spiel für Cottbus nicht ohnehin schon wahnsinnig wichtig, so müssten sie gewarnt sein: Leverkusen ist die zweibeste Auswärtsmannschaft und könnte mit einem Sieg sogar noch auf Rang 1 in dieser Tabelle rutschen.


Arminia Bielefeld - Hannover 96

"Das ist genau der richtige Mann", sagt Arminia-Ikone Ansgar Brinkmann über Jörg Berger als Nachfolger des nach dem 33. Spieltag beurlaubten Coachs Michael Frontzeck. Es wäre das fünfte Mal in seiner Trainerkarriere, dass der 64-jährige "Feuerwehrmann" Berger eine Mannschaft vor dem Abstieg bewahren könnte.

Diesmal hat er aber nur einen Spieltag Zeit - oder eben drei, falls die Relegation dazu kommen sollte. Nun wolle er der Mannschaft "positives Denken" vermitteln und die "Negativerlebnisse der letzten Wochen aus den Köpfen kriegen." Damit meint er wohl vor allem das 0:6 gegen Borussia Dortmund vom vergangenen Wochenende. Ohnehin rede Berger selbst "immer nur über positive Sachen". Gegner Hannover bezeichnete er logischerweise als "machbare Aufgabe. Wir haben es selbst in der Hand." Auf jeden Fall hat der neue Arminia-Coach in seiner langen Karriere schon schwierigere Fälle gemeistert.

Berger lacht

Beim ersten Training mit der Mannschaft wurde Jörg Berger nach seinen ersten Eindrücken gefragt, und auch da bemühte sich der erfahrene Trainer, die gute Laune in den Vordergrund zu stellen. Lachend sagte er: "Die ersten Eindrücke gibt`s am Samstag. Ich bin überrascht und begeistert über die guten Bedingungen hier und vor allem über die vielen Fans beim Training. Das zeigt das Interesse und ist für uns alle Verpflichtung genug, am Samstag 90 Minuten lang als Einheit aufzutreten und alles für den Sieg zu geben."

Auf den ersten Blick ist Hannover tatsächlich ein dankbarer Gegner für den 34. Spieltag zuhause. Die Niedersachsen stehen in der Auswärtstabelle einsam auf Platz 18. Doch die einzigen Siege auf fremdem Platz gelangen ihnen ausgerechnet in den gerade absolvierten Partien - wobei der Sieg in Karlsruhe sogar so etwas wie Schützenhilfe war für die Arminia.

Doch für einen Sieg braucht es Tore. Zuletzt hat Christopher Katongo immer wieder gute Leistungen gezeigt, Artur Wichniarek hat allerdings schon lange nicht mehr getroffen, zuletzt Anfang Februar gegen Hertha BSC. In jedem Fall muss Berger ohne Thorben Marx (Faserrisses im Oberschenkel) und Markus Bollmann (Innenbanddehnung im Knie planen). Ob Jonas Kamper für einen Einsatz als Joker in Frage kommt, wird sich kurzfristig entscheiden.